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100 erste Tage an der Uni

Mit alten Zweifeln ins neue Jahr?

Autor:
Noelle

Rubrik:
studium

13.01.2014

Es ist Nachmittag, die Sonne scheint. Ich sitze im Café Central meiner Uni und höre Musik. Trotzdem höre ich die Stimmen der Studentinnen am Nebentisch, die sich über ihren Neujahrsvorsatz unterhalten, endlich mehr Sport zu machen. Das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt und vermutlich ist es ein bisschen früh, die erste Zwischenbilanz zu ziehen. Trotzdem kommt es mir vor, als hätte sich alles geändert – und auch wieder nicht. Das klingt nicht nur kompliziert, das ist es auch.

Manchmal frage ich mich, wie andere Studenten so in ihren WGs wohnen – und vor allem mit wem. In Bonn habe ich ja kurzzeitig mit zwei völlig Fremden zusammengewohnt und ich könnte mir niemals vorstellen, auf Dauer so zu leben. Es gibt schließlich immer irgendeinen Grund, um aneinander zu geraten, ob es nun das verdreckte Flusensieb ist oder der Müll, der überquillt. Bisher habe ich ja nur in höchsten Tönen über meine Mädels-WG gesprochen, aber inzwischen habe ich das Gefühl, dass das Problem gerade darin bestehen kann, dass man sich zu gut kennt.

Seit gut drei Monaten wohnen wir vier nun in unserer Studentenbude und bisher hätte es nicht besser laufen können. Es gab weder Streit darüber, wer zuerst ins Bad darf, noch wer als nächstes den Vorrat an Klopapier aufstocken muss. Alles schien perfekt – doch vielleicht war das ja ein wenig zu viel eitel Sonnenschein?

Manchmal muss einfach eine Bombe platzen, doch wieso müssen es gerade unsere engsten Freunde sein, die diese Lawine ins Rollen bringen? Es heißt, ein Freund ist ein Mensch, der dich mag, obwohl er dich kennt. Hm, leider bedeutet das auch, dass ein Freund deine schlimmsten Macken kennt und somit genau weiß, wie er dich verletzen kann. Und da sind sie wieder, die Selbstzweifel. Irgendwas muss schließlich dran sein an den Dingen, die einem die beste Freundin an den Kopf knallt, oder?

Inzwischen sind gut zwei Wochen seit unserem freundschaftlichen GAU vergangen und das Leben in der WG fühlt sich für mich auf einmal irgendwie angespannt an. Manchmal sollte man wahrscheinlich vorsichtig mit seinen Lobhudeleien sein, denn die Dinge ändern sich viel schneller, als man denkt. Ein klärendes Gespräch muss her, das weiß ich, aber eigentlich hasse ich solche Dinge. Ich kann besser schreiben als reden. Das weiß auch meine Freundin und somit hatte sie einen weiteren meiner wunden Punkte getroffen. Aber egal, wie das ausgehen wird, eine Sache habe ich mir geschworen: Mein Neujahrsvorsatz wird sein, nicht mit den alten Zweifeln weiterzumachen.

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