interaktiv

Zwischen Schule & Beruf

Veränderungen

Autor:
Janna

Rubrik:
auszeit nach dem abi

10.08.2012

Der letzte Schultag ist gerade einmal vier Monate her und schon sind die Menschen, die früher einmal Teil des Lebens waren, aus eben diesem verschwunden. Klar, der Kontakt zu meiner besten Freundin ist natürlich nicht flöten gegangen, auch wenn wir uns nicht wie früher jeden Tag sehen und einige andere sehe ich mittlerweile sogar häufiger als früher, wenn wir uns bei Grill- oder Spieleabenden über den Weg laufen.

Aber einigen anderen habe ich seit dem Abiball höchstens im Vorbeifahren aus dem Auto zugewinkt, meine Lieblingssitznachbarin habe ich zweimal zufällig kurz in der Stadt getroffen, mit meiner ewigen Freistundengefährtin habe ich einmal ein wenig über Unis und Studiengänge gechattet und der gemeinsame Kinobesuch mit einer Freundin, über deren Abiturnoten wir miteinander Wetten abgeschlossen hatten, steht noch aus. Bis das Wintersemester beginnt und der Freundeskreis sich entgültig in alle Richtungen zerstreut, sind es auch nur noch ein paar Wochen. Hier und da hört man schon den einen oder anderen von einer Zusage der Wunschuniversität sprechen. „In Berlin? Ja, ich weiß, Jura war schon immer dein absoluter Traum, und klar, ich helfe dir beim Umzug. Ich wollte ohnehin unbedingt ein zweites Mal die Hauptstadt besichtigen.“

Nur leider ist nach aktueller Bewerbungslage Bonn in meiner engeren Wahl und das ist über den Daumen gepeilt 600 Kilometer von Berlin entfernt. Was heißt, dass spontane Shoppingtage oder nachmittägliche Treffen, um bei Tee und Keksen gemütlich über Gott und die Welt zu reden, nicht mehr ganz so häufig gesät sein werden.

Der Wechsel vom Kindergarten zur Grundschule, von der Grundschule zum Gymnasium, sogar der von der Mittelstufe zur Oberstufe, als Klassen durch Kurse ersetzt wurden, hatte immer eine Verschiebung der bestehenden Freundschaften zur Folge. Es waren andere Leute, mit denen man plötzlich mehr zu tun hatte und die zu guten Freunden wurden.

Eine solche Verschiebung wird wieder stattfinden und dagegen kann ich gar nichts tun. 600 Kilometer Autofahrt sind eine ultimative Bewährungsprobe für jede Freundschaft. Möglicherweise verliert man sich aus den Augen, aber wenn man etwas ganz stark möchte, kann man es bekanntlich trotz allem schaffen. Und an Silvester treffen wir uns dann in Berlin und erzählen beim Feuerwerk von unserem neuen Leben.

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