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Praktikum im Studium

Zukunft beim Fernsehen?

Autor:
Bo

Rubrik:
studium

28.05.2018

Bei meinem Praktikum komme ich täglich in Berührung mit unterschiedlichen Menschen, zum Beispiel Kameraleuten, Redakteuren, Cuttern, Sekretärinnen und Wachtmeistern. Eines haben sie aber alle gemeinsam: Keiner rät zu einer Karriere im Journalismus.
Dabei steht das Können gar nicht zur Debatte, sondern die schlechten Arbeitsbedingungen und schwindenden Karrierechancen. Alleinstehende Kollegen sagen mir, dass es kaum möglich ist, Journalismus und Familie unter einen Hut zu bringen. Schließlich muss man oft am Wochenende doch noch ein Dienst übernehmen und ein gemeinsames Abendessen sausen lassen oder der langgeplante Familienausflug fällt wegen dringender Nachrichten ins Wasser. Der Beruf des Journalisten ist ein unsteter Beruf voller unbezahlter Überstunden und ständigem Absagen.
Im hintersten Winkel meines Oberstübchens merke ich das ja selbst schon, wenn wir diesen Samstag wieder spontan mindestens sechs Stunden drehen werden, inklusive Anfahrt, Aufbau und Rückfahrt sogar eher acht Stunden. Ein Treffen mit einer Freundin musste ich daher leider absagen.
Das alles wird aber natürlich nur dann später zum Problem für mich, wenn ich als angehende Journalistin überhaupt einen Job bekomme. Eine Festanstellung ist heute wohl reine Utopie. Natürlich sollten Hindernisse dem eigenen Zukunftstraum nicht im Wege stehen. Aber wenn man ständig solche Dinge hört, kommen schon einige Zweifel auf – besonders, wenn Kameraleute und Redakteure, die mir sehr wohl gesonnen sind und mich schätzen, mich vor der Perspektive Journalismus warnen. Obwohl ich jetzt erst 21 Jahre alt bin, weiß ich, dass die eigene Familie Priorität in meinem Leben hat. Meine persönliche Horrorvorstellung ist es, mit 45 Jahren abends in eine verlassene, dunkle Wohnung heimzukommen.

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