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Barrierefrei studieren?: Wer bin ich und was kann ich werden? (Teil 1 von 2)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

15.02.2010

Welche Berufsperspektiven hat eine blinde Studentin? Die Buchwissenschaft ist ein weites Feld mit vielen Möglichkeiten. Auch für die Politische Wissenschaft kann man das behaupten. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – bin ich stark verunsichert.

Ich habe noch lebhaft die Stimme eines Dozenten im Ohr: „Es gibt doch Bibliotheken für Blinde. Könnten Sie nicht vielleicht dort ...?“

Ja, vielleicht. Tatsächlich absolviere ich im März ein vierwöchiges Praktikum bei der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB). Dort werden Brailletitel produziert und Audio Books aufgesprochen. Ich bin ehrlich gespannt darauf, die Einrichtung näher kennen zu lernen.

Und außerhalb des Blindenwesens?

Mein Traum war immer, Journalistin zu werden. Sportjournalismus wäre besonders reizvoll. Aber hier einen Fuß in die Tür zu setzen, dürfte sich als ausgesprochen schwer erweisen, zumal ich, abgesehen von ein paar freiwillig besuchten Publizistikkursen, über keinerlei journalistische Ausbildung verfüge.

Weiterhin fühle ich mich von dem Gedanken angezogen, ein Volontariat in einem Verlag zu machen. Die Plätze sind da natürlich auch begrenzt. Und die Konkurrenz ist sicherlich groß. Da ich selbst auch Romane schreibe, wünsche ich mir eine Stelle in einem Belletristiklektorat. Schließlich ist das Lektorat für die Autorenakquise und -bindung zuständig. Außerdem sollten Lektoren über beste Englischkenntnisse verfügen und die alte wie neue Rechtschreibung beherrschen. Alles Dinge, die man einüben kann.