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Zwischen Schule und Beruf

Neue Wohnung, neues Glück!

Oh mein Gott! Ich kann es immer noch gar nicht glauben. All die unzähligen Anrufe, die ich getätigt habe, all die Zettel, mit denen ich halb Köln plakatierte, all die Angebote, die ich wieder und wieder studierte. Und am Ende ging doch alles ganz schnell: Wir haben eine Wohnung!

Wie es jetzt so plötzlich dazu kam, kann ich selbst noch nicht so ganz realisieren. Monatelang haben wir gesucht und eine Absage nach der anderen kassiert. Wieso also gerade jetzt? Vielleicht lag es ja an meinem letzten Beitrag, denn in dem flehte ich das neue Jahr geradezu an, gnädig mit uns zu sein. Vielleicht war es aber auch schlicht der Unterschied, dass einmal mein Freund die Immobilienbörsen durchsuchte. Das würde ja mal wieder ganz zu Murphys Gesetz passen. Ich suche mich dumm und dämlich – dagegen braucht er bloß eine Wohnung rauszusuchen und schon eine Woche später haben wir den Mietvertrag unterschrieben. Eins ist sicher: Das kann ich mir jetzt ewig anhören! Ja, das kratzt schon ziemlich an meinem Ego und auch ein bisschen an meiner Moral, aber sei’s drum! Ich weiß zwar nicht, was das Universum mir damit sagen möchte, aber ich bedanke mich an dieser Stelle einfach mal. Danke, dass die ganze Sucherei endlich ein Ende gefunden hat! Und danke, dass ich nun doch noch zu meinem IKEA-Shoppingmarathon und den Streichsessions kommen werde. Ich freue mich riesig darauf, endlich die Farbrolle zu schwingen und das hart angesparte Geld zu verpulvern!

Aber zwischen die ganze Euphorie drängen sich doch ein paar Zweifel. War das wirklich alles seriös, so schnell, wie das nun über die Bühne ging? Und vor allem: Werden wir uns in der neuen Umgebung wohler fühlen als in unserem 1-Zimmer-Apartment? Denn ein beschaulicher Vorort Bergisch-Gladbachs ist immer noch etwas anderes als die Innenstadt von Köln. Dort wird es keine angeketteten Rollatoren mehr im Treppenhaus geben und auch keine Einfamilienhäuser hinter dicken Zäunen. Mein Freund müsste sich eigentlich wohl fühlen, schließlich ist er Kölner! Ich hingegen bin das kleine Mäuschen vom Land, werde ich mich gut einleben? Na ja, jede Faser meines Körpers ist erfüllt von purem Optimismus. Das wird schon alles werden!

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 22, 2013
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
Jan 22, 2013

Zwischen Schule und Beruf

Der Auszug

In nur mehr vier Wochen ist es also schon wieder so weit: Nach 140 Tagen, also etwa viereinhalb Monaten, ziehe ich wieder nach Hause. Natürlich nicht auf Dauer, nur so lange bis ich weiß, wohin es gehen wird.

Von den viereinhalb Monaten habe ich – traurigerweise – allerdings gerade einmal zweieinhalb in einem halbwegs vernünftigen Zimmer gewohnt. Nur eineinhalb Wochen nach dem Einzug in meine Studenten-WG hatten wir nämlich einen Wasserschaden im Bad, der sich leider auf mein Zimmer ausgebreitet hat. Innerhalb einer Woche war der Schimmel auf 30 Zentimeter hochgeklettert. Vier Wochen hatten wir Trocknungsgeräte in der Wohnung, im Bad und in meinem Zimmer. In dieser Zeit habe ich in der vier Quadratmeter großen Wäschekammer gelebt. Einen Vorteil hatte das ganze allerdings, denn für diese vier Wochen entfiel das Heizen komplett. Die Trocknungsgeräte bescherten uns ein wüstenähnliches Klima, denn einerseits heizten sie ordentlich, andererseits entzogen sie der Luft Feuchtigkeit.

