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Statements: Vielfalt und Chancengleichheit

Diversity zielt auf die Anerkennung und Wertschätzung aller Menschen, unabhängig von kultureller oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Behinderungen oder Weltanschauung. Gerade in Unternehmen wird dieses Thema immer wichtiger. Wie gutes Diversity-Management funktioniert und welchen Stellenwert es einnimmt, erklären drei Personalverantwortliche.

Schild mit Schrift: Arbeitsplatz für Sehbehinderte (Foto: Martin Rehm)

Susanne Küspert, Leiterin Personalstrategie und Diversity Deutsche Bahn AG in Berlin

Ein Porträt-Foto von Susanne Küspert. (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Susanne Küspert. (Foto: privat)

Susanne Küspert

Das Bekenntnis der Deutschen Bahn (DB) zu unserer starken Vielfalt ist in der Dachstrategie „Starke Schiene“ verankert. Es ebnet dabei den Weg für alle Mitarbeiter*innen, ihre unterschiedlichen Lebensentwürfe und Kompetenzen aktiv in den Konzern einzubringen und Unterschieden offen gegenüberzustehen. Alle Vorständ*innen stehen hinter dem Bekenntnis zu Vielfalt. Wir sind der Überzeugung: Vielfältige Teams treffen robustere Entscheidungen, sind finanziell erfolgreicher und innovativer.

Wenn wir bei der DB über Vielfalt sprechen, meinen wir alle Facetten. Neben den klassischen Dimensionen – Vielfalt der Geschlechter und geschlechtlichen Identitäten, Generationen, ethnische und soziale Herkunft, Religion, physische und psychische Fähigkeiten sowie sexuelle Orientierungen – sind für uns die Vielfalt der Perspektiven, Werte, Kompetenzen und Berufserfahrungen von Bedeutung. Unter dem Dach des DB-Konzerns vereinen wir weltweit mehr als 300.000 einzigartige Menschen. Damit ist die DB so bunt wie die Gesellschaft selbst.

Ein zentrales Diversity Management initiiert und koordiniert konzernweite Aktionen, die die erfolgreiche Zusammenarbeit vielfältiger Menschen fördern. Daneben gibt es starke Mitarbeiter*innen Netzwerke, die eigene Aktionen auf den Weg bringen: das LGBTIQ*-Netzwerk „railbow“, „Frauen bei der Bahn“, das Frauen konzernweit vernetzt, und „DB Cultures“, das die kulturelle Vielfalt der Mitarbeitenden fokussiert.

Nadja Juritz, Diversity+Inclusion bei BASF SE in Ludwigshafen am Rhein

Ein Porträt-Foto von Nadja Juritz. (Foto: BASF-SE / Claudia Schäfer) Ein Porträt-Foto von Nadja Juritz. (Foto: BASF-SE / Claudia Schäfer)

Nadja Juritz

Die Menschen, die für uns arbeiten, sind der Schlüssel für unseren Erfolg. Ihre unterschiedlichen Hintergründe und Perspektiven ermöglichen es uns, Kundenanforderungen besser zu verstehen und kreativere Lösungen zu entwickeln. Vielfalt hat Einfluss auf die Innovationskraft eines Unternehmens und ist somit ein klarer Wettbewerbsvorteil. Die Förderung von Vielfalt über alle Hierarchieebenen hinweg, ist fester Bestandteil unserer Strategie und finden sich auch in unseren Unternehmenswerten wieder. BASF strebt ein Arbeitsumfeld an, das auf wechselseitigem Respekt, Vertrauen und Wertschätzung basiert.

Es ist wichtig, Diversity-Management auf allen Ebenen zu integrieren, auf individueller sowie auf Teamebene und insbesondere auf Führungsebene. Vielfalt einzubeziehen ist zudem essentieller Bestandteil unserer strategischen Personalarbeit. Vielfalt spiegelt sich unter anderem im Anteil von Frauen in der Gesamtbelegschaft und in Führungspositionen wider. Seit 2015 setzt sich BASF global quantitative Ziele, um den Anteil weiblicher Führungskräfte zu erhöhen.

Yvonne Cvilak, Geschäftsführerin und Personalleiterin AfB gGmbH in Ettlingen

Ein Porträt-Foto von Yvonne Cvilak. (Foto: privat) Ein Porträt-Foto von Yvonne Cvilak. (Foto: privat)

Yvonne Cvilak

Unser Firmenname „AfB“ sagt eigentlich schon alles: Als Inklusionsunternehmen schaffen wir „Arbeit für Menschen mit Behinderung“. Etwa 45 Prozent unserer knapp 500 Mitarbeiter*innen sind schwerbehindert. Gemeinsam arbeiten wir am Refurbishing, also an der Wiederverwendung, gebrauchter Firmenhardware. Wir glauben daran, dass unternehmerisches Handeln immer auch eine gesellschaftliche und ökologische Verantwortung mit sich bringt. Indem wir die Nutzungsdauer von Firmenhandys und -laptops verlängern, steht Umweltschutz weit oben auf unserer Agenda.

Im Grunde ist das IT-Refurbishing ein Mittel, um Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Diversity, vor allem Inklusion, ist bei uns Tagesgeschäft. Bei uns arbeiten Menschen aus 18 Nationen, im Alter von 18 bis 69 Jahren. Zwar sind „nur“ etwa 16 Prozent Frauen, dafür sind viele von ihnen in IT-Berufen tätig, zum Beispiel als IT-Systemkauffrau, als IT-Technikerin in Reparatur und Aufarbeitung oder in der Datenlöschung oder im Vor-Ort-Service.

Diversity-Management im Unternehmen setzt man aus meiner Erfahrung heraus hauptsächlich durch Offenheit, Flexibilität und eine positive Herangehensweise um. Wir versuchen, in jedem Bereich Menschen mit und ohne Behinderung einzusetzen, ob Verwaltung, Produktion, Akquise oder Versand. Wir sehen das Potenzial unserer Kolleg*innen und nicht ihre Defizite. Durch unsere unterschiedlichen Aufgabengebiete finden wir für fast jeden einen Platz.