orientieren

Beratungsprotokoll: Orientierungsphase

Vom Wunsch zur Wirklichkeit

Einen Beruf zu wählen ist eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Häufig fällt es nicht leicht, diese Entscheidung zu treffen – auch wenn man klare Neigungen und Interessen mitbringt. Die Berufsberaterinnen und -berater der Arbeitsagenturen helfen, gemeinsam Ideen zu entwickeln. Wie das aussehen kann, schildert Christoph Kremer, Berater bei der Agentur für Arbeit Wiesbaden.

Beratungssituation im BIZ Leipzig

Manchmal sind mehrere Termine bei der Berufsberatung nötig, bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Alina, eine Schülerin der Jahrgangsstufe 12, meldete sich bei mir zum Erstgespräch. Ihre schulischen Leistungen sind gut, Naturwissenschaften liegen ihr allerdings weniger. Sie interessiert sich für Kunst, liest und schreibt gerne und ist sozial engagiert. Der Kontakt zu Menschen ist ihr wichtig. All das würde sie beruflich am liebsten verbinden.

Mit solchen Fragen zur allgemeinen Orientierung habe ich häufig zu tun. Ich versuche hier, behutsam vorzugehen, die Erwartungen zu berücksichtigen und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern realistische Vorschläge zu erarbeiten. Im Berufsleben lassen sich meist nicht alle Wünsche erfüllen. Auf einer starken persönlichen Motivation aufzubauen, ist aber sehr hilfreich. Häufig ergeben sich Möglichkeiten, an die die Schüler bisher nicht gedacht hatten.

Mit Alina bespreche ich verschiedene Ansatzpunkte. Wir schauen uns mögliche Studiengänge an, da sie gerne studieren möchte: Lehramt, Kunsttherapie oder Soziale Arbeit. Die Anforderungen und Inhalte erkläre ich ihr anhand der Modulhandbücher der Hochschulen. Nun muss Alina selbst herausfinden, was für sie das Richtige ist. Ich zeige ihr das Buch „Studienwahl“ und das zugehörige Onlineportal studienwahl.de. Vor allem Check-U, das Erkundungstool lege ich ihr ans Herz, um zu prüfen, welche Studienfelder zu ihr passen. Wir verabreden ein Folgegespräch.

Schritt für Schritt Ideen entwickeln

Ein Porträt-Foto von Christoph Kremer

Christoph Kremer

Zum Anschlusstermin bringt Alina die Ergebnisse von Check-U mit: Aus den empfohlenen Studienfeldern können wir schnell die interessantesten herausfiltern – etwa das Sozialwesen in verschiedenen Ausrichtungen und Germanistik. Im nächsten Schritt schauen wir uns beispielhaft passende Studiengänge an der Hochschule RheinMain und der Uni Frankfurt an, denn Alina will nah an ihrem Wohnort studieren. Ich zeige ihr Informationsfilme im BERUFE.TV zu den jeweiligen Studiengängen und Berufsbildern.
Ein wichtiges Thema sind die Berufsperspektiven. Alina liegt an einer guten Absicherung, was die Beschäftigungsmöglichkeiten und die Gehaltsaussichten angeht. Ein Germanistikstudium ist für sie eher nicht die beste Lösung, da der Berufsweg nicht klar vorgezeichnet ist. Da braucht es etwas Mut, sich auf Ungewissheit einzulassen.

Konkrete Entscheidungshilfe geben

Weiterführende Links und Stellenvorschläge für duale Studiengänge im sozialen Bereich gebe ich ihr mit auf den Weg. Da dual Studierende bereits einen Vertrag mit einem Arbeitgeber haben und der Praxisbezug im Studium sehr hoch ist, gelingt der Berufseinstieg nach Studienabschluss häufig gut. Das kommt ihrem Wunsch nach Sicherheit entgegen. Nun ist Alina gefragt: Sie muss die verschiedenen Möglichkeiten weiterverfolgen und ihre Entscheidung treffen. Ich gebe ihr dazu weitere Informationsmaterialien mit wie einen Flyer der Hochschule RheinMain. Und ich verweise sie auf die Studienberatung Soziale Arbeit dort.

Die Vorschläge, die wir entwickelt haben, überraschen die Schülerin: die Studien- und Berufsmöglichkeiten im Sozialwesen waren ihr nicht bekannt beziehungsweise dachte sie nicht, dass sie zu ihr passen könnten. Sie hat nun klar umrissene Vorstellungen, die sie begeistern. Ich bin gespannt, welche weiteren Fragen Alina zum nächsten Termin mitbringt. Vielleicht hat sie sich bis dahin schon entschieden.

abi» 04.11.2019

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