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Heute hier, morgen da

Modell einer Passagiermaschiene vor einer Weltkarte.
Das sogenannte Work & Travel ermöglicht dir viele spannende Erfahrungen im außereuropäischen Ausland.
Foto: Christof Stache

Work & Travel

Heute hier, morgen da

Du hast dein Abi in der Tasche und möchtest dir eine Auszeit nehmen, Sehenswürdigkeiten und die Kultur eines Landes erkunden? Ein „Work & Travel“-Aufenthalt bietet dir die maximale Reisefreiheit, durch gelegentliches Jobben füllst du parallel deine Reisekasse. abi» erklärt, was du für die Planung eines solchen Vorhabens beachten solltest.

Wie klingt es für dich, in einer australischen Surfschule auszuhelfen und im Anschluss das beeindruckende Outback zu durchqueren? Oder in einem Hostel in Hongkong die Betten zu beziehen und abends gemeinsam mit anderen Backpackern ins aufregende Nachtleben einzutauchen? Das sogenannte Work & Travel ermöglicht dir solche spannenden Erfahrungen, indem du ein Land bereist und gleichzeitig deinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs finanzierst. Dieses Zusammenspiel stärkt nicht nur deine interkulturelle Kompetenz, sondern fördert zudem deine persönliche Weiterentwicklung und deine Fremdsprachenkenntnisse – das kommt dir wiederum für deine berufliche Zukunft zugute.

Wohin soll’s gehen?

Das „Working Holiday“-Visum ist eine befristete Arbeitserlaubnis für das außereuropäische Ausland, das grundsätzlich für ein Jahr gewährt wird. Aktuell unterhält Deutschland bilaterale Abkommen mit Argentinien, Australien, Brasilien, Chile, Hongkong, Israel, Japan, der Republik Korea, Neuseeland, Taiwan und Uruguay. Auch Kanada bietet das Programm an; dort wird das begrenzte Visakontingent allerdings verlost. Singapur bewilligt ein Visum für Studierende oder Hochschulabsolventen für einen Zeitraum von maximal sechs Monaten. In der Regel bekommst du das Visum im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, in Kanada sogar noch mit 35 Jahren. Allerdings: Pro Land wird die Erlaubnis in der Regel nur einmal im Leben gewährt, und arbeiten darfst du innerhalb eines Jahres lediglich sechs Monate am Stück.

Detaillierte Infos zu den Voraussetzungen, den Kosten und der genehmigten Aufenthaltsdauer bzw. zu Verlängerungsmöglichkeiten erhältst du auf den Webseiten der jeweiligen ausländischen Vertretungen in Deutschland. Bei der Wahl deines Ziellandes solltest du die Lebenshaltungskosten vor Ort berücksichtigen, um auch für Durststrecken ohne Job gewappnet zu sein. Während beispielsweise Grundnahrungsmittel und der Nahverkehr in Chile preiswerter sind als in Deutschland, sieht das in Singapur wieder anders aus. Von der Economist Intelligence Unit ist die Stadt im Jahr 2019 zur teuersten der Welt gekürt worden.

Vorausschauend planen

Für die anstehende Reise solltest du einige Dinge rechtzeitig organisieren: So musst du für die Beantragung des Visums eine Auslandskrankenversicherung sowie gegebenenfalls finanzielle Rücklagen von einem bestimmten Mindestbetrag nachweisen. Für die Beantragung, die je nach Land online oder im Konsulat erfolgt, werden Gebühren erhoben und die Genehmigung dauert einige Wochen. Ab dem Tag der Ausstellung hast du jedoch ein Jahr Zeit, um einzureisen. Erst wenn du das Land betrittst, tritt dein Visum in Kraft.

Ein weniger offensichtlicher Planungsaspekt ist, dass für manche Länder spezielle Impfungen sinnvoll sein können, beispielsweise gegen Hepatitis B, wenn du in die Tropen reist. Außerdem ist eine Kreditkarte des heimischen Bankkontos für die ersten Tage im fremden Land essentiell. Es gibt übrigens Banken, die die Bargeldabhebung auch in Ländern mit Fremdwährung kostenlos anbieten. Für manche Jobs brauchst du darüber hinaus einen Führerschein, weshalb du dir daheim einen internationalen Führerschein ausstellen lassen solltest. Eine ausländische SIM-Karte, ein Bankkonto im Zielland und vorbereitete Bewerbungsunterlagen wirst du für deine Jobsuche benötigen. All diese Dinge lassen sich ebenfalls schon vor Reiseantritt in die Wege leiten.