Im Bad hatten wir fast durchgängig Temperaturen zwischen 41 und 44 Grad Celsius, der Rekord betrug sogar 46 Grad. Sobald die Maschinen wieder weg waren, fielen die Temperaturen rapide und die komplette WG fror im doch recht kalten November bei „bitterkalten“ 22 Grad. Nachdem der Trocknungsvorgang abgeschlossen waren, dauerte es weitere vier Wochen, bis mein Zimmer wieder bewohnbar war, da es neu tapeziert und gestrichen werden musste.

Immerhin bekommt mein Nachfolger jetzt einen neu renovierten Raum. Stichwort Nachmieter: Ich finde es total interessant, dieses Mal auf der „anderen Seite“ zu stehen und zu entscheiden, wer für mich einziehen darf!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 21, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Jan 21, 2013

Schülerleben live

Vom Rudel getrennt

Ich überlege schon lange, worüber ich diesmal schreiben könnte. Normalerweise kribbelt mir irgendein Thema in den Fingern und das muss ich dann auch loswerden. Aber warum ist das jetzt nicht so? Weil es nichts zu erzählen gibt? Nein, sicher nicht. Irgendwie saust das ganze Leben gerade nur so an mir vorbei und ich bekomme kaum einen Eindruck richtig zu fassen.

Vor kurzem war ich zuhause und habe ein leider viel zu kurzes Wochenende mit meiner Familie und meiner besten Freundin verbracht. Dabei ist mir einmal mehr klar geworden, dass selbst in kleinen nordhessischen Orten nicht alles beim Alten bleibt und dass plötzlich Dinge zum Alltag geworden sind, die man sich zuvor nie hätte vorstellen können. Wovon ich rede? Von den kunstvoll manikürten Fingernägeln meiner Freundin zum Beispiel. Anderen kommt das jetzt sicher total blöd vor, aber das war echt ein kleines Detail, das mich ein wenig aus der Bahn geworfen hat. Vor noch einem halben Jahr hätten wir niemals Geld in sowas investiert und wenn doch, dann hätten wir vorher Wochen darüber geredet, was, wo und wie viel. Wie Mädchen halt so sind. Jetzt ist es einfach so, ohne dass ich in Kenntnis gesetzt worden wäre. Denn das ist etwas ganz Entscheidendes, das sich geändert hat: Es gibt keine kleinen Zettelchen mehr, die man sich schreibt, und man tauscht sich auch nicht mehr über jede noch so banale Kleinigkeit aus.

Das ist, als wäre man von seinem Rudel getrennt worden. Und das merke ich auch sehr stark, wenn es um meinen Geburtstag geht, der schon in ein paar Tagen vor der Tür steht. Man sollte doch meinen, in der Großstadt gäbe es Tausende von Möglichkeiten. Unzählige Discos, Kneipen, Clubs, Restaurants, ja sogar einen Zoo und einen Freizeitpark. Lauter Dinge, die es in unserem beschaulichen Heimatörtchen sicher nicht gibt. Trotzdem weiß ich nicht, was ich tun soll. Mal abgesehen davon, dass der Dezember nicht der geeignetste Monat für Freizeitaktivitäten ist... Zuhause wüsste ich sofort, wie ich meinen „Ehrentag” gebührend feiern könnte: mit meinen Mädels in der Dorfdisco oder beim Cocktailsbarbetreiber unseres Vertrauens, denn da kennt ja wirklich jeder jeden. Köln dagegen erschlägt mich einfach mit seinen unzähligen Angeboten, den nicht vertretbaren Preisen und der wegfallenden Option, auch irgendwie zu Fuß nach Hause zu kommen. Aber das größte Defizit liegt in den Gästen: Meine Freunde sind nicht da!

Ich freue mich jedenfalls schon riesig auf die Feiertage, die dieses Jahr hoffentlich ihrem Namen alle Ehre machen werden! Weihnachten 2012 werde ich es zum ersten Mal wieder richtig zu schätzen wissen, meine Familie und meine besten Freunde um mich zu haben. Und ich werde jede gemeinsame Sekunde mit ihnen nur so aufsaugen, denn jetzt weiß ich erst, wie kostbar solche Momente sind.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Dec 12, 2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
Dec 12, 2012