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Bundeswettbewerb Informatik – Interview

„Der Lerneffekt ist sicherlich der wichtigste Punkt“

Dr. Wolfgang Pohl ist Geschäftsführer der bundesweiten Informatikwettbewerbe. Im Gespräch mit abi» erklärt er, wer am Wettbewerb teilnehmen kann, wie die einzelnen Runden ablaufen und warum sich eine Teilnahme lohnt.

Frau hält Smartphone über Spielzeugproduktkatalog und lässt sich durch eine Augmented Reality-App die Spielsachen in 3D anzeigen.

Für alles gibt es inzwischen eine App - entwickelt von Menschen, die sich für die Informatik begeistern.

abi» Herr Pohl, warum ist es wichtig, junge Menschen für Informatik zu begeistern?

Wolfgang Pohl: Nun, immer mehr Dinge des täglichen Lebens lassen sich mit Computersystemen regeln, also brauchen wir auch immer mehr Menschen, die diese Systeme entwickeln, betreuen und verwalten. Informatik ist also wichtig für die Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft: Ein gutes Beispiel ist die Corona-Warn-App, die betrifft ja im Grunde alle.

abi» Seit wann gibt es den Bundeswettbewerb Informatik?

Dr. Wolgang Pohl

Wolfgang Pohl: Seit 1980. Zu der Zeit zogen die ersten Heimcomputer in die Haushalte ein, immer mehr Jugendliche beschäftigten sich mit dieser Technologie. Damals wurde klar: Man kann ein Programm zwar irgendwie schreiben, aber man kann es auch wirklich gut schreiben. Doch das geht nur, wenn man sich mit der Wissenschaft befasst, die dahinter steckt. Genau das soll den Jugendlichen schon früh vermittelt werden.

abi» Wer kann am Bundeswettbewerb Informatik teilnehmen?

Wolfgang Pohl: Informatiktalente, die noch keine 21 Jahre alt sind. Wir haben zwei Zielsetzungen: Interesse wecken – und Talente entdecken und fördern. Der Bundeswettbewerb ist ein Leistungswettbewerb, man muss sich schon reinknien, wenn man wirklich erfolgreich sein will.

abi» Was müssen die Teilnehmenden tun?

Wolfgang Pohl: Wir stellen Aufgaben. Eine in der ersten Runde war beispielsweise eine Urlaubsfahrtplanung mit Tankpausen samt zwei Kriterien: Erstens möglichst billig zu tanken und zweitens nicht zu oft Pausen machen zu müssen. Da muss man schon ordentlich überlegen, welchen Algorithmus man dafür entwickelt. Die Lösungsentwicklung steht eben immer im Zentrum der Informatik.

abi» Und wenn man nicht gleich auf die Lösung kommt?

Wolfgang Pohl: Die beiden ersten Runden werden von zu Hause aus gemacht und es steht viel Zeit zur Verfügung. Man kann sich also anmelden, schauen, wie weit man kommt, und sich zwischendurch auch Notwendiges neu aneignen.

abi» Und was kann man gewinnen?

Wolfgang Pohl: Ruhm und Ehre. (Er lacht.) Ganz am Ende gibt es Geldpreise, und die Bundessieger bekommen ein Stipendium. Aber der Lerneffekt ist sicherlich der wichtigste Punkt. Und die Begegnungen. Wir bringen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, etwa bei Camps oder Workshops, und dabei sehen sie: Es gibt Gleichgesinnte.

Stand: 27.08.2020

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