Hilfe zur Selbsthilfe

Bewährungshelferin im Beratungsgespräch mit einem Klienten
Straftäter bei der Resozialisierung unterstützen oder Kontakte zu Suchthilfen herstellen? Genau dieser Berufung gehen Bewährungshelfer nach.
Foto: Axel Jusseit

Ich will Menschen unterstützen und beraten

Hilfe zur Selbsthilfe

„Ich will anderen Menschen helfen!“ – Wer diese Ambition im Beruf ausleben möchte, muss nicht unbedingt in der Notfallhilfe, Medizin oder Pflege tätig werden. Es gibt auch andere Berufe, die die Unterstützung von Menschen in den Mittelpunkt stellen – auf psychischer Ebene, rechtlich oder auch organisatorisch.

Viele denken als Erstes an Polizisten, Ärzte, Rettungsassistenten oder Pfleger, wenn es um Berufe geht, in denen man Menschen helfen kann. „Diese auf den Notfall oder medizinischen Bereich ausgerichteten Berufe haben oft einen körperlichen Bezug“, erklärt Christine Lehman, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Herford.

Es gibt aber auch Berufe, in denen man Menschen eher beratend-helfend zur Seite steht. Denn im Leben kann es immer wieder zu Situationen kommen, die Unterstützung und fachlichen Rat von Experten erfordern – sei es etwa bei der Berufswahl, bei finanziellen Problemen oder einem Rechtstreit. Zu dieser Berufsgruppe gehören zum Beispiel Psychologen, Sozialarbeiter, Diakone, Schuldnerberater oder auch Berufsberater.

Straftätern bei der Resozialisierung helfen

Ein Porträt-Foto von Florian Mücke.

Florian Mücke

Foto: Henrik Bauer

Wie vielseitig Unterstützung aussehen kann, zeigt das Beispiel von Florian Mücke. Der Bewährungshelfer betreut zu einer Freiheitsstrafe verurteilte Erwachsene in Hamburg – und zwar schwerste Straftäter mit hohem Rückfallrisiko. „In erster Linie stehe ich den Klienten bei Fragen oder Problemen rund um die Bewährungsauflagen mit dem Ziel der Resozialisierung beratend und helfend zur Seite“, erklärt der 29-Jährige, der Soziale Arbeit studiert hat. „Ich stelle auch Kontakte zu entsprechenden Stellen, die etwa Aggressionstrainings oder Suchthilfe anbieten, her.“

Darüber hinaus gehört es auch zu seinen Aufgaben, die Einhaltung der Auflagen zu überwachen und dem Gericht gegenüber Bericht zu erstatten. „In vielen Fällen bin ich das Zünglein an der Waage und kann dafür verantwortlich sein, dass ein Klient bei Nichteinhaltung der Auflagen eben doch ins Gefängnis muss“, erzählt er. So manch ein Straftäter gibt ihm dafür die Schuld. Solche Vorwürfe, die aus Frust resultieren, darf sich Florian Mücke nicht zu Herzen nehmen. Neben psychischer Stabilität brauche man daher als Bewährungshelfer vor allem Geduld, Toleranz und Empathie, wie der 29-Jährige betont.

Mit Menschen arbeiten und helfen, deren Probleme zu lösen – dass ihm das liegt, erkannte Florian Mücke während seines Zivildienstes in einem Kinderkrankhaus. Dass er heute Straftätern hilft, liegt wohl daran, dass bereits seine Mutter Bewährungshelferin war. „Auch nach 35 Jahren Berufserfahrung hörte ich sie sagen: ‚Oh, so einen Fall hatte ich noch nie!’ Das muss ja ein spannender Job sein, dachte ich damals – bis heute kann ich nichts Gegenteiliges behaupten, denn schließlich gleicht kein Straftäter dem anderen.“

Verschiedene Formen der Beratung

Wer sind die Menschen, denen ich helfen möchte? Auf welche Weise möchte ich für sie da sein? Und: Bin ich überhaupt für den Job geeignet? Das sind die Fragen, die sich jeder stellen muss, der anderen Menschen helfen und sie beraten möchte. Christine Lehmann von der Agentur für Arbeit Herford betont: „Die Freude an der Arbeit mit Menschen, Kommunikationsfähigkeit und emotionale Stabilität sind wichtige Grundvoraussetzungen.“ Auch seien Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen, eine hohe Frustrationstoleranz, professionelle Distanz und Flexibilität gefragte Fähigkeiten.

