interaktiv

Zwischen Schule & Beruf

Göttingen

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

29.09.2015

Die vergangenen Tage habe ich in Göttingen verbracht, um eine amerikanische Freundin zu unterstützen. Sie wird ab dem Wintersemester dort einen englischsprachigen Studiengang studieren und kann noch kein Deutsch. Als sie mich vor einiger Zeit angeschrieben und um Hilfe gebeten hat, habe ich natürlich sofort zugesagt.

Ich habe ihr eine Wohnung organisiert und alles soweit erledigt, dass sie direkt einziehen konnte. Jetzt mussten wir noch eine Krankenversicherung für sie abschließen und ein Konto eröffnen. Außerdem wollten wir sie beim Einwohnermeldeamt registrieren lassen und einen Handy-Vertrag machen. Und natürlich musste sie sich auch noch an der Uni immatrikulieren. Das war ganz schön viel für drei Tage – vor allem, weil ich mich in der Stadt auch nicht auskenne. Für die Behördengänge hatte ich Termine ausgemacht, aber schon allein den Weg zu den verschiedenen Ämtern zu finden, war ein Abenteuer. Weil meine Karten-App nicht erreichbar war und niemand in der Nähe war, den ich hätte fragen können, musste ich mich zum ersten Mal in meinem Leben tatsächlich mit einer Stadtkarte aus Papier intensiv auseinandersetzen.

Eine große Herausforderung war es auch in den drei Tagen alle Termine so zu legen, dass es auch eine realistische Chance gibt, sie einzuhalten. Gewöhnlich standen wir morgens sehr früh auf, hetzten zum Rathaus und arbeiteten dann von dort die restlichen Punkte auf unserer To-do-Liste ab. Ab dem Nachmittag hatten wir wenig zu tun, aber erstaunlicherweise fanden wir doch immer Dinge, die noch gemacht werden müssen. Es ist gar nicht so einfach, mit limitiertem Budget alltägliche Dinge wie Handtücher, Wanduhren und Töpfe einzukaufen.

Nach drei Tagen war dann aber auch wirklich alles geklärt. Ab jetzt kann sie sich ganz auf ihr neues Leben in Deutschland einstellen. Wenn ich daran denke, dass ich nicht alle, aber viele der Gänge für mich in Heidelberg bald selber machen darf, dann resigniere ich ein wenig. Aufschieben sollte ich das aber auf keinen Fall, nicht dass ich am Ende noch eine Strafe zahlen muss. So fühlen sich wohl die ersten Schritte ins Erwachsen-Werden an.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.