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Barrierefrei studieren?: Datenübertragung

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

28.07.2010

Wie viele Hausarbeiten habe ich im Laufe meines Studiums eigentlich geschrieben? Wie viele Dozenten hatten die Aufgabe, eine von ihnen zu korrigieren? Und dann erfolgten die Rückmeldungen: Meistens wurde die Hausarbeit inklusive Schein und Anmerkungen im Sekretariat hinterlegt, wo ich sie später abgeholt habe. Das ist das übliche Verfahren.

Der Student liest dann, was der Dozent zu seinen Bemühungen zu sagen hatte und wie er auf die Note gekommen ist. Die blinde Studentin lässt es sich vorlesen. Von Freunden. Von der Familie. Oder von Dozenten, die berücksichtigen, dass ich ihre Notizen selbst nicht lesen kann. In einer Sprechstunde gehen sie meine Fehler mit mir durch und tragen mir ihr Fazit vor. Einer von ihnen kam auf die Idee, mir den Abschluss-Kommentar zu mailen, damit ich ihn auch selbst einsehen könnte. Und ein anderer wusste nun, dieses Entgegenkommen noch zu übertreffen.

Ich bin erstaunt, dass keiner vor ihm auf diesen Gedanken gekommen ist, obwohl der doch so nahe liegt. Nicht einmal ich hätte daran gedacht. Und ich bin begeistert, weil der Dozent sich eine solche Mühe gemacht hat: Jede noch so kleine Anmerkung, die er während des Korrigierens irgendwo an den Rand einer Seite geschrieben hat, hat er später in die Tastatur getippt und mir als Mail zugesendet. Also auf eine Weise übertragen, dass ich mir auch die Details ohne fremde Hilfe erschließen kann. Alles eben. Und ich freue mich darüber – über die Idee ebenso, wie über die spontane Umsetzung.