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Schritt 5

Wer unterstützt mich, wenn ich Hilfe brauche?

Bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Studium können viele Fragen auftauchen. Tim Frerichs, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Oldenburg, erklärt, wer sie beantworten kann.

Lehrerin hilft einer Frau beim Schreiben

Wo man was findet und wer Ansprechpartner ist, ist wichtig zu wissen. abi» gibt einen Überblick.

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Wo kann ich Deutsch lernen?

Tim Frerichs

„Wer eine Ausbildung machen oder ein Studium aufnehmen will, sollte gut Deutsch sprechen können. Wer eine Ausbildung machen möchte, sollte vorab das Level B2 erreichen, Studieninteressierte das Niveau C1.

Um Deutsch zu lernen, kannst du einen oder mehrere Sprachkurse besuchen. Viele Sprachkurse werden von Städten oder Gemeinden angeboten. Es lohnt sich daher, bei der Stadt oder Gemeinde nachzufragen, in der man lebt. Auch die Volkshochschulen (VHS) haben Sprachkurse im Angebot. Als Ergänzung empfehle ich kostenfreie Online-Sprachkurse, wie sie etwa im Portal „Deutsche Welle“ oder in der App „Ankommen“ zu finden sind.“

„Wenn es um die Frage nach dem richtigen Beruf geht, wendest du dich am besten zuerst an die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agenturen für Arbeit. Wer möchte, kann im Gespräch erst mal grundlegende Fragen zum deutschen Bildungssystem klären. Beispielsweise, warum es in Deutschland so wichtig ist, eine Ausbildung zu machen, oder welche Ausbildungsarten es überhaupt gibt.

Dann geht es darum, deinen eigenen Weg ins Berufsleben zu finden: Anhand der persönlichen Stärken und Interessen versuchen Beraterinnen und Berater mit dir zusammen herauszufinden, welche beruflichen Möglichkeiten für dich infrage kommen. Der nächste Schritt ist zu klären, wie man dieses Berufsziel erreicht – über eine Ausbildung oder über ein Studium (Mehr dazu in Schritt 3: Welcher Weg passt zu mir?).

Vereinbare vorab einen Termin, damit sich die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agenturen für Arbeit genügend Zeit für dich nehmen können: unter der Telefonnummer 0800 4 5555 00 (kostenfrei) oder über das Kontaktformular. Die Termine finden derzeit Corona-konform telefonisch oder digital per Videocall statt.“

„Die Agenturen für Arbeit beraten und vermitteln in Ausbildung und Arbeit. Grundsätzlich können sie die Vermittlung durch finanzielle Fördermöglichkeiten unterstützen.

Weitere Ansprechpartner speziell für Ausbildungsberufe sind die Industrie- und Handelskammern (IHK) beziehungsweise die Handwerkskammern (HWK). Die IHKs sind für Ausbildungsberufe im Bereich Industrie und Handel zuständig, zum Beispiel Bankkaufmann*frau oder Technische*r Produktdesigner*in. Die HWKs sind dagegen auf Berufe im Handwerk ausgerichtet, etwa Tischler*in oder Maurer*in. Beide Kammern arbeiten eng mit den Agenturen für Arbeit zusammen, bieten aber auch selbst Beratungen an. Da sie in Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben stehen, können die Kammern zwischen den Betrieben, die ausbilden, und den Auszubildenden vermitteln. Außerdem kennen die Kammern Förderprogramme für Auszubildende.

Welche Kammern für deine Region zuständig sind, kannst du im Internet nachlesen: auf der Webseite des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) für die IHKs und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) für die HWKs. Bei vielen Industrie- und Handelskammern gibt es für Geflüchtete außerdem die Möglichkeit, den Test check.work durchzuführen. Wer bereits Berufserfahrung hat, kann damit seine Kenntnisse nachweisen. Und wer noch nicht weiß, in welchem Bereich er arbeiten möchte, dem hilft der Test dabei, die eigenen Stärken zu erkennen.

Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wurden 2013 außerdem die KAUSA-Servicestellen ins Leben gerufen. Die bundesweit über 20 Servicestellen beraten junge Geflüchtete zu Ausbildungsmöglichkeiten. Weitere Informationen findest du unter jobstarter.de.“

„Auch bei Fragen zum Studium sind die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agenturen für Arbeit gerne behilflich. Steht der Studiengang oder der Hochschulort fest, können zudem die Zentrale Studienberatung oder das International Office der jeweiligen Hochschule weiterhelfen. Dort können Fachkräfte beispielsweise Fragen zum Studienangebot, zur Zulassung oder zur Bewerbung beantworten. Hast du Fragen zu einem bestimmten Studiengang, ist die jeweilige Fachstudienberatung die richtige Anlaufstelle. Diese ist an der Fakultät beziehungsweise im Fachbereich zu finden. Kontaktdaten zu den Ansprechpartnern findest du auf der Website der Hochschule.“

„Suchst du eine Wohnung, einen Nebenjob oder hast du Fragen zur Finanzierung des Studiums? Dann sind die Studentenwerke die richtige Anlaufstelle. Welches Studentenwerk für deinen Hochschulstandort zuständig ist, kannst du auf der Landkarte unter studentenwerke.de herausfinden.

Nach 15 Monaten geduldetem oder gestattetem Aufenthalt können Studierende beim Studentenwerk einen Antrag auf die staatlich geförderte Finanzierungshilfe BAföG stellen. Das ist ein monatlicher Zuschuss, den du unter bestimmten Umständen bekommst – zum Beispiel, wenn deine Familie dich nicht ausreichend finanziell unterstützen kann. Die Hälfte dieses Geldes musst du nach dem Studium zurückzahlen. Die andere Hälfte bekommst du geschenkt. Verschiedene Stiftungen und Organisationen bieten außerdem Stipendien speziell für Geflüchtete an.

Die Studentenwerke helfen zudem dabei, ein Zimmer in einem Studentenwohnheim zu finden – für Studierende meist die günstigste Wohnmöglichkeit. Ebenso bieten die Studentenwerke Infos zu Nebenjobs. Wer nebenbei arbeitet, sollte aber möglichst darauf achten, dass das Studium nicht darunter leidet.“

„Die Jugendmigrationsdienste des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sind in verschiedenen Regionen tätig. Träger sind oft kirchliche Einrichtungen wie beispielsweise die Caritas. Die Jugendmigrationsdienste unterstützen bei der Suche nach einem passenden Beruf und helfen bei der Integration in die Gesellschaft oder bei familiären Schwierigkeiten. Ziel der Jugendmigrationsdienste (JMD) ist eine längerfristige Unterstützung bei der Integration in Deutschland. Auf jugendmigrationsdienste.de sind derzeit 487 Jugendmigrationsdienste gelistet.

Generell empfehle ich, nicht nur eine Anlaufstelle zu nutzen, sondern sich über verschiedene Wege zu informieren. Auch selbst aktiv zu werden, ist wichtig. Wer viele Gespräche führt und Kontakte zu Einheimischen knüpft, schafft sich eine gute Basis für seine berufliche Zukunft.“

Stand: 05.04.2021

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