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Zwischen Schule & Beruf

Das achte Weltwunder

Autor:
Nadine

Rubrik:
orientieren

03.02.2016

Gerade bin ich von einer Tour zum Milford Sound zurückgekommen, welcher von den Einheimischen auch als „das achte Weltwunder“ bezeichnet wird. Insgesamt haben mein Reisepartner und ich zwei Tage in dieser Gegend verbracht. Am ersten Tag waren wir schon wahnsinnig beeindruckt von den steilen Felswänden, die sich rechts und links von der kleinen Straße, auf der wir uns befanden, in unerreichbare Höhen aufbäumen. Nachdem wir den Homer Tunnel passiert hatten, bot sich uns ein unvorstellbarer Ausblick auf ein weites Tal mit kleinen Wasserfällen. Viel schöner kann es nicht werden, dachten wir.

Für den nächsten Tag war eine Boots-Tour geplant. Da in jedem Reiseführer steht, man habe Milford Sound nicht wirklich gesehen, wenn man nicht mindestens einmal auf dem Wasser gewesen ist, wollten wir uns dies keinesfalls entgehen lassen. Die Nacht vor der Tour haben wir zusammen mit gefühlt 1.000 Sandmücken im Auto verbracht. Wir schliefen jedoch nicht wie gut organisierte Backpacker hinten im Auto auf einer Matratze, sondern vorne auf den Sitzen. Die Rückenlehnen stellten wir so weit es ging zurück, packten unseren Schlafsack aus und versuchten eine Position zu finden, in der uns nicht alle 30 Minuten irgendein Körperteil einschläft. Am nächsten Morgen waren wir also nicht nur etwas geschlaucht, sondern mussten auch noch feststellen, dass unser Wecker nicht geklingelt hat. Wir hatten also verschlafen und kaum noch eine Chance, unser Boot für die bereits gebuchte und bezahlte Tour zu erwischen. Auf der Straße zur Ablegestelle waren dann, wie das Schicksal so spielt, natürlich nur viel zu langsam fahrende Autos vor uns. Als wir dann nach einer ohnehin schon nervenaufreibenden Fahrt an der Ablegestelle angekommen waren, sahen wir nur noch wie unser Boot gerade ohne uns den Hafen verließ. Nachdem wir der netten Dame am Schalter unsere Lage erklärt hatten, durften wir unsere Tour glücklicherweise gegen einen kleinen Aufpreis umbuchen und mit einem späteren Boot mitfahren.

Das schlechte Wetter an diesem Tag hat das ganze Szenario sogar nur noch schöner gemacht. Auf Grund des Regens haben sich bereits nach nur kurzer Zeit die ersten Wassermassen von den Felswänden gestürzt und den Anblick einfach überwältigend schön werden lassen. Nach unserem Ausflug zum Milford Sound kann ich also durchaus sagen, dass er seinen Spitznamen „das achte Weltwunder“ verdient hat.

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