orientieren

Schritt 4

Und raus bist du? – Alternativen finden

Du hast die Zulassung für deinen Wunschstudiengang nicht bekommen? Deine Traum-Lehrstelle ging an jemand anderen? Keine Panik – gute Alternativen gibt es überall. Ideal ist es natürlich, wenn du von Anfang an einen Plan B in der Tasche hast.

Zwei junge Frauen und ein junger Mann sitzen an einer Bank unter einem Baum lernen gemeinsam.

Absagen sind kein Weltuntergang. Am besten hältst du dir für diesen Fall einen Plan B bereit.

Es gibt viele Gründe, warum Plan A scheitern kann. Manchmal ist der NC eben doch eine zu große Hürde, und an den hohen Anforderungen mancher Eignungsprüfung zu scheitern, ist wahrlich keine Schande. Vielleicht haben sich auf deine Wunschlehrstelle in diesem Jahr besonders viele beworben oder die Lebenshaltungskosten in deiner Traumstadt sind schlicht zu hoch. „Es ist wichtig, sich von Ablehnungen und Rückschlägen nicht demotivieren zu lassen“, sagt Ilka Hensel, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Bautzen. „Ein guter Plan B kann das verhindern.“

Plan B: Studium

„Wenn ein Studiengang zulassungsbeschränkt ist, sollte man sich mindestens an drei verschiedenen Hochschulen bewerben“, rät Ilka Hensel. Und wenn der NC der Vorjahre zeigt, dass es knapp werden könnte, sollten es nochmal mehr sein. „Manchmal lohnt sich ein Blick ins Ausland – eventuell zählen dort für den Wunschstudiengang andere Kriterien.“

Ein guter Weg kann sein, sich nicht nur für ein Studium zu bewerben, sondern artverwandte Studiengänge im Blick zu haben. „Wenn sich die Inhalte überschneiden, ist eventuell später noch ein Wechsel möglich“, weiß die Berufsberaterin. Das gleiche gilt für den Studienort. Ebenso ist eine Ausbildung im gewünschten Bereich eine gute Alternative, etwa Chemielaborant*in anstelle eines Chemiestudiums. „Mit einer abgeschlossenen Ausbildung kann man in einem späteren Bewerbungsverfahren für ein Studium durchaus Pluspunkte sammeln“, sagt Ilka Hensel. „Manchmal kann man sich auch bestimmte Inhalte anrechnen lassen.“

Vielleicht ist der Start in deinem Wunschstudiengang schon im nächsten Semester wieder möglich. Dann bewirb dich einfach nochmal – Nachteile hast du durch eine mehrfache und wiederholte Bewerbung nicht.

Plan B: Ausbildung

Auch bei der Ausbildung gilt: Es sollte nicht nur eine Bewerbung sein. Allerdings dürfen die Bewerbungsschreiben nicht beliebig werden. Falls dennoch Absagen kommen, solltest du dir folgende Fragen stellen: Gibt es Unternehmen, an die du noch nicht gedacht hast? Gibt es Lehrstellen, die deiner Traumausbildung vielleicht ähnlich sind? Wäre es eine Alternative, in eine andere Stadt zu ziehen? Manchmal hilft es, bei Unternehmen direkt anzurufen: Vielleicht gibt es doch noch freie Lehrstellen – oder es springt ein Praktikum dabei heraus.

Nicht nur ein Plan C: Zeit überbrücken, Horizont erweitern

Selbst wenn Plan B nicht aufgeht, ist das kein Grund zu verzweifeln. Auch ein Plan C kann noch viele Chancen bieten. Und vielleicht hast du ja sowieso vor, die Zeit vor dem Studium oder der Ausbildung mit einem Freiwilligen Jahr, einem freiwilligen Wehrdienst, einem längeren Auslandsaufenthalt oder einem Praktikum zu überbrücken.

Freiwillige Dienste

„Freiwillige Dienste sind eine tolle Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern – egal ob man damit Zeit überbrücken will oder die Zeit nutzt, um sich über die eigene Zukunft Gedanken zu machen“, sagt Ilka Hensel. Als Alternative für Studium oder Ausbildung bietet sich natürlich ein Dienst an, der in die spätere berufliche Richtung geht, etwa im Bereich Ökologie, Denkmalpflege oder Sport. Infos rund um Freiwillige Dienste im In- und Ausland bekommst du hier: abi.de/orientieren/auszeit/Freiwillige_Jahre.htm.

Gut zu wissen: Wirst du für einen Studiengang zugelassen und willst deinen Platz aber erst nach einem Freiwilligen Dienst antreten, bleibt dir der Studienplatz so lange erhalten.

Praktika

Praktische Erfahrung kommt immer gut an. Sowohl vor einer Ausbildung, als auch vor einem Studium. Es zeigt Interesse und Einsatz – und das ist bei Bewerbungen immer ein Vorteil. Bei einigen technischen und sozialen Studiengängen sind Praktika sogar Pflicht – teilweise schon vor Studienbeginn. Sollte es mit dem gewünschten Studium oder Ausbildungsplatz also nicht auf Anhieb klappen, ist das ein guter Zeitpunkt, um in die Praxis zu schnuppern, auch bei verschiedenen Unternehmen. Welche Regelungen die Betriebe aufgrund der Corona-Pandemie aktuell treffen, erfragst du am besten immer direkt dort.

Zeit im Ausland

Auch abseits eines Freiwilligen Jahres kannst du im Ausland wertvolle Erfahrungen sammeln. Als Au-pair etwa oder während eines Work & Travel-Aufenthalts. Denn Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Erfahrungen sind in allen Branchen begehrte Qualifikationen. Weitere Informationen hierzu findest du auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit oder unter rausvonzuhaus.de. In Zeiten der Corona-Pandemie empfiehlt es sich, die Entwicklungen im gewünschten Zielland im Blick zu haben. Über aktuelle Reisewarnungen informiert das Auswärtige Amt.

Video

Weitere Filme findest du auf der abi» Videoübersicht.

abi» 05.10.2020

Diesen Artikel teilen