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Studieren im Ausland

Digital detox 1 - Echte soziale Netzwerke

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

08.06.2018

Neulich fragte mich jemand, ob wir denn eigentlich „befreundet“ wären. Ich war verdutzt ob dieser direkten Frage, stotterte herum. Dann stellte sich heraus, dass er nur diese Scheinfreundschaft im blauen Ozean des Internets meinte.
Es ist 2018. Ich erinnere mich noch, wie ich vor 15 Jahren mein erstes Handy benutzte. Das hatte noch das Spiel „Snake“. Mit in die Schule genommen habe ich es nie. Nur ab und an mal eine SMS versendet. Dann kam das Netzwerk schüler.cc. Vor sieben Jahren das erste Smartphone – andauernd abgestürzt das Mistteil. Ich war in so gut wie jedem sozialen Netzwerk angemeldet. Postete tatsächlich alles. Vor vier Jahren begann ich, einen bewussteren Umgang mit Medien und Kommunikationsmitteln zu pflegen.
Als ich mich 2014 von Facebook abmeldete, war das schon ein Schritt. Doch ich vermisste es nur kurz. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, dort angemeldet zu sein. Veranstaltungstipps brauche ich keine, mein Kalender ist voll. Auf eine mit Werbung überschwemmte Nachrichtenplattform kann ich ebenso verzichten. Wenn mich jemand sprechen will, ruft er mich an, schreibt eine SMS oder eine E-Mail.
Klar, nicht auf Facebook zu sein, ist gerade bei Gruppenarbeiten manchmal hinderlich, doch bisher fand sich immer eine Lösung. Und auch im Studium und der neuen Stadt fand ich schließlich auch ohne das blaue Netzwerk Anschluss.
Zumeist wird es positiv aufgenommen, dass ich nicht bei Facebook bin. „Nicht schlecht, ich würde mich da auch gerne abmelden, aber ich kann nicht“, entgegnen aber die meisten. Wenn ich dann auch noch sage, dass ich kein WhatsApp habe, fragt mich manch einer: „Existierst du überhaupt?“ Und ich sage: „Ja, ich stehe doch vor dir!“ Häufigstes Argument, sich nicht bei Facebook und Co. abzumelden, ist, dass man dort mit so vielen Menschen in Kontakt ist. Doch eben das ist es, was mein Punkt dagegen war und ist. Mittlerweile unbekannte Klassenkameraden aus der Grundschule? Flüchtige Kneipenbekanntschaften? Viel lieber verbringe ich reale Zeit mit realen Menschen in meinem jetzigen Umfeld. Ich informiere diejenigen über die Dinge, die mich bewegen und über die ich auch tatsächlich informieren will.

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