zum Inhalt

Kopfbereich

interaktiv

Hauptbereich

100 erste Tage an der Uni

Im Gespräch mit Béla Réthy

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

27.05.2016

Angesichts des Leipziger Journalistenforums kam der berühmte ZDF-Fußballkommentator Béla Réthy an die Universität. Der Hörsaal war natürlich bis zum Bersten gefüllt. Im Gespräch mit Béla Réthy, das von zwei jungen Studentinnen moderiert wurde, ging es selbstverständlich ganz viel um Fußball. Es war großartig, den Humor des Star-Journalisten einmal live zu erleben. Er sagte Sätze wie: „Das ist undankbar, Jürgen [Klopp] nach einer Niederlage zu begegnen, dann sieht er aus wie ein Alligator, der nicht gegessen hat“ oder „Ja, in Mathe hatte ich ne 5 im Abi und trotzdem habe ich Karriere gemacht.“

Auf die Frage, warum Menschen immer noch Fußball gucken würden, antwortete er, dass es nach wie vor der Reiz des Augenblicks sei, der den Sport ausmache, auch wenn die Sportart sich mit der Zeit natürlich verändert habe und schneller und athletischer geworden sei. Dennoch gab es auch Kritik von Béla Réthy, der seit 45 Jahren in Deutschland lebt, aber in Ungarn geboren wurde, und die ersten Jahre seines Lebens in Brasilien verbrachte. So drückte er zwar seine Freude darüber aus, dass Leipzig mit Red Bull Leipzig nun einen Verein hat, der in die erste Liga aufsteigen wird, kritisierte jedoch auch, dass der Fußball immer kapitalistischer werde.

Er erzählte zudem einige lustige Anekdoten aus seinem Job: Zum Beispiel über den Bildausfall bei der EM 2008 oder die verlorenen Notizen beim EM-Endspiel Deutschland gegen Tschechien 1996, die er in der Not spontan aus dem Kopf auf einen fettigen Pizzakarton niederschrieb.

Auf die Frage, wer denn wohl Europameister 2016 wird, musste er nicht lange überlegen. Und vielleicht kommt es ja wirklich so und in einem Monat wird aus Millionen von Fernsehern in Biergärten, auf Balkonen und in Wohnzimmern die Stimme eines gewissen ungarisch-brasilianisch-deutschen Sportjournalisten rufen: „Das ist es! Das ist es! Deutschland ist Europameister 2016!“

Diesen Artikel teilen