interaktiv

Zwischen Schule & Beruf

Weihnachten bei 30 Grad

Autor:
Nadine

Rubrik:
studium

26.01.2016

Hier in Neuseeland kam zwar keine richtige Weihnachtsstimmung auf, da es einfach viel zu warm war und mir die gewohnten Weihnachtstraditionen fehlten, aber dennoch machte sich in mir ein ungutes Gefühl breit, wenn ich daran dachte, dass Heiligabend langsam aber sicher näher rückte. Die Tatsache, nicht zu Hause bei meiner Familie zu sein, war schlimm genug, doch der Gedanke, Weihnachten eventuell alleine verbringen zu müssen, war für mich um einiges schlimmer. Auch wenn ich in den Hostels immer neue Leute kennenlerne und nie wirklich alleine bin, sind die Bekanntschaften die ich mache doch nicht wirklich tiefgründig, da die meisten Leute schon nach ein oder zwei Nächten weiterreisen. Meist beschränken sich die Konversationen auf die typischen Fragen, die ich jeden Tag gefühlte 100 mal beantworte: Wo kommst du her? Wie lange bist du schon in Neuseeland? Reist du alleine? Was waren deine Highlights?

Um so glücklicher war ich, als mir eine junges neuseeländisches Pärchen anbot, Weihnachten bei ihnen und ihrer Familie zu verbringen – und das alles ohne mich auch nur im geringsten zu kennen oder mich vorher wenigstens einmal gesehen zu haben. Diese Geste weiß ich sehr zu schätzen, denn dank dieser Gastfreundlichkeit war ich an den Feiertagen nicht nur nicht alleine, sondern durfte auch ein typisches Kiwi-Weihnachtsfest miterleben. Im Gegensatz zu uns Deutschen packen die Neuseeländer ihre Geschenke nämlich erst am Morgen des 25. Dezembers aus. Mittags geht man dann zum Strand und als Weihnachtsessen wird hier traditionell gegrillt.

Auch wenn ich nicht bei meiner Familie sein konnte, hatte ich trotzdem ein sehr schönes und interessantes Weihnachtsfest. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung Weihnachten bei 30 Grad in der Sonne zu verbringen, zu grillen, am Strand entlang zu laufen und die Traditionen einer anderen Kultur hautnah erleben zu dürfen.

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