Studiengänge, die entsprechendes Basiswissen und methodisches Know-how vermitteln, sind unter anderem (Sozial-)Pädagogik, Soziale Arbeit oder Psychologie. Ein Tipp von der Berufsberaterin: „Wer sich sicher mit der beruflichen Ausrichtung ist, aber noch nicht weiß, mit welcher Gruppe Menschen er arbeiten will, ist mit dem Studiengang Soziale Arbeit gut beraten, denn dieser bereitet auf die Arbeit mit allen Zielgruppen in unserer Gesellschaft vor, die Unterstützung benötigen.“ In diesen, aber auch in anderen Bachelor-Studiengängen, können Studierende bereits Schwerpunkte wählen oder sie streben eine Spezialisierung an, Beispiele dafür sind „Beratung in der Arbeitswelt“ (berufsbegleitend), „Soziale Arbeit und Forschung“ oder „Psychosoziale Beratung und Therapie“.

Auch Weiterbildungen, etwa zum Mediator (siehe auch die Reportage „Wenn zwei sich streiten…“) oder Gesundheits-, Drogen- oder Suchtberater sind denkbar. „Wer etwa als Drogenberater arbeiten will, benötigt nun mal Fachwissen, um mit dieser Gruppe Menschen professionell und intensiv arbeiten zu können“, erklärt die Expertin. Beruflich Fuß fassen kann man bei sozialen und kirchlichen Einrichtungen, öffentlichen Verwaltungen, Bildungseinrichtungen, Beratungsstellen und ambulanten sozialen Diensten. Viele Berater sind auch freiberuflich, etwa als Coach, tätig.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild.

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA)

Die HdBA bietet ein praxisorientiertes, interdisziplinäres Studium mit Fokus auf Beratungswissenschaften.
www.hdba.de/start

Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e. V. – DBSH

www.dbsh.de

 

Schuldnerberaterin

Runter vom Schuldenberg

Spielsucht, Arbeitslosigkeit, Krankheit – es gibt viele Gründe, warum Menschen in die Schuldenfalle tappen. Wendy Schneider unterstützt Betroffene dabei, aus dieser Situation herauszukommen. Die 26-Jährige ist Schuldnerberaterin bei der Zentralen Schuldnerberatung in Bonn.

Rund 6.910.000 Menschen waren im vergangenen Jahr in Deutschland überschuldet, so die Bilanz des Creditreform SchuldnerAtlas 2017. Überschuldung bedeutet, dass es den Betroffenen – im Gegensatz zur Verschuldung – nicht möglich ist, ihre Schulden zu bezahlen, ohne dabei die eigene Grundversorgung zu gefährden. Längst nicht alle von ihnen bewältigen diese, nicht selten existenzgefährdende, Situation völlig selbstständig. In diesen Fällen stellt die Schuldnerberatung oftmals die erste Anlaufstelle dar. Eine davon befindet sich in Bonn, wo Wendy Schneider seit Juni 2017 arbeitet.

Die junge Schuldnerberaterin hat Soziale Arbeit an der Universität Duisburg-Essen studiert. Im Studium war Wendy Schneider sich noch unsicher, wohin die Reise danach gehen soll, beziehungsweise welche Gruppe hilfesuchender Menschen sie unterstützen möchte. Während eines Praktikums beim Sozialen Dienst der Bundeswehr ergaben sich erste Berührungspunkte mit der Thematik. „Da ich einen beratenden Job mit Verwaltungsaufgaben ausüben wollte, passte das Profil des Schuldnerberaters gut zu meinen beruflichen Vorstellungen“, sagt die 26-Jährige, deren Eindruck sich durch weitere Praktika bei verschiedenen Schuldnerberatungen bestätigte.

Von der Bestandsaufnahme bis zur Schuldenfreiheit

Ein Porträt-Foto von Wendy Schneider.

