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Unvoreingenommen rangehen

Niklas Knezevic in einem Hörsaal.
Niklas Knezevic (22) hat mit Hilfe eines Orientierungstests seinen Weg gefunden und studiert nun Politik- und Verwaltungswissenschaft.
Foto: privat

Fachübergreifender Test zur Selbsterkundung

Unvoreingenommen rangehen

Ein langer Entscheidungsprozess hat Niklas Knezevic schließlich zum Studiengang Politik- und Verwaltungswissenschaft an der Uni Konstanz geführt. abi» erzählt der 22-Jährige, welche Rolle Orientierungstests und Beratungsgespräche dabei gespielt haben – und warum er erst einen Umweg machte, bevor er das richtige Studium für sich gefunden hat.

Als Grundschüler war Niklas Knezevic in Mathe so gut, dass er eine Klasse überspringen konnte. Seine Begabung und sein Faible für naturwissenschaftliche Fächer hielten an, in der Oberstufe entschied er sich für Physik als Leistungskurs und fuhr auch dort super Noten ein. Allen schien klar: „Niklas macht mal was Naturwissenschaftliches.“ Auch er selbst war davon überzeugt.

Richtig entschieden?

Ein Porträt-Foto von Niklas Knezevic

Niklas Knezevic

Foto: privat

Dass seine mathematischen Fähigkeiten überdurchschnittlich hoch sind, stellte auch ein Eignungstest fest, den er in der Oberstufe machte. Bei den Interessensgebieten landete „Entwicklung und Konstruktion“, also eine forschungsintensive Tätigkeit, auf Platz 1. „Naturwissenschaften und Labor“ stand ebenfalls recht weit oben. Da er in der Nähe seiner Heimatstadt Böblingen bleiben und interdisziplinär studieren wollte, entschied er sich für Nanoscience an der Uni Konstanz.

Im Herbst 2014 ging es los, doch bald stellte er fest, dass er nicht wirklich zufrieden war. „Die Laborpraktika haben mich demotiviert. Es hat mir keinen Spaß gemacht“, erinnert sich der 22-Jährige. In den Wochen danach verbrachte er deutlich mehr Zeit beim Unitheater als in Vorlesungen. Bis er sich dachte: „So kann es nicht weitergehen.“

Zweiter Anlauf

Also begann Niklas Knezevic von vorn: Erneut fragte er sich, was er beruflich machen will. Er führte Gespräche mit der Studienberatung. Er nahm an einem zweitägigen Entscheidungstraining zur Berufs- und Studienorientierung (BEST) für Studieninteressierte in Baden-Württemberg teil und stellte sich Fragen wie: Womit habe ich in der Schule viel Zeit verbracht? Woran kann ich mich am besten erinnern?

Die Antworten: Sein Engagement als Vorstandsvorsitzender der Schülerfirma hat ihm Spaß gemacht. Der von ihm mitverfasste und designte Geschäftsbericht wurde sogar mit einem Sonderpreis der Deloitte-Stiftung gekürt. Ein Fotografie-Praktikum, der Presse-Club der Schule, Theaterspielen und Filmarbeiten beim Abiball waren weitere wertvolle Erfahrungen. Und gute Noten hatte er auch in anderen Fächern – sein Abischnitt war 1,4 – etwa in Geschichte, Gemeinschaftskunde und im Wirtschafts-Leistungskurs.

Ergebnisse besprechen

Erneut macht er einen Orientierungstest, den www.was-studiere-ich.de vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium – ganz frei von dem Gedanken, dass das Ergebnis auf Naturwissenschaften hinweisen müsste. Schlagwörter wie „unternehmerisch“ und „sozial“ fielen nun mehr ins Gewicht. Und bei einem neuen Blick auf die alten Testergebnisse stellte er fest: „Entwicklungen gestalten und innovativ arbeiten“ stand schon damals auf Platz 2 seiner Interessensgebiete, zudem wurde ihm bescheinigt, dass er bereit ist, viel Verantwortung zu übernehmen und dass sein sprachliches Verständnis überdurchschnittlich gut ist.

„Zur Schulzeit habe ich Alternativen zur Naturwissenschaft gar nicht erst in Erwägung gezogen“, erinnert sich Niklas Knezevic und rät: „Man sollte solche Tests offen und unvoreingenommen machen und nicht schon beim Beantworten das Ergebnis im Kopf haben.“ Ebenso offen sollte man das Ergebnis anschauen – und es unbedingt mit jemandem besprechen. Er tat das unter anderem mit der Trainerin im BEST-Seminar – und bilanziert: „Ich suche auch weiterhin regelmäßig meine Studienberaterin auf, um Probleme und Beobachtungen auf dem Weg zum Bachelor, den ich bald machen werde, zu besprechen.“ Er entschied sich schließlich für den Studiengang „Politik- und Verwaltungswissenschaft“. Heute ist er überzeugt, dass dieser Weg der richtige ist.

abi>> 28.05.2019