interaktiv

Zwischen Schule und Beruf

Druck

Autor:
Nina

Rubrik:
orientieren

27.08.2018

Nachdem ich 2013 mein erstes Studium abgebrochen hatte, spürte ich zum ersten Mal wirklich Druck. Was fange ich nun mit meinem Leben an? Ich bin nicht dumm und weiß vor allem, was ich NICHT möchte. Das Problem ist eher, dass ich nie wusste, WAS ich will. Bis heute ist das meine größte Schwäche. Ich habe viele Interessen und Fähigkeiten, sodass einige Berufe infrage kommen würden. Aber dann denke ich: Möchte ich das für den Rest meines Lebens machen? Dabei ist das ja eigentlich nicht wahr. Niemand zwingt mich einen Beruf 50 Jahre lang auszuüben – man kann sich immer wieder verändern.
Nach Abschluss meiner Ausbildung habe ich definitiv Erleichterung gespürt, endlich etwas Handfestes vorweisen zu können – nicht vor meiner Familie, sondern vor allem vor mir selbst. Als ich den Entschluss gefasst hatte, nicht in meinem gelernten Beruf zu arbeiten, entstand wieder Druck – mehr in mir als von außen, auch wenn natürlich einige intervenieren wollten.
Und nun, nach Abbruch meines zweiten Studiums, wird es nicht besser. Ich habe es nicht geschafft, in diesem Jahr noch eine zweite Ausbildung anzufangen und muss nun ein weiteres Jahr überbrücken, in der Hoffnung, dass es dann nächstes Jahr klappt. Ich gehe nun langsam auf die 30 zu, bin nicht verheiratet und habe keine Kinder. Nur eine abgeschlossene Ausbildung, in der ich nicht arbeiten möchte.
Bin ich zu streng mit mir? Niemand sagt, dass ich bis 30 alles erledigt haben und mit beiden Beinen fest im Leben stehen muss. Nur meine kleine, innere Stimme hört nicht auf, mir das immer wieder einreden zu wollen.

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