Wendy Schneider

Foto: privat

Eine geregelte Ausbildung gibt es für den Beruf nicht. Als Schuldnerberater in gemeinnützigen Einrichtungen oder staatlichen Schuldnerberatungsstellen arbeiten häufig Sozialarbeiter, Juristen oder Bankkaufleute, die ihr Wissen regelmäßig durch Fort- und Weiterbildungen aktualisieren. Wendy Schneider etwa hat während ihrer Einarbeitung den „Zertifikatskurs zur Schuldner- und Insolvenzberatung“ absolviert, der für eine Tätigkeit bei der Zentralen Schuldnerberatung in Bonn ein Muss ist. Solche Kurse werden zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer angeboten und sind in der Regel kostenpflichtig.

Die Zentrale Schuldnerberatung in Bonn ist eine Einrichtung in Trägerschaft von Diakonie und Caritas und eine Anlaufstelle für Menschen, die ver- oder überschuldet sind, und die bei der Bewältigung ihrer sozialen und finanziellen Probleme Hilfe benötigen. „Dabei ist es völlig egal, wie hoch die Schulden sind. Die Beratung ist in jedem Fall ein kostenfreies Angebot“, erklärt sie.

Die Kombination aus sozialen, wirtschaftlichen und juristischen Komponenten findet Wendy Schneider besonders spannend an ihrer Arbeit. Doch was bedeutet das konkret? Zu Schuldnerberatern kommen meist Menschen, die den Überblick über ihre Schulden verloren haben oder die den Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. „Im ersten Schritt sammle ich alle Informationen, sortiere Gläubigerunterlagen und stelle einen Haushaltsplan auf, damit weitere Verschuldungen vermieden werden“, erklärt die 26-Jährige. In einem zweiten Schritt erarbeitet sie zusammen mit den Klienten eine Lösung zur Bewältigung der finanziellen Probleme.

Ein manchmal schwieriger Spagat

Da Verschuldung ein Thema sei, über das die wenigsten Menschen gerne reden, ist der Aufbau einer Vertrauensbasis sehr wichtig, meint Wendy Schneider, „damit die Klienten alles Relevante offen legen“. Zu ihrem Aufgabengebiet gehört auch die Verhandlung mit den Gläubigern. Zeitlicher Druck und Stress aufgrund des hohen Verwaltungsaufwandes gehören zum Arbeitsalltag dazu, weiß sie.

Wer als Schuldnerberater arbeiten möchte, sollte eine große Portion Geduld, Ruhe und die Fähigkeit zum Zuhören mitbringen. „Viele Klienten sind sehr nervös, erzählen, dass sie nicht mehr schlafen können und Angst vor der Zukunft haben. Hier muss stets der Spagat zwischen menschlicher Nähe und beruflicher Distanz gemeistert werden.“ Die Glücksmomente für Wendy Schneider sind die, wenn sie merkt, dass ihre Klienten ihr vertrauen und sie erfährt, dass sie schuldenfrei sind.

 

Berufsberaterin

Für Jugendliche den passenden beruflichen Deckel finden

Was soll ich nach der Schule bloß machen? Welcher Beruf passt zu mir? Als Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven hilft Saskia Pooch Jugendlichen dabei, Antworten auf diese Fragen zu finden. Für diese Tätigkeit qualifiziert hat sich die 24-Jährige durch ein Studium an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA).

Wenn man Saskia Pooch fragt, warum sie sich nach dem Abitur entschieden hat, Berufsberaterin zu werden, fällt ihr sofort ein Familienmitglied ein: „Ich wusste damals, dass ich auf jeden Fall mit Jugendlichen zusammenarbeiten möchte. Mein Onkel, der bei der Bundesagentur für Arbeit tätig ist, brachte mich auf die Idee, die Stellenbeschreibung mal anzuschauen.“ Was sie dort las, gefiel ihr. Seit zwei Monaten arbeitet die 24-Jährige nun als Berufsberaterin U25 in der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven.

Junge Menschen an die Hand nehmen

Ein Porträt-Foto von Saskia Pooch.

