zum Inhalt

Kopfbereich

interaktiv

Hauptbereich

Bachelor live

Vienne calling I

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

16.08.2017

„Hello, Vienna calling“, sang schon Falco. Ich folgte seinem Ruf und machte mich auf in die großartige Stadt an der Donau. Manchmal bekommt man hier das Gefühl, die Einwohner würden allesamt in Palästen wohnen, immer Hüte tragen und tatsächlich den Fiaker, also die Kutsche, nutzen, um von A nach B zu gelangen.
In Wien ist kulturell viel geboten. Eine Fotoausstellung zeigt die Entwicklung Wiens der vergangenen 40 Jahre in Pressefotografien. Spannend, dass da keine „Wende“ vorkommt. Das Volxkino lädt den ganzen Sommer über zu kostenlosen Open-Air-Filmvorführungen an verstecken Orten ein. Das mumok ist einer der pompösen Bauten im Museumsquartier, ein Tempel für moderne Kunst. Die Ausstellung zur feministischen Avantgarde der 70er-Jahre ist sehr interessant, schön sind die Exponate jedoch nicht. In einem Raum läuft ein dreizehneinhalbstündiges Video, das einen Plattenspieler beim Spielen grandioser Songs zeigt. Aber so lang hält man es nicht aus, auf den gefühlten 70 Stockwerken voller Input.
An anderen Ecken ist Wien wunderbar bodenständig und authentisch. Und jene Orte sind es dann auch, die im Kopf bleiben. In Danas Imbiss, einem kleinen Wohnwagen, gibt es Schnitzel und Pommes für 3,20 Euro. Hier sitzt die Nachbarschaft beisammen. Am Nebentisch unterhalten sich die tschechischen Bauarbeiter und trinken ihr Feierabendgetränk. Tschechische Nachnamen liest man noch heute überall in der Stadt, man hört reichlich slawische Sprachen in den Straßen, die Geschichte Tschechiens, das ja bis 1918 Teil Österreich-Ungarns war – man spürt sie noch heute. In Danas Imbiss trinkt man Bier oder einen „G’spritzten“. Letzteres ist das Sommergetränk der Österreicher, Wein mit Soda. Je nach Wahl gibt es ihn mit Rot- oder Weißwein, serviert wird er in 0,25-Liter-Henkelgläsern, ungefähr wie ein kleines Bierglas – und das heißt hier „Seidel“.

Diesen Artikel teilen