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Ich will was machen mit Design

Designer*innen braucht das Land

Ob im Kleiderschrank, im Supermarkt, im Zug oder auf Werbeplakaten – Design begegnet uns überall im Alltag. Dementsprechend vielseitig ist das Berufsfeld und die Wege dorthin. Wer ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich abschließt, wählt danach oft die Selbstständigkeit.

Detailaufnahme von Entwürfen.

Wer schon als Schüler*in in seiner Freizeit am liebsten malt, zeichnet oder entwirft, sollte sich die beruflichen Möglichkeiten im Bereich Design einmal näher anschauen.

Wie hat es Designer-Legende Saul Bass auf den Punkt gebracht: „Design ist sichtbar gemachtes Denken.“ Das trifft insbesondere auf Kommunikationsdesigner*innen zu, den Allrounder*innen unter den Designer*innen. Denn sie visualisieren Informationen, zum Beispiel für Logos, Illustrationen, Animationen oder Flyer. Dabei geht es um das Planen, Entwerfen und Realisieren mit den Ausdrucks- und Gestaltungsmitteln der medialen Kommunikation, also etwa mit Text, Bild und Ton.

Katharine Watzlawick

Für die schon immer kunst- und gestaltungsinteressierte Katharine Watzlawick genau das Richtige. Nach dem Abitur ging es für sie an die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg. Deren Kommunikationsstudium zeichnet sich im Basisjahr durch das interdisziplinäre Unterrichtsangebot aus. „Es ist super, dass man Einblicke in alle Fachgebiete erhält, darunter Editorial Design, Fotografie, Web-Design und Typografie, bevor man sich im Hauptstudium spezialisiert“, findet die Studentin. Dieses beinhaltet neben der visuellen Kommunikation die Modulgruppen Kunst, die Arbeit in Laboren sowie Theorie. Die 23-Jährige sitzt gerade an ihrer Bachelorarbeit. Danach möchte sie erst einmal beruflich Erfahrung in ihrem Schwerpunkt Grafikdesign sammeln.

Kommunikationsdesign ist nur eine von vielen Studienmöglichkeiten im Bereich Design. Gibt man das Wort im finder auf studienwahl.de ein, erhält man rund 460 Studienergebnisse (Stand: November 2020) – von Kommunikationsdesign und Grafik-/Mediendesign über Produkt- und Industriedesign bis hin zu Modedesign, Designmanagement und Computer-/Animationsdesign. Die Bewerbung für einen Studiengang erfolgt in der Regel über eine Eignungsprüfung und einem Gespräch oder mit einer Mappenvorstellung.

Wer etwas mit Design machen möchte, muss aber nicht zwangsläufig studieren, auch viele Ausbildungsberufe – etwa Technische*r Produktdesigner*in, Designer*in – Mode, Mediengestalter*in Digital und Print – führen in diesen Bereich. „Da die Möglichkeiten so vielfältig sind, ist es wichtig, sich im Vorfeld einer Ausbildung oder eines Studiums mit dem Thema auseinanderzusetzen“, rät Kathrin Schubert, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Dresden. Wo liegen meine Interessen? Wo möchte ich später arbeiten? Bringe ich die nötigen Skills mit? 

Zu den fachlichen Anforderungen gehören Kenntnisse in der Bildbearbeitung, ein guter Umgang mit dem Computer, gute Noten in Mathematik, Kunst, Informatik und Physik. Teilweise ist ein Vorpraktikum erforderlich oder eine Ausbildung förderlich, etwa bei Modedesign als Modeschneider*in für das Studium Modedesign. „Künftige Designer sollten Begeisterung für das Tun mitbringen, gut zeichnen, aber auch rechnen können, sie sollten kreativ sein und vernetzt denken können“, sagt die Berufsberaterin.

Je nach Berufsziel sei zudem ein Gefühl für Sprache, Formen und Farben oder eine handwerkliche Begabung gefragt. Must-have: Teamfähigkeit, denn der Weg vom Entwurf zum Produkt ist ein Zusammenspiel von vielen unterschiedlichen Akteur*innen. Aber auch eine Affinität zu digitalen Technologien sollte vorhanden sein, denn: „Ohne sie geht heute (fast) gar nichts mehr“, sagt Victoria Ringleb, Geschäftsführerin der Allianz deutscher Designer (AGD). „Designer brauchen sie zum Beispiel, um Arbeitsergebnisse mit anderen zu teilen, sowie bei der Zusammenarbeit mit Dienstleistern wie Druckereien, Modellbauern, 3-D-Modellierern und CAD-Ingenieuren.“

Victoria Ringleb

Designer*innen arbeiten je nach Ausrichtung zum Beispiel in Werbe-, Medien- und PR-Agenturen, in Grafikbüros, in Verlagen oder in Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen insbesondere von Industrieunternehmen. Die Entwicklungsmöglichkeiten für Berufseinsteiger*innen sind breit gefächert, erklärt Victoria Ringleb: „Entweder man entscheidet sich für die Arbeit als Gestalter, das passiert an Bildschirm und Rechner oder mit dem Stift in der Hand. Oder es kommen Designberatung und -management oder auch die Beratung und Begleitung kreativer Prozesse in Unternehmen infrage. Design und Kreativität werden immer stärker in allen Unternehmensprozessen eingesetzt, um diese verständlich zu machen oder Innovationen zu ermöglichen.“ 

„Gerade beim Berufseinstieg haben es Designer nicht immer leicht. Kreative Berufe sind sehr beliebt und die Zahl der Stellenangebote ist gering“, sagt Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit. Knapp die Hälfte der erwerbstätigen Designer*innen ist daher ihr eigener Chef beziehungsweise ihre eigene Chefin.
Bei den Produktdesigner*innen gab es 2019 knapp 8.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Akademiker*innen und circa 20.000 in den Berufen im Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign, womit die Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Die Arbeitslosenquote lag mit 4,3 respektive 3,3 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Allerdings sind Stellenmeldungen bei der Bundesagentur für Arbeit im Bereich Design dünn gesät. „Es kann jedoch gut sein, dass der Stellenmarkt für diese Berufe über andere Wege und Medien funktioniert.“

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung.

berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort: Design)
berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung für Hochschulzulassung. Im finder kannst du nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort: Design).
studienwahl.de

Check-U – das Erkundungstool

Das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit ist eine kostenfreie, bundesweite Online-Anwendung zur beruflichen Orientierung. Teilnehmer können vier Module bearbeiten (Fähigkeiten, soziale Kompetenzen, Interessen und berufliche Vorlieben) und erhalten eine Übersicht über passende Studienfelder und Ausbildungsberufe.
check-u.de

Allianz deutscher Designer (AGD) e. V.

agd.de

BDG Berufsverband der deutschen Kommunikationsdesigner

bdg.de

VDID – Verband Deutscher Industrie Designer e. V.

vdid.de 

abi» 04.01.2021

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