Jobben im Ausland

Wie geht es weiter, wenn du im Zielland angekommen bist und deinen ersten Job antreten möchtest? Stellenangebote findest du online, aber auch Aushänge in Kneipen, Hostels oder Geschäften sind üblich. Vorteilhaft ist es, wenn du dich mit anderen Reisenden unterhältst, die häufig wertvolle Tipps geben können. Bezüglich der Tätigkeiten solltest du dich darüber schlau machen, welche Jobs für dich infrage kommen. Dies hängt nicht nur von deinen Sprachkenntnissen ab: So erfordern Jobs auf einer Farm oder Baustelle beispielsweise einiges an Körperkraft.

In puncto Jobben solltest du dir außerdem der Fallstricke bewusst sein: Es gibt unseriöse Arbeitgeber, die regelmäßig versuchen, ahnungslose Work & Traveller auszubeuten. Idealerweise recherchierst du die jeweiligen Arbeitnehmerrechte. Dazu gehören die gesetzlichen Pausenzeiten und der Mindestlohn, aber auch das Recht auf einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Darüber hinaus bist du gegebenenfalls dazu verpflichtet, vor Arbeitsantritt eine Steuernummer zu beantragen. Nicht zuletzt solltest du die landestypischen Versicherungsbeiträge, den Lohnsteuersatz bzw. deine Lohnsteuerklasse kennen. Denn auch Backpacker sind unter Umständen und je nach Land einkommenssteuerpflichtig. Zahlst du keine Steuern, beispielweise weil dein Arbeitgeber dich falsch angemeldet hat, kann dir eine Nachzahlung drohen. Um das zu vermeiden, solltest du im Netz nach Informationen der jeweiligen Behörden suchen oder sie im Zweifel direkt anrufen.

Selber machen oder helfen lassen?

Du kannst deine komplette Reise selbst organisieren, wenn du dir das zutraust – es gibt aber auch zahlreiche Organisationen, die dich unterstützen. So werden dir etwa die Flüge und die erste Unterkunft gebucht oder aber der gesamte Aufenthalt organisiert. Dieser Service ist natürlich – je nach Angebot und Zielland – mehr oder weniger teuer. Für Japan erhältst du beispielsweise ab etwa 2.100 Euro ein Rundum-Sorglos-Paket, für Australien ab etwa 1.900 Euro. Darin enthalten sind die Betreuung während der Reisevorbereitungen und vor Ort, Unterstützung bei der Beantragung des Visums, die Buchung der Flüge und die ersten Übernachtungen nach der Ankunft.

Du musst für dich selber abwägen, welche Unterstützung du dir finanziell leisten kannst, wieviel Sicherheit du benötigst, und welche Dinge du lieber selbst in die Hand nehmen möchtest. Eine absolute Sicherheit gibt dir vermutlich keine der Optionen – schließlich macht das den Reiz einer „Work & Travel“-Zeit aus. Was am Ende zählt, sind die unvergesslichen Erlebnisse. 

Weitere Informationen

Auswärtiges Amt

www.auswaertiges-amt.de

Eurodesk-Beratungsstelle in Bonn

www.rausvonzuhaus.de

Rausvonzuhaus.de

www.rausvonzuhaus.de

Informationen der einzelnen Länder:

Argentinien

ealem.cancilleria.gob.ar/de

Australien

immi.homeaffairs.gov.au

Brasilien

berlim.itamaraty.gov.br/de

Chile

www.echile.de

Hongkong

www.immd.gov.hk

Israel

embassies.gov.il

Japan

www.de.emb-japan.go.jp

Kanada

www.canada.ca

Neuseeland

www.immigration.govt.nz

Republik Korea

whic.mofa.go.kr

Singapur

www.mom.gov.sg/

Taiwan

www.boca.gov.tw

Uruguay

www.urualemania.de

abi>> 27.02.2020