So gelingt der Studienstart

Wegweiser auf dem Unicampus
In der ersten Studienwoche ist man meist schwer damit beschäftigt, sich auf dem Campus zurechtzufinden. Doch schon nach kurzer Zeit wirst du routiniert zu all deinen Veranstaltungen finden.
Foto: Jessica Braun

Erste Tage an der Hochschule – Hintergrund

So gelingt der Studienstart

Wo ist der Hörsaal? Werde ich mit dem Lernstoff zurechtkommen? Und wie finde ich Freunde? Wer ein Studium beginnt, dem gehen vorab viele Fragen durch den Kopf. Doch keine Angst: Es gibt jede Menge Ansprechpartner und Anlaufstellen, die beim Navigieren durch die Uni-Welt helfen.

Nervosität zum Studienstart ist ganz normal. Kein Wunder, schließlich ist es der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts. Auch Michelle Ginder, die im ersten Semester Deutsch und Evangelische Theologie auf Lehramt an der Universität Paderborn studiert, kennt das Gefühl: „An meinem ersten Uni-Tag war ich super aufgeregt. Wir wurden aber viel mehr an die Hand genommen, als ich dachte.“

Im Rahmen einer Orientierungswoche erhielten sie und die anderen Erstsemester jede Menge Tipps zum Uni-Leben und lernten den Campus bei einem gemeinsamen Rundgang kennen. „Das Gelände ist riesig im Vergleich zu meiner alten Schule, sodass ich manchmal immer noch Probleme habe, neue Räume zu finden“, erzählt sie schmunzelnd. Anderen Studienanfängern rät sie, sich nicht verrückt zu machen. „Das hat man auch mir zu Beginn gesagt – hätte ich nur drauf gehört, dann hätte ich mir viel Stress und Kopfzerbrechen erspart. Auch wenn es sich am Anfang so anfühlt, als wäre man ganz auf sich allein gestellt, erhält man viel Hilfe. Wenn man nicht weiterweiß, fragt man seine Kommilitonen.“

Ganz anders als in der Schule

Ein Porträt-Foto von Michelle Ginder

Michelle Ginder

Foto: privat

Weil ihre Heimat, das Emsland, zum Pendeln zu weit entfernt von Paderborn liegt, ist Michelle Ginder zu Studienbeginn in ein WG-Zimmer gezogen. „Ich habe früh angefangen, im Internet nach WGs zu suchen und auch bereits Besichtigungstermine vereinbart. So hatte ich keine großen Probleme, ein Zimmer zu finden“, berichtet die Studentin. „Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an das Leben in einer fremden Stadt gewöhnt habe. Mittlerweile fühle ich mich aber sehr wohl.“

Ihre Mitbewohnerin, die in einem höheren Semester an der Uni Paderborn studiert, konnte ihr viele Tipps zum Studium geben. „Im Vergleich zur Schule funktioniert das Lernen an der Uni ganz anders. Man bekommt nicht mehr konkret gesagt, was in den Klausuren vorkommen wird. Stattdessen muss man alles, was während des Semesters behandelt wurde, lernen und beherrschen. Das bedeutet mehr Vor- und Nacharbeit.“ Auch die vielen Hausarbeiten sind neu für die 18-Jährige. „Es gefällt mir aber, dass wir viel tiefer in die Themen eintauchen als in der Schule. Außerdem gibt es mehr Raum für Diskussionen, da sich im Normalfall tatsächlich alle für das Thema interessieren und die meisten auch etwas zu sagen haben.“

Rechtzeitig um eine Wohnung kümmern

Ein Porträt-Foto von Achim Meyer auf der Heyde

Achim Meyer auf der Heyde

Foto: privat

Eine gute Vorbereitung ist das A und O eines gelungenen Studienstarts. Ist die Entscheidung für ein Studium gefallen, gibt es vor der Einschreibung einiges zu organisieren. „Man sollte die Studien- und Prüfungsordnung seiner Fächer kennen und muss die Studienfinanzierung und die Wohnungsfrage geklärt haben“, betont Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW). „Kümmert man sich erst darum, wenn die Immatrikulationsbescheinigung vorliegt, ist das meist zu spät.“

Ein realistischer Finanzierungsplan ist seines Erachtens genauso wichtig wie der Stundenplan. Die Sozialberatungsstellen der Studenten- und Studierendenwerke helfen einem hierbei weiter. „So kann man klären, wie man krankenversichert ist, und ob man vielleicht BAföG erhält. Dann wendet man sich ans BAföG-Amt seines Studenten- oder Studierendenwerks.“ Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind zum Beispiel ein Stipendium oder ein Nebenjob.

