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Viele Wege führen ins Studium

IHK-Prüfung in der Meistersingerhalle in Nürnberg.
Die allgemeine Hochschulreife ist der direkte Weg an eine Universität. Doch auch andere Abschlüsse ermöglichen ein Studium.
Foto: Hans-Martin Issler

Mit welchem Abschluss kann ich wo studieren?

Viele Wege führen ins Studium

Abitur, Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife: Wer eine sogenannte Hochschulzugangsberechtigung hat, darf auch studieren. Doch mit welchem Abschluss kann man eigentlich wo ins Studium starten? abi» gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten.

Auf dem Gymnasium gehörte Deutsch zu Carolin Fabischs Lieblingsfächern. Für die Abiturientin, die gerne schreibt und liest, stand daher fest: Sie möchte Literatur studieren. „Ich habe mich an mehreren Universitäten für verschiedene Studiengänge beworben“, berichtet die Studentin, die sich letztlich für das Fach Germanistik mit Nebenfach Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld entschieden hat. „Da Geisteswissenschaften an Fachhochschulen nicht angeboten werden, kam für mich nur eine Universität infrage“, merkt die 24-Jährige an.

Erste Einblicke in den Alltag an einer Universität erhielt Carolin Fabisch schon als Schülerin: „Für eine wissenschaftliche Arbeit habe ich an der Universität Paderborn recherchiert, außerdem besuchte ich in Bielefeld einen Tag der offenen Tür.“ Trotzdem war der Studienstart für die junge Frau gewöhnungsbedürftig: „Als Studentin muss man viel mehr selbst organisieren als in der Schule, man ist mehr auf sich allein gestellt“, erinnert sie sich an ihre Anfangszeit. „Es gibt außerdem nicht so strenge Abgabefristen wie in der Schule – man braucht Disziplin, um zum Beispiel Hausarbeiten nicht zu lange aufzuschieben.“ Für Carolin Fabisch sind das selbstständige Lernen und die selbstständige Wahl der Fächer aber genau das Richtige. Ihr gefällt es an der Universität so gut, dass sie an ihr Bachelorstudium ein Masterstudium der Medienwissenschaften angeschlossen hat.

Freie Wahl mit Abitur

Ein Porträt-Foto von Carolin Fabisch

Carolin Fabisch

Foto: privat

Wer wie Carolin Fabisch das Abitur – auch allgemeine Hochschulreife genannt – in der Tasche hat, dem stehen sämtliche Türen offen. Denn wer diese uneingeschränkte Studienberechtigung erworben hat, kann sich grundsätzlich aussuchen, ob ihn sein Weg zum Beispiel an eine Universität, Fachhochschule (FH), duale Hochschule oder Berufsakademie führt. Zu beachten sind jedoch die jeweiligen Zulassungsbeschränkungen wie hochschuleigene Auswahlverfahren oder ein Numerus clausus. Letzterer bedeutet, dass die Zahl der Studienplätze in einem Fach begrenzt ist. Die zur Verfügung stehenden Studienplätze werden der Zahl der eingegangenen Bewerbungen gegenübergestellt. Daraus ergibt sich, wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, der Numerus clausus (NC). Dieser kann variieren und bestimmt, ab wann es keine Plätze mehr gibt. Um einen Platz zu ergattern, müssen Bewerber einige von der Hochschule festgelegte Kriterien erfüllen, beispielsweise einen gewissen Abiturnotenschnitt.

Fachgebundene Hochschulreife

Ein weiterer Abschluss, der den Weg ins Studium ebnet, ist die fachgebundene Hochschulreife, die an Berufsoberschulen (BOS), in einigen Bundesländern auch an Fachoberschulen (FOS) oder Fachgymnasien erworben werden kann. Mit diesem Abschluss können an Fachhochschulen meist alle Fächer studiert werden, wobei hier die Bestimmungen je nach Bundesland variieren. („Studieren mit fachgebundener Hochschulreife“)