Saskia Pooch

Foto: Jörg Nowag

Saskia Poochs Hauptaufgabe ist es, junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren, also überwiegend Schüler, rund um die Studien- und Berufswahl zu beraten. Welche Möglichkeiten der Ausbildung gibt es nach der Schule? Welche Ausbildung kommt infrage? Wie komme ich an einen Ausbildungs- oder Studienplatz? Darauf sucht die Berufsberaterin gemeinsam mit den Jugendlichen Antworten – sei es in Form von Einzelgesprächen, an Schulen im Rahmen von Orientierungsveranstaltungen oder auf Messen. „Zu meinen Aufgaben gehört daher auch das Organisieren und Durchführen von Veranstaltungen“, erklärt Saskia Pooch, die vor ihrem jetzigen Job als Arbeitsvermittlerin in einem Jobcenter tätig war.

Studium an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit

Sie selbst brauchte bei der Wahl ihres Studiengangs keine Hilfe: „Das Studium an der HdBA bot sich förmlich an“, erzählt sie. „Zudem hatte ich ohnehin keine Lust auf ein rein theoretisch angelegtes Studium.“ Im Jahr 2013 ging es für sie nach Mannheim, wo sie den Bachelor-Studiengang „Beschäftigungsorientierte Beratung und Fall-Management“ absolvierte. Heute heißt der Studiengang „Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung“ und wird nicht nur in Mannheim, sondern auch am zweiten Standort der HdBA in Schwerin angeboten. Es handelt sich um ein duales dreijähriges Studium, bei dem die Studierenden im Wechsel von je vier Monaten auf dem Campus lernen und dann in einer Geschäftsstelle vor Ort in die Praxis eintauchen. „Wir haben zum Beispiel gelernt, wie man ein Gespräch führt und wie eine Beratung aufgebaut ist. In der Praxis konnte man die Theorie direkt anwenden und schauen, wie das Ganze gelebt wird.“ Das sei, insbesondere wenn es um die Zusammenarbeit mit Menschen ginge, ein wichtiger Aspekt.

Bestens gewappnet für den Job

„Mich hat das Studium super auf den Job vorbereitet, nicht nur aufgrund des hohen Praxisanteils, sondern auch wegen des breit angelegten Fächerangebots“, schwärmt Saskia Pooch. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Module aus den Bereichen Rechtswissenschaften, BWL, Psychologie und Pädagogik. Warum Rechtswissenschaften? Ganz einfach: Berufsberater arbeiten nach dem Sozialgesetzbuch (SGB). Daher ist es Voraussetzung, Gesetze verstehen und richtig anwenden zu können. Und was braucht es für Soft Skills? „Man sollte definitiv kommunikativ sein und strukturiert arbeiten können.“ Außerdem sei Wissbegierde wichtig, da sich Ausbildungssysteme oder einzelne Berufsprofile oft ändern. „Die größte Herausforderung besteht darin, sich immer wieder neu auf den einzelnen Jugendlichen einzustellen“, meint Saskia Pooch. Aber das mache den Job auf der anderen Seite auch so interessant.

 

Mediator

Wenn zwei sich streiten, ...

... freut er sich nicht, sondern erarbeitet gemeinsam mit den Streithähnen eine Lösung: der Mediator. Rechtsanwalt Jan Koch (34) ist so ein neutraler Vermittler. Er unterstützt Hilfesuchende vor allem im Bereich Familienrecht.

Sein Faible für die Juristerei wurde Jan Koch quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater, der ebenfalls Anwalt ist, nahm den Sohn schon früh mit in die Kanzlei und zu Anhörungen. „Darüber hinaus hatte ich seit jeher einen großen Gerechtigkeitssinn, dem ich als Anwalt natürlich nachkommen kann“, so der 34-Jährige, der nach dem Studium der Rechtswissenschaften seine eigene Fachanwalts- und Mediationskanzlei in Konstanz am Bodensee eröffnete. Dort arbeitet er als Fachanwalt für Familienrecht und Miet- und Wohnungseigentumsrecht sowie als Mediator.

Fachwissen kombiniert mit Zusatzausbildung

Ein Porträt-Foto von Jan Koch.

