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MINT-Camp

„Der richtige Weg für mich“

Schon immer hat sich Johanna Meier (21) dafür interessiert, wie die Dinge funktionieren. Aus der Leidenschaft für Technik entschied sie sich für das Niedersachsen-Technikum, um Berufen und Studiengängen mit naturwissenschaftlich-technischem Hintergrund näher zu kommen – und das mit Erfolg, wie sie abi» berichtet.

Portrait einer jungen Frau in einem Baumarkt.

Frauen, die sich für Handwerk oder Technik interessieren, sind längst keine Kuriosität mehr.

Naturwissenschaft, Kunst oder Technik? Diese Frage stellte ich mir bereits in der siebten Klasse und entschied mich daraufhin für das Informatik-Profil meiner Schule. Dieses beinhaltet neben den naturwissenschaftlichen Schulfächern auch noch weitere, wie zum Beispiel Informatik, Kunst und Politik-Wirtschaft. So konnte ich damals meine Leidenschaft für Technik ausleben.

Nach meinem Abitur besuchte ich den Hochschulinformationstag an der Technischen Universität in Braunschweig und lernte dort das Niedersachsen-Technikum kennen. Ich war sofort begeistert und habe mich direkt beworben. Das Niedersachsen-Technikum ist ein halbjähriges Projekt für junge Frauen, die Interesse im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (MINT) haben, sich aber noch unsicher sind, ob ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich das Richtige ist.

Portraitfoto von Johanna Meiee

Johanna Meier

Voraussetzung für die Teilnahme ist nur die Hochschulreife und die Zusendung einer Bewerbung, die aus einem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben bestehen muss. Danach hieß es für mich erstmal: abwarten. Zum Glück erhielt ich nach ein paar Tagen schon eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch bei der TU Braunschweig. Dort habe ich noch ein paar Fragen gestellt bekommen, eine davon war zum Beispiel: Warum ich das Niedersachsen-Technikum machen möchte. Zudem wurde mir erklärt, wie das Projekt abläuft und was auf mich zukommen wird. Da man während des Technikums vier Tage in einem Betrieb und einen Tag an der Hochschule verbringt, konnte ich mir aus einer Liste von Unternehmen, die an dem Programm teilnehmen, drei Favoriten raussuchen.

Kombination aus Praxis und Theorie

Ich habe mich für das Schweizer Familienunternehmen Bühler in Braunschweig entschieden. Das ist ein Unternehmen, welches innovative Prozesstechnologien in der Lebensmittelverarbeitung anbietet. Natürlich musste das Unternehmen vorher auch erstmal mich kennenlernen, um zu sehen, ob die Sympathie auf Gegenseitigkeit beruht. Das Bewerbungsgespräch lief super: Mein Niedersachsen-Technikum konnte endlich starten.

Im Betrieb hat mir besonders gut gefallen, dass mir meine Kollegen viel gezeigt und erklärt haben und mich zum Beispiel direkt in eine Mühle mitgenommen haben, um mir den Produktionsablauf zu demonstrieren. Auch der Hochschultag an einem Tag pro Woche hat mir große Freude bereitet – dort konnte ich zum einen den Uni-Alltag und zum anderen die einzelnen Fakultäten und verschiedenen Studiengänge der TU Braunschweig kennenlernen.

Die Einblicke in die Studiengänge und in den Arbeitsalltag von Ingenieuren haben mir geholfen, meinen beruflichen Weg zu finden. Nach dem Technikum habe ich mich für eine Ausbildung zur Technischen Systemplanerin der Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik bei Bühler entschieden.

Wer sich interessiert, kann glänzen

Nächstes Jahr bin ich mit meiner Ausbildung fertig und möchte im Anschluss an der TU Braunschweig Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau studieren. Dass in diesem Bereich mehr Männer als Frauen Fuß fassen, ist mir durchaus bewusst. Schon in der Ausbildung habe ich bemerkt, dass ich teilweise die einzige Frau bin, die in der Werkstatt arbeitet. Aber das ist kein Problem – solange man Durchsetzungsvermögen hat.

Vorurteile oder Klischees sind mir während meiner Ausbildung nie wirklich begegnet. Wenn ich erzähle, dass ich eine Ausbildung im technischen Bereich mache und danach Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau studieren möchte, habe ich zwar schon ab und zu mal den Kommentar gehört, dass das für eine Frau eher untypisch ist. Aber eigentlich haben sich immer alle für mich gefreut und finden es ziemlich cool, dass ich eine große Affinität zur Technik habe.

Wenn ich mit meiner Ausbildung bald fertig bin und das Studium beginne, bleibe ich noch bei Bühler als Werkstudentin beschäftigt, um neben meinem Studium weiterhin Praxiserfahrungen zu sammeln.

abi» 09.03.2020

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