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100 erste Tage an der Uni

Einmal Kiew und zurück für 100 €

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

25.01.2016

Zwei Wochen bin ich über die Weihnachtszeit durch Polen und die Ukraine gereist. Ich habe Berge erklommen, Borschtsch gegessen und Wodka getrunken. Aber wie habe ich mich eigentlich fortbewegt? Einmal Kiew und zurück mit einem Budget von weniger als 100 Euro für Transportmittel? Eigentlich war das alles ganz einfach. Der Weg ist eben das Ziel.

Zunächst sind wir von Leipzig nach Legnica in Polen getrampt, wo wir eine Freundin besuchten. Innerhalb von Polen legten wir dann auch noch einige Kilometer per Anhalter zurück. Das schöne am Trampen: Man lernt die Einheimischen kennen. Nicht nur junge Couchsurfing-Gastgeber, sondern auch ältere Menschen, die Geschichten erzählen. Die Praxis mit dem Schild hat sich für mich bewährt, alternativ ist es immer gut, an Tankstellen oder Rastplätzen rausgelassen zu werden, da kann man im Notfall immer noch jemanden ansprechen.

Neben dem Trampen haben wir natürlich auch mit dem Bus einige Kilometer gesammelt. In Polen und auch auf der Strecke von Krakau nach Winnyzja in der Ukraine. Letztere Fahrt kostete uns 29 Euro. 19 Stunden haben wir für die Strecke von knapp 700 Kilometern gebraucht. In Polen fuhren wir auf komplett leeren Autobahnen; die Grenzkontrolle ging eigentlich recht schnell. Doch auf einmal war da keine Autobahn mehr, sondern nur noch ukrainische Landstraße. Vereinzelt gab es ein paar Häuschen oder eine verlassene Bushaltestelle am Straßenrand mit kyrillischen Buchstaben, die schon schief hingen. An einer Kreuzung blockierten ein paar aufgebrachte Bauern die Straße, schwenkten die ukrainische und andere Flaggen und ließen niemanden passieren. Bus fahren? Immer ein Erlebnis!

Ebenso erlebnisreich war es, die Ukraine mit dem Zug zu erkunden. Das ist (aus westeuropäischer Sicht!) vor allem eines: billig. Drei Euro kostete uns die vier Stunden lange Fahrt von Winnyzja nach Kiew. Die Nachtzüge verkehren auch am Tag und werden dafür komplett umgebaut. Die Liegen werden zu Tischen oder Sitzbänken unter denen wiederum das Gepäck Platz findet. Die Silvesternacht verbrachten wir im Nachtzug. Die Fahrt von Kiew nach Lemberg kostete uns genauso viel, wie eine Übernachtung in einem einfachen Hostel. Die Abteile konnte man von innen abschließen, es gab Bettwäsche und Decken und Tee. Und bei leichtem Ruckeln des Wagens fanden wir uns innerhalb von Sekunden im Reich der Träume wieder.

Die Rückfahrt nach Deutschland bestreiten wir mit einer Mitfahrgelegenheit. Du willst nun auch mal den Osten erkunden? Na dann los! Die Straße wartet auf Dich!

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