interaktiv

FSJ in Nicaragua

Das Elend hat ein Gesicht bekommen

Holzhütten

Autor:
Esther

Rubrik:
auszeit nach dem abi

30.09.2010

 An anderen Tagen wiederum fühle ich mich traurig und alleine. Der Gedanke an Nicaragua, meine Gastfamilie und meine FreundInnen, die in einer Armut leben, die sich viele Deutsche nicht einmal vorstellen können, lässt mich nicht mehr los. Ebenfalls bricht es mir fast das Herz, dass ein Kind an Durchfall sterben muss, nur weil das öffentliche Krankenhaus überfüllt ist und seine Mutter nicht genug Geld hat, eine private Klinik aufzusuchen.

Die meisten Leute werden sagen, dass sie solche Geschichten traurig machen. Doch da es nichts weiter als Geschichten für sie sind, können sie einen gewissen Abstand zu dem Thema Armut behalten. Wenn sie in den Nachrichten ein fünfjähriges Mädchen auf der Müllkippe arbeiten sehen, denken sie: „Das arme Kind!“ und fühlen sich vielleicht etwas schuldig. Doch sobald zum nächsten Thema geschaltet wird, haben sie das kleine Mädchen auch schon wieder vergessen.

Da ich aber jetzt Menschen kenne, die unter solchen Bedingungen leben müssen, mit ihnen gewohnt und sie in mein Herz geschlossen habe, hat das Elend ein Gesicht bekommen und es geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

 

 

Foto: Privat

 

 

 

 

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