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Salut la France

Detailaufnahme von der französischen Stadt Troyes.
Die Stadt Troyes glänzt mit ihrer wunderschönen Altstadt.
Foto: privat

Europäisches Solidaritätskorps

Salut la France

Für Hanna Krusch (19) stand nach einem Schüleraustausch mit Frankreich bereits in der 9. Klasse fest, dass sie hier einmal länger leben möchte. Seitdem ist sie fasziniert von der französischen Sprache und Kultur. Nach dem Abitur hat sie sich diesen Traum erfüllt und arbeitete im Rahmen eines zehnmonatigen Freiwilligendienstes in einem Sozialzentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Troyes.

Mit den Zielen, nach dem Freiwilligendienst ihre Französischkenntnisse verbessert und vielleicht auch einen passenden Studiengang gefunden zu haben, startete die junge Frau im Oktober 2018 ihre Reise nach Frankreich. Das Besondere an Troyes? „Natürlich die wunderschöne Altstadt mit der Kathedrale und der Basilika“, schwärmt Hanna Krusch. Ihr Arbeitsplatz befand sich in der Kleinstadt Arcis-sur-Aube, ungefähr 30 Kilometer entfernt von Troyes. „Aufgabe dieser Sozialzentren in Frankreich ist es, die Anwohner in ländlichen Gegenden mit verschiedenen Aktivitäten zu fördern“, erklärt sie.

Herausforderungen im Arbeitsleben

Ein Portraitfoto von Hanna Krusch.

Hanna Krusch

Foto: privat

Am Anfang gestaltete sich die Aufgabenverteilung etwas schwierig. Denn genau am ersten Arbeitstag von Hanna Krusch verließ der langjährige Leiter das Sozialzentrum. Daraufhin mussten alle Aufgaben neu verteilt werden. Nach einiger Zeit stand ihr Tätigkeitsbereich dann aber fest. „Ich war für den Computerkurs für Senioren sowie für einen Bastel- und einen Zeichenkurs verantwortlich. Zudem habe ich bei der Hausaufgabenhilfe für Kinder mitgeholfen“, erzählt die junge Frau. Eine weitere Aufgabe war die Beaufsichtigung der Kinder in einer Spielebibliothek. Ähnlich wie eine Bücherei ist diese mit verschiedenen Spielsachen ausgestattet. Die Kinder haben dort die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen Spiele auszusuchen und diese mit ihren Betreuern zu spielen.

„Es ist nicht leicht, eigene Kunst- und Computerkurse zu organisieren – vor allem, wenn man das in einer Fremdsprache tun muss. Das kann bei der Verständigung mit den Kollegen auch mal zu Problemen führen“, erinnert sich Hanna Krusch. „Aber mein Aufgabenfeld war so vielfältig“, schwärmt sie. Und nebenbei blieb noch genügend Freizeit: „Montags und Freitagnachmittag hatte ich oft frei. Arbeitszeittechnisch konnte ich mich wirklich nicht beschweren“.

Aufwändiges Bewerbungsverfahren

Bis Hanna Krusch ihre Stelle gefunden hatte, hat es mehrere Monate gedauert. „Als erstes muss man sich über das europäische Jugendportal bewerben. Man braucht eine Entsendeorganisation in Deutschland, die für die bürokratische Abwicklung zuständig ist“, erklärt die junge Frau. Hanna Kruschs Entsendeorganisation, die Vereinigung Junger Freiwilliger mit Sitz in Berlin, unterstützte sie dann bei der Suche nach einer Aufnahmeorganisation und einem Projekt in Frankreich. Mittlerweile heißt der Europäische Freiwilligendienst Europäisches Solidaritätskorps (ESK), am Bewerbungsverfahren hat sich aber nichts geändert.

Viele positive Erkenntnisse

Mit vier anderen Freiwilligen – aus Tunesien, Spanien und der Türkei – lebte Hanna Krusch während ihres Freiwilligendienstes in einem Haus, in dem Frauen und Männer in getrennten Wohnungen untergebracht waren. „In der Gruppe hat wirklich alles ganz wunderbar funktioniert. Wir haben zusammen gekocht, uns andere Städte in der Umgebung und verschiedene Natur- und Nationalparks angeschaut.“ Vor allem die neuen Freundschaften und das Zusammenleben mit unterschiedlichen Nationalitäten haben ihr einen neuen Blick auf viele Dinge gegeben.

Für Hanna Krusch waren die zehn Monate eine tolle Erfahrung, die sie – wie erhofft – auch ihrer Studienentscheidung näher brachte. „Ich konnte die Auszeit bestens nutzen, um mir Gedanken über meine Studienwahl zu machen, habe ein Französischdiplom der Niveaustufe C1 abgelegt, Abstand von zu Hause gewonnen und praktische Erfahrungen gesammelt“, freut sie sich.

Zurück in Deutschland beginnt die 19-Jährige nun ihr Psychologiestudium in Bamberg. „Während dem Freiwilligendienst habe ich gemerkt, dass ich sehr gerne mit Menschen arbeite“, begründet sie die Entscheidung. Aktuell kann sie sich sehr gut vorstellen, noch einen weiteren Freiwilligendienst zu leisten „In Frankreich gibt es den Service Civique. Das ist ähnlich wie ein FSJ. Man kann den Dienst bis zum 25. Lebensjahr machen. Das käme für mich tatsächlich in Frage“, sagt sie und fügt hinzu: „Die Zeit nach dem Studium würde sich dafür perfekt anbieten.“

Das ESK und seine Voraussetzungen

Das Europäische Solidaritätskorps ermöglicht es jungen Menschen, sich freiwillig für ein soziales und vielfältiges Europa einzusetzen. Wer teilnehmen möchte, muss zwischen 18 und 30 Jahre alt sein. Außerdem braucht man die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes oder eines der folgenden Partnerländer: Island, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen, Türkei, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Republik Kosovo, Montenegro, Serbien, Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Republik Moldau, Ukraine, Weißrussland, Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästina, Syrien, Tunesien, Russische Föderation, oder muss sich rechtmäßig dort aufhalten. Eine Zusage von einer Entsende- und einer Aufnahmeorganisation sind notwendig für ein ESK.
Das ESK wird von der EU gefördert. Die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung, Versicherungen und Schulungen/Seminare werden für die Dauer der Aktivität übernommen. Außerdem erhalten die Freiwilligen Taschengeld für persönliche Ausgaben und kostenlose Online-Sprachkurse. Der gesetzliche Anspruch auf Kindergeld bleibt während des Aufenthalts weiterhin bestehen. Am Ende erhält jeder Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung.

 

www.solidaritaetskorps.de

 

Weitere Informationen

Raus von Zuhaus

www.rausvonzuhaus.de

 

Europäisches Jugendportal

www.europa.eu/youth/EU_de

abi>> 01.11.2019