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Zwischen Schule und Beruf

Abenteuer Wohnungssuche

Es ist noch nicht so lange her, da stand ich während des Abiballs auf der Bühne und konnte es gar nicht erwarten, endlich mein Zeugnis in den Händen zu halten – das alles entscheidende Zeugnis, für das ich all die Jahre so hart gearbeitet hatte! Man hat so viele Erwartungen an den neuen Lebensabschnitt, man freut sich auf all die Veränderungen und nicht selten bekommt man gesagt: „Das wird die beste Zeit deines Lebens!"

Also, liebe „Zeit meines Lebens" ... Ich warte! Du darfst dann jetzt endlich anfangen! Von der ganzen Warterei habe ich nämlich langsam wirklich genug.

Um ehrlich zu sein, ich habe mir das Ganze wohl etwas zu rosig vorgestellt. Neue Leute, neue Aufgabe, neues Umfeld. Doch ganz so einfach ist das leider nicht. Und das scheine nicht nur ich allmählich festzustellen. Der große Wettlauf mit der Zeit hat begonnen. Was bisher nie ein Thema war, scheint sich als unüberwindbare Herausforderung herauszustellen: Man braucht einen Platz zum Wohnen! Und da gibt es ja vielerlei Möglichkeiten: WG, Wohnheim oder doch gleich die erste eigene Wohnung? Es hagelt Absagen, man lernt die verschiedensten Mailboxansagen kennen und schlägt sich Stunden, Tage, Wochen durch sämtliche Internetportale. Eine alte Klassenkameradin traf es wirklich hart. Sie hatte sich bei einer WG vorgestellt, sich wirklich sehr gut mit den Leuten verstanden, sich mit ihnen über Gemeinsamkeiten ausgetauscht und sogar dasselbe Konzert besucht. Und trotzdem entschieden sie sich für einen anderen Kandidaten. Das ist doch nicht fair. Aber wann ist das Leben schon fair?

Da haben es andere Freunde wirklich besser getroffen, die nun mit dem Rucksack durch Australien reisen und froh sind, wenn sie abends wieder ihre Pritsche unter sich haben. Da stören auch ein, zwei Kakerlaken als Mitbewohner nicht. Aber genauso, wie sie von all den farbenfrohen Eindrücken des australischen Outbacks geformt werden, sollen vielleicht auch die ganzen Rückschläge am Telefon und in unserem E-Mail-Postfach ihren Sinn haben. Wäre ja auch viel zu einfach, wenn jedes Vorhaben beim ersten Versuch klappen würde.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Sep 12, 2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
Sep 12, 2012

Zwischen Schule & Beruf

Veränderungen

Der letzte Schultag ist gerade einmal vier Monate her und schon sind die Menschen, die früher einmal Teil des Lebens waren, aus eben diesem verschwunden. Klar, der Kontakt zu meiner besten Freundin ist natürlich nicht flöten gegangen, auch wenn wir uns nicht wie früher jeden Tag sehen und einige andere sehe ich mittlerweile sogar häufiger als früher, wenn wir uns bei Grill- oder Spieleabenden über den Weg laufen.

Aber einigen anderen habe ich seit dem Abiball höchstens im Vorbeifahren aus dem Auto zugewinkt, meine Lieblingssitznachbarin habe ich zweimal zufällig kurz in der Stadt getroffen, mit meiner ewigen Freistundengefährtin habe ich einmal ein wenig über Unis und Studiengänge gechattet und der gemeinsame Kinobesuch mit einer Freundin, über deren Abiturnoten wir miteinander Wetten abgeschlossen hatten, steht noch aus. Bis das Wintersemester beginnt und der Freundeskreis sich entgültig in alle Richtungen zerstreut, sind es auch nur noch ein paar Wochen. Hier und da hört man schon den einen oder anderen von einer Zusage der Wunschuniversität sprechen. „In Berlin? Ja, ich weiß, Jura war schon immer dein absoluter Traum, und klar, ich helfe dir beim Umzug. Ich wollte ohnehin unbedingt ein zweites Mal die Hauptstadt besichtigen.“

Nur leider ist nach aktueller Bewerbungslage Bonn in meiner engeren Wahl und das ist über den Daumen gepeilt 600 Kilometer von Berlin entfernt. Was heißt, dass spontane Shoppingtage oder nachmittägliche Treffen, um bei Tee und Keksen gemütlich über Gott und die Welt zu reden, nicht mehr ganz so häufig gesät sein werden.

