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Bachelor live

Auf dem Festival

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

11.10.2017

Sommer 2017. Festivalsaison. Und auch ich besuchte zum ersten Mal eines – natürlich in Tschechien.
Das Povalec-Festival lädt seit elf Jahren allsommerlich in die Nähe des kleinen westböhmischen Dorfes Valec bei Karlovy Vary. Der Eintritt ist günstig, man zahlt, was man eben will, umgerechnet 12 Euro sind empfohlen. Als Deal kauft man dafür seine Getränke auf dem Areal.
Das Erfolgsrezept eines jeden Festivals habe ich schnell verstanden: Man hat einen Haufen guter Abende, mit einem Haufen guter Leute und viel Musik – vier Tage lang ohne Unterbrechung. Man ist gewissermaßen eingesperrt auf dem Areal, kann sich nicht aus dem Weg gehen, lernt sich kennen.
In Valec läuft das genauso ab – nur ein bisschen anders. Neben Musik der verschiedensten Genres gibt es auch ein Open-Air-Theater, Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und Kunstausstellungen im Schloss, in dem der Putz bröckelt und die Treppen eingefallen sind – das deshalb von seinem Charme aber nichts verloren hat.
Eines meiner Highlights ist das Lachyoga-Seminar. Ein junger Mann mit einem Dauerlächeln erklärt uns, wie unser Lachen funktioniert und was uns zum Lachen bringt. Dann erzählt er Witze. Die Gruppe macht mit. Wir spielen Propellerflugzeug und laufen über die Wiese, lachen über Nichts und am Ende alle im Chor, bis es wehtut.
Besonderheit am Povalec-Festival ist nicht nur sein umfangreiches Programm – das können mit Sicherheit auch andere bieten – sondern die Nähe zum Dorf Valec, in dem eben einmal im Jahr alles ein wenig anders als sonst abläuft. Die Dorfkneipe hat zwei Stunden länger geöffnet, ein alter Gutshof ist zu einem hippen Café umfunktioniert und im kleinen Minimarkt steht die Schlange an der Kasse bis raus auf die Straße, da sich die Festivalbesucher hier mit Lebensmitteln und allem Weiteren eindecken.
Am Sonntag reisen alle wieder ab. Auch ich. Müde, mit dem dringenden Bedürfnis zu duschen – und der Gewissheit, nächstes Jahr wieder zu kommen.

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