Auch um eine bezahlbare Unterkunft sollte man sich möglichst früh kümmern, denn bezahlbarer Wohnraum ist für Studierende in den meisten Hochschulstädten sehr knapp. „Die günstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses ist das Studentenwohnheim, aber die Studentenwerke können derzeit im Bundesdurchschnitt nur für zehn Prozent der Studierenden Wohnheimplätze bereitstellen – auch wenn wir als Verband politisch seit Langem dafür arbeiten, dass Bund und Länder gemeinsam mehr Wohnheimplätze schaffen“, sagt Achim Meyer auf der Heyde vom DSW. (Von ihrer WG-Suche berichtet Studentin Neele Abt in „Das erste Mal alleine leben ist cool“.)

Vor dem Start noch mal durchatmen

Ein Porträt-Foto von Sonja Brüssow

Sonja Brüssow

Foto: privat

Ist man immatrikuliert, sollte man sich als nächstes um den Studierendenausweis kümmern, der häufig zudem als Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr dient. Nächste Punkte auf der To-do-Liste: der Hochschul-E-Mail-Account und der Zugang zur Lernplattform der Hochschule, auf der man sich zu Lehrveranstaltungen anmelden und Lernmaterialen herunterladen kann.

Außerdem ist es sinnvoll, nach der Einschreibung schon einmal die wichtigsten Termine zum Studienstart in Erfahrung zu bringen und sich gegebenenfalls dazu anzumelden. Das können allgemeine Termine wie Erstsemesterbegrüßungen, Campus- und Bibliotheksführungen oder Einführungsveranstaltungen des jeweiligen Fachbereichs sein, die häufig in der Woche vor Semesterbeginn stattfinden. (Studentin Saskia Dietrich berichtet von ihrer ersten Woche in „Ein unkomplizierter Start“). Für manche Studiengänge werden auch fachspezifische Vorkurse angeboten. (Mehr über den Mathe-Vorkurs von Student Christopher Schieritz erfährst du in „Wissen auffrischen und Kontakte knüpfen im Vorkurs“.) „Bei diesen Veranstaltungen geht es nicht nur darum, sich zu informieren, sondern auch ums Kontakteknüpfen“, sagt Sonja Brüssow, die die Zentrale Studien- und Karriereberatung (ZSK) der Universität Hohenheim in Stuttgart leitet.

„Hat man alle Termine zusammengesucht, ist es wichtig, noch mal durchzuatmen, bevor es richtig losgeht, und sich nicht unter Druck zu setzen“, rät sie. „Man muss nicht gleich die ersten Fachbücher kaufen und lesen, sondern kann ruhig die Einführungsveranstaltungen abwarten. Hier erfährt man alles Wichtige und erhält auch die Infos, die man braucht, um sich seinen Stundenplan zusammenzustellen.“

Infos heraussuchen und im Zweifel: fragen

Oftmals stellen Hochschulen auf ihren Webseiten Lagepläne zur Verfügung. Viele zentrale Studienberatungen – wie die der Uni Hohenheim – bieten außerdem Infobroschüren an, die einem den Weg durch den Hochschul-Dschungel weisen. „Studienanfänger sollten den eigenen Fachbereich kennenlernen, die Studienberatung, die studentischen Fachschaften, den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) oder den Studierendenrat. Auch ist es gut, grob über die Gremien der Fakultäten, Fachbereiche und der Hochschulleitung sowie durchaus bereits über das Akademische Auslandsamt Bescheid zu wissen. Hinzu kommen die Einrichtungen der Studentenwerke, also die Mensa, das BAföG-Amt, die psychologische Beratung oder das Kulturbüro“, zählt Achim Meyer auf der Heyde vom DSW auf. „Je mehr ich den institutionellen Durchblick habe, umso besser für mein Studium!“

