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Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

„Ich bin reifer geworden“

Anton Höffer (19) hat im Jahr 2019 den Bundespreis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten gewonnen. Inzwischen studiert der 19-Jährige Berliner in Münster Jura. Für abi» schildert er seine Erlebnisse rund um die Teilnahme an diesem Wettbewerb.

Preisverleihung des Geschichtswettbewerbs mit dem Bundespräsidenten.

Anton Höffer nahm erfolgreich am Geschichtswettbewerb teil. Dabei konnte er viel Neues ausprobieren: Forschen in einem Archiv und eine Hausarbeit schreiben zum Beispiel.

Das war meine zweite Teilnahme am Wettbewerb. Bereits in der zehnten Klasse, im Jahr 2017, habe ich das erste Mal teilgenommen. Damals war ich zwar noch nicht im Leistungskurs Geschichte, aber das Fach interessierte mich. Mein damaliger Geschichtslehrer war gezielt auf mich zugekommen und hatte mich gefragt, ob ich beim Wettbewerb mitmachen möchte. Für meinen Beitrag wurde ich damals mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Die Arbeit für den Wettbewerb hat mich so sehr begeistert, dass ich mir sofort sicher war, bei der nächsten Ausgabe des zweijährig stattfindenden Geschichtswettbewerbs wieder dabei zu sein.

Das konkrete Forschungsobjekt ergab sich in Gesprächen mit meinem Tutor – meinem Lehrer. Von der Körber-Stiftung, die den Wettbewerb austrägt, war nämlich lediglich das Leitthema „So geht‘s nicht weiter: Krise, Umbruch, Aufbruch“ vorgegeben. Ich entschied mich über das Thema Linksextremismus in den 1960er und 1970er Jahren zu recherchieren. Im September 2018 legten wir uns also auf das Forschungsgebiet fest, zu dem im Februar 2019 der Beitrag beim Landeswettbewerb eingereicht werden sollte.

Schöne Abwechslung zur Schule

Ein Porträt-Foto von Anton Höffer.

Anton Höffer

Was mir am Wettbewerb am meisten gefallen hat, war das vollkommen selbstständige Arbeiten. Welche Quellen nutze ich, wie arbeite ich, und wann? Das empfand ich als schöne Abwechslung zur Schule. Zu meinen Recherchen ging ich in verschiedene Archive, besuchte die Bibliothek des Abgeordnetenhauses in Berlin und sprach auch mit einem Zeitzeugen. Das hat mich ganz besonders beeindruckt. Insgesamt investierte ich wohl um die 500 bis 700 Stunden in die Arbeit. Das Schwierigste war für mich am Ende, die Masse von Informationen zu ordnen und zu strukturieren. Mein Tutor agierte dabei immer als Ansprechpartner für mich. Wir haben uns regelmäßig besprochen und ich bekam Feedback. Da ich schon an der vorherigen Ausgabe des Wettbewerbs teilgenommen hatte, gab es für mich zudem die Möglichkeit, zu meinem ersten Beitrag von der Körber-Stiftung Feedback einzuholen.

Verzweifelte Momente habe ich natürlich erlebt. In der heißen Phase musste ich mein Sozialleben für etwa vier Wochen hinten anstellen, auch die Vereinbarkeit mit den restlichen Schularbeiten wurde dann schon manchmal schwierig. Ab und zu wurde ich ausnahmsweise vom Unterricht frei gestellt.

Der Preis ist nicht das wichtigste

Meine Studienwahl hat die Teilnahme am Wettbewerb zwar nicht beeinflusst – ich hatte mich bereits in der neunten Klasse entschieden, Rechtswissenschaften zu studieren. Im Hinblick auf die Hausarbeiten hoffe ich jedoch, dass sich meine Erfahrungen im selbstständigen Erstellen längerer Arbeiten auszahlen werden. Auch wenn letztlich der Landes- und dann auch noch der Bundessieg natürlich überwältigende Erlebnisse waren, finde ich, dass der Wettbewerb mir viel mehr als Anerkennung und Geldpreise gebracht hat. Die Teilnahme hat mich menschlich reifer gemacht.

abi» 21.01.2020

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