Der Wechsel vom Kindergarten zur Grundschule, von der Grundschule zum Gymnasium, sogar der von der Mittelstufe zur Oberstufe, als Klassen durch Kurse ersetzt wurden, hatte immer eine Verschiebung der bestehenden Freundschaften zur Folge. Es waren andere Leute, mit denen man plötzlich mehr zu tun hatte und die zu guten Freunden wurden.

Eine solche Verschiebung wird wieder stattfinden und dagegen kann ich gar nichts tun. 600 Kilometer Autofahrt sind eine ultimative Bewährungsprobe für jede Freundschaft. Möglicherweise verliert man sich aus den Augen, aber wenn man etwas ganz stark möchte, kann man es bekanntlich trotz allem schaffen. Und an Silvester treffen wir uns dann in Berlin und erzählen beim Feuerwerk von unserem neuen Leben.

Autor: Janna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 10, 2012
Autor: Janna
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 10, 2012

Zwischen Schule & Beruf

Faulheit versus Motivation

Der Pädagogikgrundkurs hat mir nicht nur 106 Punkte fürs Abitur, einen Eintrag im Erinnerungsbüchlein von der nettesten Lehrerin aller Zeiten und viele tolle Notizbuchkritzeleien von meiner Lieblingssitznachbarin eingebracht, sondern vielmehr noch die Fähigkeit, das bisschen, was ich nicht sofort wieder vergessen habe, auf die gesamte Umwelt anzuwenden. Und dabei fällt mir vor allem eine Sache auf: Erikson hat in seinem Phasenmodell der psychosozialen Entwicklung etwas vergessen: Die Krise, die unser ganzes Leben lang vorherrschen soll – Motivation versus Faulheit.

Es fängt in der Schulzeit an, wenn irgendwann das Über-Ich nach Freud, das einem in den ersten Jahren noch immer gesagt hat, man solle brav seine Hausaufgaben machen, von der Faulheit überstimmt wird. Weiter geht es damit, dass es immer schwieriger wird, sich zum Lernen zu motivieren, weil das Ziel „guter Job, der einem Spaß macht“ so weit entfernt scheint und dazwischen noch einiges an Unterricht, die Abiturprüfungen plus Studium und/oder Ausbildung liegen. Bei meinem Zwischenstand „Schulabschluss Abitur“ sollte es jetzt eigentlich die Aufgabe sein, mich auf die nächste Etappe „Studium“ vorzubereiten.

Nur irgendwie will das nicht so, wie ich will. Eigentlich sollte ich doch total motiviert sein, es geht hier schließlich um meine Zukunft und ich sollte mich an möglichst vielen Unis bewerben, um eine möglichst hohe Chance auf einen möglichst guten Studienplatz zu bekommen. Leider war ich das nicht wirklich bis ich plötzlich eine Eingebung hatte: „Wenn ich jetzt nichts mache, fange ich nie an!“ Also habe mich bei fünf Unis beworben.

Die Frage, wo ich studiere, ist zum Glück recht einfach zu beantworten. Ich habe mein Leben lang in Nordrhein-Westfalen gewohnt, hier lebt meine ganze engere Verwandtschaft und die meisten meiner Freunde – und vor allem auch mein Freund – wollen ebenfalls hier studieren.

Die Frage, was ich studiere, birgt hingegen ein paar mehr Probleme. Bis vor ein paar Wochen war für mich felsenfest klar: Ich studiere Germanistik und irgendein möglichst interessantes Ergänzungsfach dazu und danach geht es in Richtung Verlagswesen oder Fernsehen. Dann kam mein Theaterlehrer, der auch meinen Lehrerkommentar für die Abizeitung geschrieben hat mit dem Vorschlag, dass ich, wenn ich schon Germanistik studiere, doch gleich auf Lehramt studieren könnte. Deshalb steht Gymnasiallehramt für Mathe und Deutsch jetzt auch auf meiner Liste.

Unibewerbungen sind heutzutage zum Glück ziemlich leicht zu bewerkstelligen: Einfach die Universitätshomepage anklicken, ein bisschen suchen, bis man das Online-Bewerbungsfeld gefunden hat, sich durch die Seiten klicken, Kontaktinformationen, Abischnitt und gewünschte Studienfächer angeben, abschicken, fertig. Und wenn man erst einmal damit angefangen hat, scheinen einem die Unibewerbungen gar nicht mehr so viel komplizierte Arbeit zu sein.

Autor: Janna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 1, 2012
Autor: Janna
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 1, 2012