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100 erste Tage an der Uni

Vom Mitfahren (Teil 2)

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

25.08.2015

Munter fahren wir weiter und kommen gut voran. Irgendwann, vielleicht eine Stunde nach Hamburg, vielleicht zwei: Die Fotografin neben mir schläft, die Medizinstudentin vor mir liest ihren London-Reiseführer. Klingeln Fotografinnentelefon. Sie ist sofort hellwach. „Was? Feuerwehr!? Oh Gott! Polizei!? Kann nicht einmal alles gut gehen! Herd! Was hat der nur wieder gemacht!?“ In ihrer Wohnung hatte es wohl ein wenig geraucht und die Nachbarn haben die Polizei gerufen. Sie nimmt es mit Humor. Die Feuerwehr wäre schon drinnen gewesen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Nun sind sie alle wieder hellwach. Wir fahren den Parkplatz mit dem schönen Namen „Am Bierberg“ zu einer Pause an, bevor sich Daniel wieder mit Kupplung und Gas in den Kampf mit den Staus wirft. Gegen 19 Uhr laufen wir in Frankfurt ein. Wir werden am Bahnhof rausgeschmissen und verabschiedet mit den Worten „Bis bald vielleicht mal wieder!“ Bis bald, Daniel!

Die anderen beiden Fahrten lege ich dennoch wieder mit dem Zug zurück. Nicht, weil mir das Mitfahren keinen Spaß gemacht hätte, sondern weil einfach keiner auf meinen Strecken fährt. Oder weil mein Koffer zu groß für einen Renault-Clio-Kofferraum gehalten wird. So fahre ich eben mit der Bahn, strande kurzzeitig wegen Verspätungen und Klimaanlagenausfällen auf der Hinreise nach Heidenheim in Ulm und auf der Abreise nach Halle in Nürnberg. Doch das stört mich weniger, als im Stau zu stehen. Ich entdecke beim Umsteigen spätabends in Naumburg einen grandiosen, neuen Dönerladen mit dem Namen „Express Pizza“ und dem Slogan „Italienische, Griechische, Indische, Thailändische und Internationale Spezialitäten“ und im Ersatzzug lerne ich einen Australier kennen, der gerade eine Europatour macht. Und durch das Ausfüllen des Fahrgastrechteformulars kriege ich später sogar 50 Prozent vom Kaufpreis zurück – ein richtiges Schnäppchen sozusagen.

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