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Barrierefrei studieren?: Das gute Geld und was daraus folgt (Teil 2 von 2)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

23.04.2010

Die zweite Alternative wäre gewesen, mit dem Verlag zu verhandeln. Warum auch nicht? Ich bin nicht irgendeine Praktikantin. Als Buchwissenschaftsstudentin habe ich Marktkenntnisse und weiß auch, wie ein Manuskript zum Buch wird, bin also mit den Abteilungen und Arbeitsabläufen eines Verlages - zumindest in der Theorie - vertraut. Hinzu kommt, dass das Praktikum, wenn ich es denn angenommen hätte, unbezahlt gewesen wäre. Ich hätte allerdings eine konkrete Aufgabe ausführen und somit dem Verlag doch ein Stück weit Arbeit abnehmen sollen. Was ja auch der Sinn eines Praktikums ist: geben und nehmen. Der Betrieb gewährt Einblicke in die inneren Strukturen, der Praktikant hilft mit, im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten. Nur hätte ich das aus meiner Position heraus nicht zwangsläufig ohne Entgelt tun müssen.

Anders ausgedrückt, hätte ich dem Verlag anbieten können, für die Dauer des Praktikums in eine der überteuerten Wohnungen zu ziehen – unter der Voraussetzung allerdings, dass sich die Praktikumsstelle an den, für mich entstehenden Unkosten beteiligt, sodass die Mietzahlungen, die ich selbst noch zu leisten habe, in einem finanziell annehmbaren Rahmen bleiben.

Mit wem spricht man als Praktikant über solche Dinge? Mit der Personalabteilung? Der Geschäftsführung? Oder spricht man überhaupt nicht darüber?

Ich jedenfalls habe es nicht getan, zumal ich auf diese Alternative erst aufmerksam geworden bin, nachdem beide Seiten das Praktikum endgültig abgesagt hatten.