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Barrierefrei studieren?: Orientierungslos (Teil 3 von 3)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

03.12.2010

Da stand ich dann und der Weg zur Bushaltestelle hatte sich mir noch nicht so weit eingeprägt, dass ich mich wirklich sicher gefühlt hätte. Hinzu kam, dass ich ihn nicht vor sieben, sondern vor vierzehn Tagen zuletzt abgelaufen war. Und was ich, jedenfalls zu Beginn, nicht regelmäßig wiederhole, vergesse ich schnell ...

Ich habe es aber geschafft! Nur einmal musste ich unterwegs jemanden fragen – und das nicht aus Unwissenheit, sondern einfach nur, um mich zu vergewissern, ob ich mich richtig erinnerte. Danach war ich, obwohl ich ja eigentlich keine große Leistung vollbracht hatte, beinahe ein bisschen stolz auf mich. Zugleich weiß ich aber auch, dass das wohl kaum die letzte Hürde dieser Art gewesen sein wird. Wie schön wäre es doch, denke ich daher mit einem Seufzer, wie schön wäre es, an einer Campusuni zu studieren. Bisher habe ich nur die in Mainz besucht und mir gefällt, wie praktisch so ein Campus organisiert ist. Für einen Blinden bedeuten derartige Gegebenheiten auf jeden Fall eine Erleichterung.

Dies wird mir umso mehr bewusst, wenn ich an die Räumlichkeiten der Erlanger Buchwissenschaft denke ...  Waren es fünf Anlaufstellen, über die sich die Büros der Dozenten bis vor kurzem verteilt haben? Oder noch mehr? Inzwischen sind sie auf zwei reduziert worden. Das bedeutet zwar, dass ich wieder einen neuen Weg lernen muss – aber besser nur einen als mindestens vier. Und sicherlich findet sich wieder ein Kommilitone, der mich damit vertraut macht.