Jan Koch

Foto: privat

Seine Expertise als Fachanwalt ist ihm, wenn es um die Vermeidung eines teuren und langwierigen Rechtsstreits geht, natürlich sehr nützlich. Doch da das allein noch keinen guten Mediator ausmacht, hat Jan Koch im Jahr 2014 eine Ausbildung zum Mediator mit dem Schwerpunkt Familienrecht am Fortbildungsinstitut Stuttgart-Sonnenberg absolviert. „Dort habe ich mir das nötige Know-how für die professionelle Begleitung von Konfliktparteien und zur konstruktiven Konfliktlösung praxisorientiert angeeignet, etwa Kommunikationstechniken, Interventionsmethoden und wie eine Mediation abläuft.“ Neben fundiertem Wissen seien aber auch einige Soft Skills für den Beruf des Mediators relevant: „Neben der Freude an der Arbeit mit Menschen und an der Kommunikation, muss man auch in der Lage sein, ausreichend Distanz zu den Medianten zu bewahren. Man darf nicht in die Rolle des Psychologen oder Paartherapeuten schlüpfen, was gerade im Familienrecht nicht immer einfach ist.“

Positionen verstehen und Interessen ausloten

Ziel der Mediation, an der übrigens alle Beteiligten freiwillig teilnehmen müssen, ist es, zu kooperieren statt ein Gericht entscheiden zu lassen. Das bedeute laut Jan Koch auch, dass er den beiden Parteien keine fertigen Lösungen vorgibt, sondern die Medianten die Lösungen mit seiner Unterstützung selbst erarbeiten, sodass dies für beide Seiten zufriedenstellend ist. Auch habe er als Mediator keine Entscheidungsbefugnis.

Streit kann zum Beispiel im Rahmen einer Scheidung entstehen, wenn es um Regelungen des Vermögens, Unterhaltszahlungen oder die Aufteilung gemeinsamer Haushaltsgegenstände geht, aber auch um das Umgangs- und Sorgerecht für die Kinder. Im Detail läuft die Mediation in verschiedenen Phasen über mehrere Sitzungen ab – von der Zielbestimmung über die Themensammlung und Abklärung der jeweiligen Interessen und Bedürfnisse bis hin zur nachhaltigen Lösungsfindung. Das Ganze, also quasi der entstandene Kompromiss, wird dann am Ende vom Mediator in eine juristische Form gebracht, die dann auch vor Gericht Bestand hätte.

Teil der Lösung sein

„Eine Trennung ist, insbesondere wenn Kinder im Spiel sind, ein sehr emotionales Thema. Umso schöner ist es, wenn die Parteien nicht im Streit vor Gericht landen, wo die Situation dann oft eskaliert“, erklärt der Mediator. Zum Glück bleibt das den meisten seiner Medianten erspart. Ein Teil dieser Lösungsfindung zu sein, sei ein sehr befriedigender Part seiner herausfordernden Arbeit – vor allem wenn es zu Beginn noch aussichtslos erscheint. „Wenn alle als Gewinner aus dem Streit hervorgehen, macht mich das sehr glücklich.“

 

Ich will Menschen unterstützen und beraten – Checkliste

Berufe für Menschen mit Helferherz

Möchtest du einen Beruf ergreifen, in dem du anderen Mensch helfen kannst? Dann solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Gruppe von Menschen du in welchen Lebenssituationen du unterstützen möchtest. Diese Checkliste gibt dir einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten.

Dein Ansatz: „Ich möchte anderen Menschen in einer schwierigen Situation helfen.“

Das könntest du zum Beispiel werden:

Schwangerschaftskonfliktberater/in
Mediator/in
Sozialarbeiter/in bzw. Sozialpädagoge/pädagogin

Dein Ansatz: „Ich möchte anderen Menschen helfen, im Alltag Fuß zu fassen.“

Das könntest du zum Beispiel werden:

Bewährungshelfer/in
Fallmanager/in
Psychologe/Psychologin
Betreuungshelfer/in in der Flüchtlingshilfe
Streetworker/in

Dein Ansatz: „Ich will anderen Menschen helfen, ein bestimmtes Problem oder Verhalten in den Griff zu bekommen.“

Das könntest du zum Beispiel werden:

Sucht- und Drogenberater/in
Verhaltens- und Kommunikationstrainer/in
Familien- und Paartherapeut/in
Gesundheitsberater/in

Dein Ansatz: „Ich will Menschen helfen, sich (neu) zu orientieren.“

Das könntest du zum Beispiel werden:

Arbeitsvermittler/in
Berater/in für Bildung, Beruf und Beschäftigung


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Stand: 17.10.2019