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Barrierefrei studieren?: Hilflos?

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

31.03.2010

Krank zu werden, das ist natürlich immer lästig. Als besonders ärgerlich habe ich es aber während meines Praktikums empfunden. Da war ich schon einmal in Leipzig, um die Deutsche Zentralbücherei für Blinde besser kennen zu lernen und dann fesselte mich irgendein nerviger Infekt ans Bett. Damit nicht genug, stand ich zudem vor der Herausforderung, einen Arzt aufsuchen zu müssen. Was in einer fremden Stadt schon ohnehin etwas unangenehm, für mich als Blinde aber doppelt schwierig ist.

Ich ließ mir einen guten Allgemeinmediziner empfehlen, bestellte ein Taxi und fuhr los. Die Praxis des ausgewählten Doktors ist tief in einem Einkaufszentrum versteckt. Selbst der Taxifahrer, der mich, zu meinem Glück, bis vor die Tür führte, hatte Schwierigkeiten, sich dort zu orientieren.

Und nach der Untersuchung und dem Ausstellen des Krankenscheins musste ich natürlich wieder zurück.

Inzwischen hatte ich erfahren, dass die nächste Straßenbahnhaltestelle nicht weit entfernt lag.

„Gibt es jemanden im Haus, den Sie rufen könnten, damit er mich zur Straßenbahn bringt?“, fragte ich daher die Sprechstundenhilfe.

„Nein.“

Ich wartete, aber mehr kam nicht. Kein Versuch, mir zu erklären, wie ich den Weg finden könnte. In solchen Momenten ist man nicht nur behindert, sondern vor allem fühlt man sich dann auch so!

Nach kurzem unangenehmen Schweigen bot ein anderer Patient an, mich zur Straßenbahn zu begleiten.

Als Nächstes musste ich eine Apotheke finden, um mir ein sprechendes Fieberthermometer zu besorgen.