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Freunde fürs Leben

Ausschnitt eines Plakates, das das Periodensystem zeigt.
Für Chemiebegeisterte wie Jule Kristin Philipp ist eine Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade eine tolle Gelegenheit.
Foto: Julien Fertl

Internationale Chemie-Olympiade

Freunde fürs Leben

Jule Kristin Philipp (20) studiert Chemie im fünften Semester. Die Teilnahme an Schülerwettbewerben rund um Chemie hatte auf diese Entscheidung einen großen Einfluss. Doch das Tollste an der Teilnahme war – und ist es noch heute – für die gebürtige Rostockerin der Kontakt mit Gleichgesinnten.

Wann ich mich entschieden habe, tatsächlich Chemie zu studieren, kann ich heute gar nicht mehr so recht sagen. Ich hatte von meiner ersten Chemiestunde an eine sehr gute Lehrerin, die es schaffte, mich zu begeistern. Sie war es auch, die mich in der zehnten Klasse auf den Wettbewerb „Chemie – die stimmt!“ aufmerksam machte. Dort schaffte ich es über die erste Runde, die Landesrunde, bis in die damalige Endrunde, wo ich den dritten Platz belegte. Meine Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade (IChO) war dann der nächste logische Schritt. Dort bin ich bis in die dritte Auswahlrunde gekommen.

Die erste Runde war eine Hausaufgabenrunde, an der jeder Interessierte teilnehmen kann. Die Aufgaben sind komplex, teilweise wurden da Inhalte abgefragt, die im Studium erst in der Mastervorlesung vorkommen. In der zweiten Runde musste ich eine mehrstündige Klausur schreiben, auf die ich mich in den Sommerferien drei Wochen lang vorbereitet hatte. Von allen Teilnehmern aus allen Bundesländern wurden dann die besten 60 ausgewählt, die an der dritten Runde in Göttingen teilnehmen durften. Das war ein einwöchiges Seminar mit zwei langen Klausuren und dazwischen immer wieder Vorträgen und Vorbereitungen auf die Klausuren. Von dort wurden die besten 15 ausgewählt, die nach Kiel durften und aus denen das Nationalteam für die internationale Teilnahme ermittelt wurde.

Einmal Wettbewerbe – immer Wettbewerbe

Ein Porträt-Foto von Jule Kristin Philipp.

Jule Kristin Philipp

Foto: privat

Dass ich es nicht nach Kiel schaffte, fand ich überhaupt nicht schlimm, denn ich habe in diesen drei Runden so viel gelernt und so viele tolle Leute getroffen; sogar einige meiner besten Freunde stammen aus Wettbewerbszeiten. Bei der IChO trifft man lauter Gleichgesinnte. Und jeder, der da ist, ist schon super gut. Anfangs war ich dadurch ziemlich eingeschüchtert, aber ich habe auch gelernt, dass jeder zwischendurch das Gefühl hatte, in den Klausuren total versagt zu haben.

Dieses Netzwerk, das ich mir durch die Wettbewerbe aufgebaut habe, pflege ich noch heute. Und auch den Wettbewerben bin ich treu geblieben. Neben dem Chemiestudium organisiere ich den Regionalwettbewerb Nord von „Chemie – die stimmt!“. An meiner ehemaligen Schule, dem Gymnasium Reutershagen in Rostock, gebe ich außerdem Vorbereitungsunterricht für Chemiewettbewerbe.

Nach meinem Bachelor im nächsten Jahr werde ich den Master und dann eine Promotion anschließen. Ich würde gerne in der Forschung bleiben, denn bei der „Nachhilfe für Begabte“, wie ich es gerne nenne, sehe ich immer wieder, wie gut mir das Unterrichten liegt. Ich kann mir also sehr gut vorstellen, dass mir die Lehre Spaß machen würde.

abi>> 27.01.2020