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Jugend debattiert – Interview

Teil der Demokratie sein

Ansgar Kemmann ist Leiter von „Jugend debattiert“, einem der größten Bundeswettbewerbe zur sprachlich-politischen Bildung. Im Gespräch mit abi» erklärt er, wie die Teilnahme funktioniert und warum unsere Demokratie davon profitiert.

Verschiedene Szenen aus Unterricht und Wettbewerb in der Schule.

Der Wettbewerb „Jugend debattiert" beginnt als Projekt im Unterricht. An jeder Debatte nehmen vier Personen teil, zwei mit pro-Argumenten, zwei mit contra-Argumenten.

abi» Herr Kemmann, was ist das Ziel von „Jugend debattiert“?

Ansgar Kemmann: Bundespräsident Johannes Rau beschrieb es so: „Als Initiator und Schirmherr von Jugend debattiert wünsche ich mir, dass unser Wettbewerb genau das fördert: sprachlich gewandte und demokratisch couragierte Bürger*innen auszubilden. Ich wünsche mir und uns, dass die Kunst der Debatte als Form des Unterrichts in möglichst vielen Fächern in der Schule immer selbstverständlicher wird.“ 2021 besteht Jugend debattiert als Initiative des Bundespräsidenten 20 Jahre.

abi» An wen richtet sich der Wettbewerb und wie funktioniert die Teilnahme?

Ansgar Kemmann: Der Wettbewerb findet in zwei Altersgruppen statt. Die Altersgruppe I umfasst die Klassen 8 bis 10 (im G8: 8-9), die Altersgruppe II die Jahrgangsstufen 11 bis 13 (G8: 10-12). Teilnahmevoraussetzung ist, dass die eigene Schule als „Jugend debattiert-Schule“ registriert ist. Debattiert werden aktuelle politische Streitfragen. An jeder Debatte nehmen vier Personen teil, zwei mit pro-Argumenten, zwei mit contra-Argumenten. Jugend debattiert beginnt als Projekt im Unterricht. Der Wettbewerb startet dann als Klassen- oder Schulwettbewerb, auf diesen folgen die Wettbewerbe auf Regional-, Landes- und Bundesebene. Pandemiebedingt wird der Wettbewerb 2021 in vielen Schulen sowie auf der Regional- und Landesebene online ausgetragen.

Ansgar Kemmann

abi» Nach welchen Kriterien entscheidet die Jury?

Ansgar Kemmann: Bewertet werden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Nicht bewertet wird die politische Meinung. Die Positionen in der Debatte werden zugelost und anwaltlich vertreten. Man lernt dabei, nicht nur für sich, sondern auch für andere zu sprechen. Alle Argumente sollen auf den Tisch, damit jeder im Publikum, wie ein Richter, seine eigene Meinung bilden kann.

abi» Was gibt es zu gewinnen?

Ansgar Kemmann: Auf jeder Ebene des Wettbewerbs gibt es Erfahrung, Begegnung und eine wertschätzende individuelle Rückmeldung zu gewinnen. Preise ab dem Regionalwettbewerb sind mehrtägige Seminare zur gemeinsamen Vorbereitung auf die nächste Wettbewerbsebene, auf denen man seine Fähigkeiten ausbauen und Gleichgesinnte kennenlernen kann. Die Bundessieger der Altersgruppe II werden für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen.

abi» Wie profitieren die teilnehmenden Jugendlichen?

Ansgar Kemmann: Vielfältig. Sie lernen, öffentlich aufzutreten und gewinnen enorm an Selbstbewusstsein. Sie finden neue Freunde und erhalten Handwerkszeug für eine aktive Teilhabe in unserer Demokratie. Durch die intensive Auseinandersetzung mit den Debattenthemen entdecken viele auch ihr Studienfach.

Stand: 04.03.2021

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