orientieren

Schritt 2

Berufliche Orientierung – wo anfangen?

Du weißt, wo deine Fähigkeiten und Interessen liegen, was deine Ziele und Wünsche sind? Dann bist du bereit für Schritt 2: eine Ausbildung oder einen Studiengang finden, der zu dir passt.

Zwei junge Frauen lernen zusammen.

Welcher Weg führt zu meinem Traumberuf? Wer sich sicher ist, seinen Wunschberuf gefunden zu haben, sollte sich informieren, welcher Weg dorthin führt.

Die Mehrheit der Abiturient*innen, die zu Ilka Hensel in die Beratung in der Agentur für Arbeit Bautzen kommen, überlegt, welcher Beruf zu ihren Fähigkeiten und Interessen passen könnte. Für andere Schüler*innen steht das Ziel bereits fest. Sie wollen wissen, welcher Weg dorthin führt.

Die Berufsberaterin hat über die Jahre verschiedene Typen von Schüler*innen kennengelernt. „Es gibt rationale Typen, die sehr strukturiert und überlegt vorgehen.“ Und es gibt emotionale Typen, die Entscheidungen eher aus dem Bauch heraus fällen. Sie stellt klar: „Das eine ist genauso richtig und wichtig wie das andere. Grundlage sind jedoch immer die richtigen Informationen.“

Welche Ausbildung, welches Studium passt zu mir?

„Wer sich selbst kennt, ist einen großen Schritt weiter“, sagt Ilka Hensel. Nun heißt es: so viele Informationen wie möglich sammeln. Auf abi.de gibt es etwa Studien- und Ausbildungsreportagen, in denen junge Menschen von ihrem Studiengang oder ihrer Ausbildung erzählen. Weitere Selbstinformationsmedien findest du in der Übersicht (verlinkt wird auf unten stehenden Infokasten).

Wenn du einen Studiengang gefunden hast, der dich interessiert, kannst du in einem Test herausfinden, ob er tatsächlich zu dir passt. Das OSA-Portal listet beispielsweise Online-Self-Assessments verschiedener deutscher Hochschulen für bestimmte Studienbereiche auf: osa-portal.de. Einen weiteren Überblick bekommst du unter: abi.de/orientieren/was-werden/testverfahren/testverfahren-fachspezifische-016554.htm

Welche Wege führen in meinen Traumberuf?

Wer sich bereits sicher ist, seinen Traumberuf gefunden zu haben, sollte sich informieren, welcher Weg dorthin führt. Einen ersten Anhaltspunkt findest du in den Berufsreportagen auf abi.de. Hier berichten Berufseinsteiger, welches Studium oder welche Ausbildung sie in den Job geführt hat. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Website berufsfeld-info.de: Sie holt Nutzer*innen bei konkreten Berufsbildern ab und zeigt auf, wie man dorthin gelangen kann.

Es lohnt sich jedoch immer, seinen Traumberuf zu hinterfragen und über den Tellerrand zu schauen. So sollten Klischees auf keinen Fall eine Rolle spielen. Frauen sind in technischen Berufen sehr gefragt, Männer im Pflegebereich genauso. Nimm am Girls‘Day bzw. Boys‘Day teil und finde es selbst heraus. Und muss es unbedingt ein Studium sein? Manchmal bietet eine Ausbildung viele Vorteile – ohne Wege zu verbauen. Studieren kannst du danach immer noch.

Ausbildung, Studium oder beides?

Es gibt Berufe, für die ist der Weg festgeschrieben: Wer Anwalt werden will, muss Jura studieren. Doch zu den meisten Berufen führen viele Wege. „Die Erwartung, dass das Abitur zwangsläufig zu einem Studium führt, ist immer noch weit verbreitet“, erzählt die Berufsberaterin. Dabei liege die akademische Welt bei weitem nicht jedem. „In vielen Bereichen ist praktische Erfahrung sehr wertvoll und eine abgeschlossene Ausbildung ein großer Vorteil“, sagt Ilka Hensel.

Mit einem dualen Studium kannst du beide Elemente von Anfang an vereinen. Du kombinierst die praktische Erfahrung, die du in einem Unternehmen oder einer sozialen Einrichtung sammelst, mit dem Fachwissen, das du dir an der Hochschule aneignest.

Nicht verzetteln, um Rat fragen

Wer Angst hat, sich in all den Informationen zu verlieren, kann sich an die Berufsberatung wenden. „Die Beratung ist immer eine Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern und Beraterinnen und Beratern“, erklärt Ilka Hensel. Sie beinhaltet in der Regel mehrere Gespräche über mehrere Wochen. „Zwischen den Gesprächen bleibt so Zeit, selbst aktiv zu werden und zu recherchieren.“

Du bekommst bei einer Beratung also nicht den perfekten Beruf auf dem Silbertablett serviert, sondern wirst mit Tipps und Hinweisen unterstützt, selbst ans Ziel zu gelangen.

Der Realitätscheck

„So oft es geht, sollten Abiturientinnen und Abiturienten ihre Studien- oder Berufswünsche einem Realitätscheck unterziehen“, sagt die Berufsberaterin. Das geht etwa bei Studien- oder Berufsmessen. Wenn Unternehmen oder Hochschulen, die dich interessieren, einen Tag der offenen Tür anbieten – nutze die Gelegenheit und packe all deine Fragen mit ein. Auf den Internetseiten findest du häufig Erfahrungsberichte und Videos. Bei einem Praktikum bekommst du Einblick in den Berufsalltag, bei einem Schnupperstudium in die akademische Welt. Und über Angebote wie One Week Experience kannst du eine Woche lang Azubis und Studierende begleiten.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie werden weiterhin viele Veranstaltungen (auch) digital angeboten.

Der Blick in die Zukunft

Arbeitsmarktprognosen können Hinweise darauf geben, wie gefragt ein bestimmter Beruf in der Zukunft sein wird. Doch sie sollten kein ausschlaggebendes Kriterium sein, dafür sind sie zu unsicher – das zeigt nicht zuletzt die Corona-Krise.

Video

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

abi» 05.10.2020

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