interaktiv

Zwischen Schule & Beruf

Ein bisschen Spontanität muss sein

Autor:
Nadine

Rubrik:
orientieren

20.06.2016

Nachdem ich völlig unerwartet zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, folgte direkt die nächste Überraschung. Entgegen meiner Erwartung sollten wir nämlich nicht in Brisbane selbst arbeiten, sondern hunderte Kilometer entfernt. Und das direkt am kommenden Morgen. Nachdem ich also genau einen Tag in Brisbane verbracht hatte, hieß es für mich wieder Rucksack packen und weiter geht's. Ich glaube sowas passiert einem auch nur in Australien. In Deutschland wäre das Ganze mit Sicherheit nicht einmal halb so spontan, aber dafür besser geplant abgelaufen. Eigentlich hatte ich mich schon auf eine längere Jobsuche eingestellt und darüber informiert, was ich mir in den nächsten Tagen in Brisbane anschauen könnte. Aber manchmal muss man eben einfach spontan sein.

Die Gruppe, mit der ich die kommende Woche verbringen sollte, war total gemischt. Von Australiern, über Neuseeländer, Schotten, einer Polin, zwei Indern und einem weiteren Deutschen war alles dabei. Mit einem gemieteten Kleinbus ging es dann etwa zehn Stunden Richtung Norden bis nach Rockhampton. Hier sollten wir die nächste Woche arbeiten. Nach meinen ersten Tagen als frischgebackener Fundraiser muss ich sagen, dass dieser Job auf jeden Fall angenehmer ist als Telemarketing. Es ist doch um einiges abwechslungsreicher und auch leichter mit den Leuten persönlich zu sprechen. Trotzdem ist es unglaublich schwer, die Leute zu überzeugen, monatlich einen gewissen Betrag an die Agentur zu überweisen, der dann an eines der benachteiligten Kinder weitergeleitet wird. Ich würde vermutlich selbst auch keine Bankdaten an eine fremde Person, die an meiner Tür klopft, herausgeben und mich innerhalb von fünf Minuten dazu bringen lassen, einen monatlichen Vertrag einzugehen, ohne davor wirklich gründlich darüber nachgedacht und mich selbst nochmal informiert zu haben.

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