Das klingt erstmal nach viel, doch Studienberaterin Sonja Brüssow beruhigt: „Sich am Anfang überfordert zu fühlen, ist ganz normal. Dann heißt es Ruhe bewahren, sich einen Überblick verschaffen und Prioritäten setzen. Dabei helfen einem die zentralen und die Fachstudienberatungen, die Fachschaften, höhere Semester und Kommilitonen. Im Gegensatz zur Schule erfordert ein Studium viel mehr Selbstständigkeit. Eine der wichtigsten Regel an der Uni lautet deshalb: Unbedingt fragen, wenn man etwas nicht weiß!“
Tipps zum Studienstart geben dir vier Studierende in der abi>> Umfrage „Genießt das Studi-Leben!“

Weitere Informationen

studienwahl
Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen oder dich über Organisatorisches rund ums Studium informieren.
www.studienwahl.de

 

Deutsches Studentenwerk (DSW)
Auf den Seiten des Deutschen Studentenwerks finden sich zahlreiche Informationen zu Themen wie Studienfinanzierung, Wohnen und Beratungsmöglichkeiten.
www.studentenwerke.de

 

Studienfinanzierung
Das Deutsche Studentenwerk gibt eine Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten und Strategien.
www.studentenwerke.de/de/studienfinanzierung

 

BAföG
Infos und Antragsformulare zum BAföG
www.bafög.de

 

Stipendienlotse
Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
www.stipendienlotse.de

 

Wohnen
Die Studentenwerke stellen bundesweit rund 194.000 Wohnheimplätze zur Verfügung. Ansprechpartner für die Vermittlung sind die Wohnraumverwaltungen der einzelnen Studentenwerke. Welches Studentenwerk für deinen Hochschulstandort zuständig ist, erfährst du hier:
www.studentenwerke.de/de/content/finden-sie-hier-ihr-studentenwerk

 

Außerdem gibt das DSW Tipps zur Zimmersuche:
www.studentenwerke.de/de/tipps-zur-wohnungssuche

 

Wohnungsbörsen im Internet
www.studenten-wohnung.de
www.studenten-wg.de
www.wg-gesucht.de
www.wg-welt.de
www.zwischenmiete.de

 

Umzug
Zahlreiche nützliche Informationen und Tipps rund um den Umzug findest du etwa bei der Deutschen Post:
www.umziehen.de

 

Erste Tage an der Hochschule – Erfahrungsbericht Vorkurs

Wissen auffrischen und Kontakte knüpfen im Vorkurs

Christopher Schieritz (21) studiert im dritten Semester Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg. Für abi>> berichtet er von einem Mathematik-Vorkurs, den er vor seinem Start ins Studium belegte.

Als ich vor einem Jahr mein Studium begonnen habe, gab es an der TU Freiberg erstmals die Möglichkeit, einen Mathematik-Vorkurs speziell für Mathematik-Studierende zu belegen. Dieser dauerte vier Tage und bestand aus vier Einheiten täglich. Davon fanden meist drei am Vormittag und eine am Nachmittag statt.

Jeden Tag war ein anderes Thema dran, mit einem anderen Professor. Meist fand erst eine Vorlesung und im Anschluss eine Übung dazu statt. Los ging es mit einer Einführung in die Mathematik, danach folgte eine Auffrischung in Sachen Kombinatorik, Algebra, Logik und Mengenlehre. Es wurden die grundlegenden Beweisarten erklärt und wie man sie anwendet. Außerdem haben wir uns mit Funktionen, Folgen und Reihen beschäftigt.

Uni-Mathe ungleich Schul-Mathe

Ein Porträt-Foto von Christopher Schieritz

Christopher Schieritz

Foto: privat

Falls so ein Vorkurs angeboten wird, kann ich nur dazu raten. Da zwischen Abi und Studienstart eine Pause liegt, dient so ein Kurs zum einen der Auffrischung. Zum anderen erhält man schon mal einen ersten Einblick in das, was einen im Studium erwartet – das macht die ersten Tage einfacher.

Denn als das Semester dann gestartet war, wurde in den ersten Vorlesungen und Übungen schnell klar, dass Mathematik an der Uni nicht viel mit Schul-Mathe zu tun hat. Mich hat sehr verwundert, wie grundlegend und exakt man alles behandelt. Das sollte jedem klar sein, der das studieren möchte. Aber mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt und es hat immer mehr Spaß gemacht.

