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Zwischen Schule & Beruf

Wohnungsnöte

Momentan bin ich zeitlich sehr ausgelastet, denn nach der entspannten Phase nach dem Abi stehen sehr viele Dinge an, die ich erledigen muss. Leider wird der Berg von Aufgaben immer größer, aber Organisatorisches für das anstehende Studium hat bei mir höchste Priorität. Glücklicherweise habe ich bereits ein Zimmer in Heidelberg gefunden, das mir sehr gut gefällt. Von dem zentral gelegenen Altbau habe ich einen tollen Blick auf die Stadt. Damit ist mir schon einmal der größte Stein vom Herzen gefallen. Ich muss nun nicht, wie befürchtet, in einem der Notfalllager für Studierende übernachten und kann ganz entspannt in die erste Vorlesungswoche starten. Als ich zur Besichtigung in Heidelberg war, hatte ich bestes Wetter erwischt, und ich war mir nun zu 100 Prozent sicher, den richtigen Studienort gewählt zu haben. In zwei Wochen muss ich noch einmal hin fahren und den Mietvertrag unterschreiben. Dabei kann ich auch gleich ein paar Sachen in der neuen Wohnung abstellen.

Nun stellt sich mir die Frage, was ich überhaupt alles mitnehmen soll? Da schon mein riesiges Bett in das Zimmer muss, kann ich wohl sonst nicht mehr viel dort unterbringen. Mir ist noch keine Lösung eingefallen, doch vielleicht merke ich bald, dass weniger doch mehr ist. Um das Zimmer gemütlich einzurichten, standen natürlich auch noch ein paar Besuche in verschiedenen Einrichtungshäusern an.

Die Füße hochlegen und den Semesterbeginn abwarten kann ich aber leider immer noch nicht. Seit einiger Zeit arbeite ich in einem Start-up-Unternehmen mit, für das ich noch einige Aufträge zeitnah erledigen muss. Und da ich ja noch nicht ausgelastet genug bin, habe ich einer amerikanischen Freundin versprochen, ihr bei der Wohnungssuche zu helfen und die schriftlichen Anfragen für sie zu erledigen. Ich tue das gerne, da sie erst Mitte September aus den USA kommt, um in Deutschland zu studieren und leider noch kein Wort Deutsch spricht. Aber ich bin schon weit gekommen: Nächste Woche fahre ich also sechs Stunden mit dem ICE nach Göttingen, um dort für sie möblierte Zimmer in Uni-Nähe zu besichtigen.

Wenn das erledigt ist, will ich unbedingt noch nach Berlin fahren, um vor dem Studium noch einmal Hauptstadtluft zu schnuppern und ein bisschen zu arbeiten. Ich bin also alles andere als entspannt.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 4, 2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
Sep 4, 2015

Zwischen Schule und Beruf

Die Qual der Wahl

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich nicht besonders gut darin bin, Entscheidungen zu treffen? Weil ich unsicher war, ob es mit einem Studienplatz in Medizin auf Anhieb klappt, habe ich mich spontan auch für Jura beworben. Mit meiner Abinote konnte ich davon ausgehen, für Jura definitiv einen Platz zu bekommen. In den letzten Tagen sind die Zusagen eingetrudelt – zu meinem Erstaunen wurde ich überall für Jura angenommen. Nun stehen Heidelberg, München, Berlin, Düsseldorf und Köln zur Auswahl. Meine Vernunft sagt: Heidelberg ist die einzig richtige Wahl. Mein Stadtkind-Teenager-Herz verlangt jedoch nach Berlin oder München.

Die Universität Heidelberg besitzt wohl die renommierteste und älteste Jura-Fakultät Deutschlands und unterhält, soweit ich weiß, beste Verbindungen zu Elite-Universitäten im Ausland und zu Großkanzleien. Allein die Tatsache, dass hier zwölf Bewerber auf einen Studienplatz kommen und dass es einen nicht zu unterschätzenden NC gibt, macht diesen Standort in meinen Augen exklusiv.

Auch Köln war in der engeren Wahl, vor allem, weil es relativ nah an meinem Zuhause liegt. Diese beiden Universitäten und Städte habe ich dann mit meinen Eltern besucht und dabei festgestellt: Köln ist definitiv raus aus dem Rennen. Die Gebäude der Universität wirkten auf mich ziemlich trostlos mit vielen Beton und den klobigen Bauten. Natürlich sollte ich diesem Punkt nicht zu viel Beachtung schenken, aber wenn ich auch noch andere Angebote habe, dann will ich mich an der Uni auch wohlfühlen können. Die Besichtigungstour durch Heidelberg dagegen war wirklich schön, und obwohl ich mich gegen die Vorstellung sträube in einer Kleinstadt zu studieren, muss ich zugeben, dass die Stadt ziemlich perfekt für ein Studium ist. Praktischerweise habe ich einige Bekannte, die in Heidelberg Jura studieren und mir viele Tipps geben können. Also doch nicht nach München oder Berlin?

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 14, 2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
Aug 14, 2015

Zwischen Schule & Beruf

Abenteuer Englisch im Elsass

Fast zwei Monate meines Freiwilligendienstes sind um, was mich – gemeinsam mit der Tatsache, dass das Bargeld inzwischen knapp wird – auf die Idee bringt, mal in der Bank nachzufragen, wo denn eigentlich die Karte bleibt, die man mir schon vor vier Wochen versprochen hatte. Sie lag noch in der Bank, alles gut.

Wieder daheim und auf der Suche nach der PIN zur Aktivierung der Karte, muss ich mir eingestehen: Diesen Brief habe ich tatsächlich erhalten. Nur: Wo zum Teufel versteckt der sich? Nach intensiver aber erfolgloser Suche entschließe ich mich, die gute Frau in der Bank ein weiteres Mal zu behelligen. Dort druckt sie mir die PIN auch postwendend aus, sie kennt mich ja inzwischen. Sie erklärt mir noch einmal die genaue Aktivierungsprozedur, womit ich ob ihres französischen Fachchinesisch allerdings etwas überfordert bin. Meine Verständnisprobleme scheinen mir auch prompt ins Gesicht geschrieben zu stehen, denn sie stellt von sich aus die in Frankreich schier unmögliche Frage: „Parlez-vous anglais?“ („Sprechen Sie Englisch?“). Auf mein Bejahen folgt aufgrund wohl eher rudimentärer Englischkenntnisse ihrerseits eine sehr simpel gehaltene Erklärung dessen, was ich auch vorher schon verstanden hatte. Der nicht verstandene Teil findet diesmal schlicht keine Erwähnung, sodass ich beschließe, dass er nicht so wichtig gewesen sein kann. Ich signalisiere ihr also, dass ich verstanden habe. Etwas erstaunt bin ich dabei über mein Versagen, ihr auf Englisch zu antworten. Mir kommt kein einziges englisches Wort über die Lippen. Stattdessen folgt dem unbedachten „Oui“ ein ebenso reflexartiges „d'accord“. Egal, Hauptsache sie versteht mich.

Bevor ich mit der PIN gehen kann, wird mir noch etwas Vertrag zwischen viel Werbung in die Hand gedrückt. Trotz allem zufrieden mit der geglückten Mission kehre ich zurück auf vertrautes Terrain. Selbstverständlich finde ich ein paar Tage später den verloren geglaubten Brief mit dem PIN auf meinem Schreibtisch.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  May 20, 2015
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
May 20, 2015