interaktiv

Zwischen Schule und Beruf

Hier spricht die Bundespolizei

Autor:
Noelle

Rubrik:
orientieren

22.07.2013

Was ist das Schlimmste, das einem wenige Tage vor den Semesterklausuren passieren kann? Okay, da gibt es sicher eine ganze Menge, doch ich erlebte jüngst meinen ganz persönlichen GAU. Sonntagabend – vier Tage vor der ersten Prüfung – erlitt mein neuer Laptop plötzlich einen Breakdown, verursacht durch einen fiesen Virus: Mit einer Zahlungsaufforderung von 100 Euro wurde mir vorgeworfen, ich hätte gegen Urheberrechtsbestimmungen verstoßen. Unterzeichnet hatte angeblich die Bundespolizei höchstpersönlich!

Der Schock, ich könnte tatsächlich etwas Verbotenes getan haben, war alsbald wieder verflogen, denn ich erinnerte mich, schon einmal von diesem „Bundespolizei-Virus“ gehört zu haben. Die Sorge um meinen Computer und die darauf gespeicherten Dateien blieb jedoch.

Selbst konnte ich nichts ausrichten, das wurde mir schnell klar, und so spurtete ich am nächsten Morgen direkt zu einem Technikfachmann, der mich teils optimistisch stimmte, aber auch sagte, dass es nicht sicher ist, ob meine Dateien gerettet werden können. All meine Aufzeichnungen für die Klausuren! Tagelange Arbeit! Einfach so weg?! Doch noch viel schlimmer wäre der Verlust meiner geistigen Ergüsse, denn zu meinem Pech hatte ich gerade das erste Kapitel zu einer neuen Geschichte vollendet, mit dem ich sogar recht zufrieden war, was nicht sonderlich oft vorkommt.

Trotzdem weiß ich, es hätte mich schlimmer treffen können. Glücklicherweise habe ich ein paar meiner Mitschriften auch anderen Kommilitonen geschickt, sodass sie nicht vollends verloren sind. Außerdem hatte ich auf dem neuen Laptop noch nicht so viel abgespeichert. Hätte es den alten getroffen, wäre im schlimmsten Fall mein halbes Leben ausgelöscht gewesen. Ich hätte wirklich nicht gewusst, was passiert wäre, hätte der Virus meine anderen Texte erwischt, die teilweise hundert Seiten und mehr umfassen. Und so habe ich zu meinem Glück im Unglück auch noch einen Ersatzcomputer, um mich weiterhin auf die Prüfungen vorbereiten zu können.

Ich bin aber auch ein kleines bisschen stolz auf mich. Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte ich wegen einer Katastrophe wie dieser wahrscheinlich völlig die Nerven verloren. Diesmal habe ich größtenteils einen kühlen Kopf bewahren und ohne Hilfe eine Lösung finden können. Das Studium lässt mich offensichtlich eben doch ein wenig erwachsener werden.

Diesen Artikel teilen