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Übersicht: Klischeefrei in die berufliche Orientierung

Alle Schüler*innen wollen einen Beruf finden, der ihren Neigungen und Talenten am meisten entspricht. Die Auswahl ist groß und in ihrer Entscheidung sind sie frei – oder? Vorbehalte aufgrund des Geschlechts spielen häufig eine größere Rolle, als viele annehmen. abi>> hat Ideen gesammelt, wie du über den Tellerrand schauen kannst und deinen Stärken und Interessen unvoreingenommen auf die Spur kommst.

Eine junge Frau sitzt mit einem Schraubenschlüssel vor einem Auto und schaut in die Kamera.  (Foto: Uwe Niklas)

Welcher Beruf ist der richtige? Er soll zu den eigenen Fähigkeiten und Interessen passen, so viel ist klar. Daneben spielen weitere Aspekte in die Berufswahl junger Menschen hinein, auch unbewusst – das Geschlecht zum Beispiel. Das Ergebnis ist sichtbar: Frauen sind in MINT-Berufen deutlich unterrepräsentiert, während Männer seltener in sozialen Berufen tätig sind. Verschiedene Initiativen und Aktionen verfolgen das Ziel, Rollenklischees aufzubrechen und jungen Männern und Frauen einen Blick über den Tellerrand zu ermöglichen. Außerdem helfen Testverfahren, den eigenen Interessen und Talenten auf die Spur zu kommen.

Girls‘Day und Boys‘Day

Ein Jungen-Tag und ein Mädchen-Tag – klingt nach Klischee, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Beim Girls‘Day und beim Boys‘Day lernen junge Menschen Berufe kennen, die nicht den gängigen Klischees entsprechen, und dürfen diese ausprobieren. Das heißt junge Frauen dürfen gezielt in technische oder naturwissenschaftliche Arbeitsfelder hineinschnuppern, junge Männer in Berufe im Sozial- und Erziehungswesen. So lernen Schüler*innen Bereiche kennen, in denen sie traditionell unterrepräsentiert sind und können ihren Horizont erweitern. Die beiden Projekte finden einmal jährlich in Form eines Schnupperpraktikums oder eines Workshops statt. Der Girls‘Day und Boys‘Day wird im Jahr 2021 überwiegend digital stattfinden. Organisiert und veranstaltet werden diese Angebote vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit.
girls-day.de
boys-day.de

Komm mach MINT – Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen

In den Ingenieur- und Naturwissenschaften sind Frauen nach wie vor in der Unterzahl. In der Mehrheit werden eher aus Männern Ingenieure. Ähnlich ist es in der Informatik und der Technik. Die Netzwerk-Initiative „Komm mach MINT“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen für MINT-Berufe zu begeistern und einen Einblick in diese Bereiche bei der Berufswahl zu ermöglichen. Dafür arbeitet die Initiative mit Organisationen und Unternehmen zusammen, die von einem Anstieg des Frauenanteils in MINT-Berufen profitieren, zum Beispiel um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das Angebot richtet sich vor allem an junge Frauen an der Schnittstelle zwischen Schule und Studium und an Absolventinnen im Übergang zwischen Studium und Berufsleben.
komm-mach-mint.de

Check-U, das Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit

Das kostenfreie Online-Erkundungstool ermittelt anhand psychologisch fundierter Testverfahren, welche Fähigkeiten und Interessen Schüler*innen haben. In vier Modulen- Fähigkeiten, Soziale Kompetenzen, Interessen und Berufliche Vorlieben – werden Fragen und Aufgaben beantwortet. Anhand dieser Erkenntnisse schlägt Check-U Ausbildungsberufe und Studienfelder vor, die zum eigenen Kompetenzprofil passen. So bekommen Nutzer*innen ein Gefühl dafür, welche beruflichen Optionen ihnen liegen – auch jenseits gängiger Geschlechterklischees.
check-u.de