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Zwischen Schule & Beruf

Rückschläge

Allem, was ich erlebe, ob es nun gut oder schlecht ist, versuche ich etwas Positives abzugewinnen. Manchmal ist das aber gar nicht so einfach – vor allem, wenn man sich Hoffnungen macht und am Ende doch enttäuscht wird.
Ich hatte mich bei zwei Unternehmen auf die Ausbildung zur Lebensmittelfachkraft beworben und nun von dem ersten Betrieb bereits eine Absage erhalten. Ich frage mich, woran es liegt, dass sie mir keine Chance geben wollen. Ich vermute, dass es vielleicht an meinem Alter liegt.
Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mit der Ausbildung noch klappt, stark gesunken. Die meisten Betriebe in Hannover sind nicht für mich geeignet, da es sich in der Regel um Fleischereibetriebe handelt.
Da ich mir aber keinen alternativen Plan überlegt habe, bekomme ich langsam Angst und das ist kein schönes Gefühl. Ich wollte beim zweiten Betrieb nachfragen, was mit meiner Bewerbung ist, schiebe das aber immer wieder hinaus, weil ich befürchte, eine Absage zu bekommen. Dabei ergibt das keinen Sinn. Eine Absage würde ich so oder so bekommen, ob ich nun anrufe oder nicht. Oder sie teilen mir mit, dass das Bewerbungsverfahren noch bis Ende des Jahres dauert. Aber so lange auf heißen Kohlen zu sitzen, wäre auch nicht toll.
Nun weiß ich nicht, was ich machen oder wie ich mich verhalten soll, suhle mich in meiner Unsicherheit und komme aus diesem Tief nicht heraus.

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 5, 2018

Zwischen Schule & Beruf

Zweifel

Immer wieder werde ich gefragt, was ich jetzt machen will, nachdem es mit der Ausbildung nicht geklappt hat. Da kommen dann doch Zweifel auf.
Ist es nun der richtige Weg, den ich gehe? Ich habe früher immer gesagt, dass ich Menschen helfen will. Deshalb habe ich die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten gemacht und geplant, Medizin zu studieren, was ich dann aber wieder verworfen hatte. Nachdem ich von diesem Plan abkam, war ich irgendwann von meinem jetzigen Studium überzeugt, weil es mich interessierte. Aber so wirklich helfen kann ich damit niemanden und auch die Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmittelindustrie geht nicht in diese Richtung, auch wenn man da vielleicht interessante Nahrungsmittel entwickeln oder Menschen eine gesunde Ernährung näher bringen kann, ist es trotzdem nicht das, was ich mir früher vorgestellt hatte.
Ich hatte mir auch mal überlegt, Psychologie zu studieren. Aber das ist ein sehr anspruchsvolles Studium, was ich mit meiner momentanen Einstellung nicht schaffen würde, ebenso wenig wie Medizin.
Doch die meisten anderen Gebiete interessieren mich nicht. Ich weiß nur, was ich nicht will, aber nicht, was ich will – und das bereitet mir große Schwierigkeiten.
Erst einmal werde ich an meinem Plan für nächstes Jahr festhalten, aber mich vielleicht während auch noch anderweitig umschauen – kann ja nicht schaden.
Und was mach' ich jetzt? Mich voll in die Betriebsratsarbeit im Kino stürzen, die ich nun seit Mai machen darf und die mir unheimlich viel Spaß macht. Eine Art von Hilfe ist dies sicher auch.

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 19, 2018

Zwischen Schule und Beruf

Nachhaltigkeit

Ich weiß nicht mehr, wann es bei mir so richtig Klick gemacht hat und ich angefangen habe, über mich und meinen ökologischen Fußabdruck nachzudenken.
Seit vergangenem Jahr lebe ich gemeinsam mit meinem Freund vegan. Anfangs war es nur eine „Challenge“ während der Fastenzeit, keine ernst gemeinte Lebensumstellung. Während dieser Zeit haben wir uns viel informiert, uns Dokumentationen angeschaut und mit ersten Diskussionen umgehen müssen. Die meisten Menschen reagieren mit einer Abwehrhaltung und nicht mit ernsthaftem Interesse auf unsere Lebensweise.
Doch je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigten, desto ernsthafter wurde es uns damit und wir wollten es auch auf andere Lebensbereiche über die Ernährung hinaus ausweiten. Wir versuchten nun auch, weniger Plastik zu nutzen, weniger Müll zu produzieren und auf die Herkunft unserer Klamotten und Nahrungsmitteln zu achten.
Dennoch frage ich mich: Mache ich genug? Warum machen alle anderen so wenig? Warum interessiert scheinbar niemanden, was mit der Welt um uns herum passiert? Wir leben so verschwenderisch, essen jeden Tag Fleisch, kaufen in Plastik verpacktes Gemüse und beschweren uns über steigende Milchpreise, weil die armen Bauern vorm Bankrott stehen. Das finde ich sehr traurig!
Doch es bringt nichts, sich darüber aufzuregen. Ich kann nur mich selbst verändern. Kann ich mit gutem Gewissen so weiterleben, wie ich es gerade tue? Was kann ich noch verändern? Wo kann ich mich selbst noch verbessern? Kleinigkeiten können schon viel ausrichten. Zum Beispiel mal keinen Strohhalm für den Cocktail zu nehmen. Oder beim nächsten Einkauf einfach mal die Plastiktüte für das Obst und Gemüse wegzulassen.

 

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 10, 2018