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Von totaler Ratlosigkeit zur super Studienidee

Eine junge Frau arbeitet am Laptop, ein Buch über IT-Sicherheit neben sich.
Durch das MINT-Camp und das dazugehörige Praktikum bei einem Software-Unternehmen traute sich Lena Dördelmann das Studium der Medieninformatik zu.
Foto: Karmann

MINT-Camp

Von totaler Ratlosigkeit zur super Studienidee

Eigentlich wollte Lena Dördelmann Lehrerin werden, doch sicher war sie sich nicht. Deshalb probierte sie beim Niedersachsen-Technikum sechs Monate lang aus, ob vielleicht ein MINT-Beruf besser zu ihr passt. Und tatsächlich, jetzt studiert die 20-Jährige Medieninformatik an der Hochschule Osnabrück, wie sie abi» berichtet.

Das Niedersachsen-Technikum hat mir sehr geholfen. Ich war ziemlich ratlos, was ich studieren sollte. Bis zur 10. Klasse hatte ich fest vor, Lehrerin zu werden. Aber je näher das Abi rückte, umso unsicherer wurde ich mir. In der Schule hat mir Mathe immer ganz gut gefallen und mir fiel es sehr leicht, logisch und strukturiert vorzugehen. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, Informatik zu studieren. Schließlich hatte ich keinerlei Erfahrung mit Programmieren.

Zufällig erfuhr ich aber bei der Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit vom Niedersachsen-Technikum. Das ist ein Berufsorientierungsprogramm für Abiturientinnen, um über ein Praktikum in einen Beruf im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) reinzuschnuppern. Über ein Online-Formular bewarb ich mich direkt bei der Hochschule Osnabrück für das Technikum. Einzige Voraussetzung ist, dass man weiblich ist und die Hochschulreife hat.

Für sechs Monate Informatik auf Probe

Porträtbild von Lena Dördelmann

Lena Dördelmann

Foto: privat

Beim Vorgespräch bekam ich eine Liste von Unternehmen, die am Programm teilnehmen. Drei Favoriten durfte ich angeben. Mich reizte besonders die Symbic GmbH, ein junges Softwareunternehmen, das IT-Anwendungen realisiert. Glücklicherweise wurde ich von Symbic zum Kennenlerngespräch und zu einem Schnuppertag eingeladen. Im September ging’s dann direkt nach dem Abi los.

Von Anfang an bekam ich kleine Aufgaben. Dadurch konnte ich mich in verschiedene Programmiersprachen und Tools einarbeiten, um schließlich selbst Apps und Webseiten zu aktualisieren. Dazu gehörte auch, Logos und Icons mit grafischen Programmen zu gestalten. Zusätzlich war ich einmal in der Woche an der Hochschule und habe eine Drittsemester-Vorlesung für Elektrotechniker zum Thema Software-Engineering besucht. Das alles hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe gemerkt: Programmieren kann man lernen, das bekomme ich hin! Am Ende gelang es mir sogar, die Klausur sehr gut zu bestehen.

Damit stand die Entscheidung fest: Ich möchte genau das studieren, eine Kombination aus Informatik und Design, mit einer guten Balance zwischen Kreativität und Logik. Also habe ich mich für den Bachelorstudiengang „Informatik – Medieninformatik“ in Osnabrück eingeschrieben.

Mehr Männer als Frauen

Mittlerweile bin ich im dritten Semester und es gefällt mir sehr gut. Mir ist es ziemlich egal, dass mit mir mehr Männer als Frauen studieren – Rollenstereotypen haben mich noch nie sonderlich interessiert. Dieses ‚Typisch Mann oder Frau‘ war jedenfalls nicht der Grund, warum ich Informatik als Berufsziel so spät für mich entdeckt habe. Ich hatte es einfach nicht auf dem Schirm.

Deshalb: Ich würde es jeder jungen Frau empfehlen, ein Technikum zu machen. Man hat ja nichts zu verlieren, wenn man feststellt, das ist doch nichts – dann macht man halt etwas anderes. Zudem gibt es ein kleines Gehalt zwischen 300 und 500 Euro monatlich. Man ist versichert, wird sehr gut betreut und knüpft wichtige, erste Firmenkontakte.

Mehr Infos

Orientierungsprogramme mit Praxisbezug

www.komm-mach-mint.de/MINT-Studium/Orientierungsstudium

abi>> 11.03.2019