Darüber hinaus ist es möglich, an einer Universität zu studieren – im Gegensatz zur allgemeinen Hochschulreife allerdings nur solche Fächer, auf die der Schulabschluss inhaltlich im gewählten Schwerpunkt vorbereitet hat, etwa in Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit und Soziales oder Gestaltung. Wie das etwa in Baden-Württemberg aussehen kann, erläutert Birgit Dömkes, Beraterin für Akademische Berufe an der Agentur für Arbeit Heidelberg: „Hat jemand zum Beispiel die mittlere Reife und eine kaufmännische Ausbildung plus zwei Jahre BOS oder FOS mit Wirtschaftsschwerpunkt, kann er an der Uni unter anderem Betriebswirtschaft studieren – aber beispielsweise kein Ingenieurwesen.“ Um fachgebunden an einer Universität studieren zu können, ist es ratsam, sich vorab bei der gewünschten Universität über den angestrebten Studiengang und die erforderlichen Zugangsvoraussetzungen zu informieren.

Fachhochschulreife

Eine weitere Variante findet sich mit der Fachhochschulreife. Diese kann je nach Bundesland am Gymnasium, an der Gesamtschule, am Berufskolleg, an der Fach- oder Berufsoberschule, im Telekolleg, an der Abendschule oder via Fernunterricht erworben werden. Dieser Abschluss befähigt generell zu einem Studium an einer Fachhochschule bzw. einer Hochschule für angewandte Wissenschaften oder University of Applied Sciences, wie sich einige Fachhochschulen inzwischen nennen. („Studieren mit Fachhochschulreife“) In einigen Bundesländern können Bewerber darüber hinaus unter bestimmten Voraussetzungen auch an Universitäten zugelassen werden. („Schulsysteme der Bundesländer“)

Auch der Abschluss ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. So kann man in einigen Ländern den schulischen Teil der Fachhochschulreife nach dem erfolgreichen Abschluss der 11. bzw. 12. Klasse (im G9-Modell) erwerben. Der praktische Teil verlangt zusätzlich entweder eine anerkannte Berufsausbildung oder ein einjähriges Praktikum.

Mit Beruf zum Abi

Ein Porträt-Foto von Birgit Dömkes

Birgit Dömkes

Foto: privat

Auch wer keinen der genannten Schulabschlüsse vorzuweisen hat, aber gerne studieren möchte, kann sein Ziel erreichen. Seit 2017 besteht in einigen Bundesländern die Möglichkeit, ein sogenanntes Berufsabitur zu absolvieren. Hier können Auszubildende parallel zu einer (handwerklichen) Berufsausbildung die allgemeine Hochschulreife erwerben. (Erfahrungsbericht zum Berufsabitur) „Dieser Weg erfordert eine erhöhte Lernbereitschaft und viel Ausdauer. Viele Arbeitgeber sehen es als sehr positiv an, wenn sich ein Bewerber dieser Herausforderung gestellt hat“, sagt Birgit Dömkes. Auf welchem Weg jemand seinen Hochschul- oder Universitätsabschluss erreicht hat, ist laut der Beraterin zweitrangig.

Eine kompakte Übersicht über die verschiedenen Abschlüsse haben wir in einer Animation zusammengestellt. Für detaillierte Infos zum komplexen Thema Schulabschluss und Studium sowie den entsprechenden Besonderheiten je Bundesland, empfiehlt sich ein Blick auf die Seiten der Kultusministerien der Länder.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit mit einem Überblick und Reportagen zu verschiedenen Berufswelten.
berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und bild
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Hochschulkompass

Informationsangebot der Hochschulrektorenkonferenz über alle deutschen Hochschulen, deren Studienangebot und internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

Hochschulrektorenkonferenz

www.hrk.de

Centrum für Hochschulentwicklung

www.che.de

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH

www.dzhw.eu

Stiftung für Hochschulzulassung

www.hochschulstart.de

Portal von CHE „Studieren ohne Abitur“

www.studieren-ohne-abitur.de

Informationsportal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz zum „Deutschen Qualifikationsrahmen“ (DQR)

www.dqr.de

abi>> 29.04.2019