interaktiv

Zwischen Schule & Beruf

Kompromisse

Autor:
Noelle

Rubrik:
auszeit nach dem abi

01.10.2012

Endlich! Während meine Freundin schon plant, wegen der miserablen Wohnsituation vor der Uni zu campieren, erlebe ich erste Erfolge. Nachdem ich an die hundert Nummern gewählt und mindestens genauso häufig Bekanntschaft mit allen Arten von Bandansagen gemacht hatte, haben mein Freund und ich am Freitag nun endlich eine Wohnung besichtigt. So ganz glatt, wie ich es gern gehabt hätte, ist es dann zwar doch nicht gelaufen, aber was soll’s, positiv bleiben! Und so haben wir auch gelernt, dass Männer, die auf Rasenmähern rumfahren, höchstwahrscheinlich Hausmeister sind und immer Bescheid wissen!

Aber so sehr ich mich auch über diese Chance freue, das alles ist schon sehr neu für mich. Nicht nur, dass ich mich in einer komplett anderen Umgebung zurecht finden muss. Plötzlich sind die Häuser zehnmal so groß wie in der Heimat und die Nachnamen an der Klingel klingen auch viel exotischer.

Und nun stellt sich mir die Frage: Wie viele Kompromisse muss man eingehen? Wahrscheinlich hätte mir klar sein müssen, dass nicht alles ganz so easy und rosig ist. Denn während andere Paare sich bewusst dafür entscheiden, mehrere Kontinente zwischen sich zu bringen, bin ich eher der häuslich-familiäre Typ. Ich möchte nicht Heiligabend unter Palmen in Neuseeland verbringen. Die Vorstellung, mit meinem Freund stattdessen unter einer eingetopften Nordmanntanne im gemeinsamen Wohnzimmer zu sitzen, finde ich da deutlich schöner. Spätestens jetzt sollte mir also klar werden, dass ich nun nicht mehr allein bin. Zu zweit hat man eben auch immer die doppelte Portion an Wünschen, Hoffnungen und Vorstellungen. Am liebsten würde ich schon wieder eine Pro- und Kontraliste mit ausformulierter Erörterung schreiben. Der Deutsch LK lässt mich eben doch nicht los. Aber Worte können nicht jedes Problem an die Wand reden. Vielleicht sollte ich zufrieden sein mit dem, was ich gerade habe, und einfach mal JA sagen. Zeit zum Grübeln bleibt schließlich noch genug.

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