Durch den Vorkurs, in dem die Atmosphäre sehr locker war, konnte ich gleich zu Beginn viele Kontakte knüpfen. Wir haben vor allem im ersten Jahr und zum Großteil auch jetzt noch sehr viele Veranstaltungen mit den Studierenden der angewandten Mathematik zusammen und da wir insgesamt mit gerade einmal 15 Leuten gestartet sind, kennen wir uns gut. Außerdem gab es in der Woche des Vorkurses viele Ersti-Veranstaltungen, zum Beispiel einen Stadtrundgang, eine Kneipenrallye und einen gemütlichen Grillabend.

Kleine Hochschule, kurze Wege

Da die TU Freiberg eine sehr kleine Uni mit weniger als 5.000 Studierenden ist, ist der Campus überschaubar. Das Studentenwohnheim, in dem ich wohne, liegt ganz in der Nähe von Bibliothek und Mensa. Zu Studienbeginn habe ich an einer Bibliothekseinführung teilgenommen, bei der uns erklärt wurde, wie man sich ein Buch elektronisch ausleiht und vieles mehr.

Die meisten meiner Vorlesungen und Seminare finden immer in denselben Gebäuden statt. Falls ich doch mal eine Veranstaltung in einem anderen Gebäude habe, gibt es einen detaillierten Campusplan.

Nacharbeiten gehört dazu

Obwohl der Stundenplan auf den ersten Blick überschaubar wirkt, sollte man sich davon nicht täuschen lassen: Er ist so aufgebaut, dass man circa ein Drittel der Zeit in der Uni verbringt und sich zwei Drittel allein daheim mit dem Stoff für die Prüfungen beschäftigt. Man sollte also nicht nur in die Uni gehen, sondern auch die Vorlesungen nacharbeiten. Gerade in Mathematik ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und zum Beispiel einen Beweis zu Hause noch einmal nachzuvollziehen.

Das habe ich selbst erst lernen müssen – meine erste Mathe-Prüfung habe ich nicht bestanden. Das war für mich das Zeichen, dass ich zu wenig gemacht hatte. Bei einem erneuten Versuch habe ich dann mit der Note 2 bestanden. Mein Rat für Erstsemester lautet deshalb: nicht gleich bei der ersten nicht bestandenen Prüfung aufgeben!

 

Erste Tage an der Hochschule – Erfahrungsbericht Wohnungssuche

„Das erste Mal alleine leben ist cool“

Neele Abt studiert im zweiten Semester Politics Administration & International Relations an der privaten Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Für ihr Studium ist sie von Ravensburg an den Bodensee gezogen. Für abi>> berichtet die 21-Jährige von ihrer Wohnungssuche und dem Einleben.

Nach dem Abi war ich für mehrere Monate in Indien, wo ich in einer Behinderteneinrichtung gearbeitet habe. Danach bin ich durch Sri Lanka, Nepal, Vietnam, China, die Mongolei, Russland und Israel gereist. Da ich mich schon vorab für das Wintersemester 2018/19 an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen beworben und die Zusage bekommen hatte, begann meine Suche nach einem WG-Zimmer vom Ausland aus per Internet. Besonders hilfreich bei der Suche waren verschiedene Facebook-Gruppen und Webseiten wie wg-gesucht.de.

Insgesamt habe ich zwei bis drei Monate für die Suche gebraucht. Zunächst hatte ich mehrere, leider erfolglose Skype-Interviews mit potenziellen Vermietern oder Mitbewohnern. Doch dann klappte es: Nachdem ich vorab Bilder und Videos von einer Wohnung erhalten und mehrmals mit den Mitbewohnern geschrieben hatte, besuchte ich im Sommer das erste Mal die WG. Alles war sehr unkompliziert und wir verstanden uns gut.

WG-Leben genießen

Ein Porträt-Foto von Neele Abt

Neele Abt

Foto: privat

Der Umzug selbst fand in der Woche vor Studienbeginn mit tatkräftiger Unterstützung meiner Freunde statt. Viele Dinge für mein Zimmer habe ich mir zusammengesammelt, einiges habe ich neu gekauft. Zu Beginn der WG-Suche hatten meine Eltern und ich die Abmachung, dass wir uns die Miete teilen. Da das Zimmer dann aber doch günstiger war als gedacht, erklärten sie sich bereit, die gesamte Miete zu übernehmen.

Das erste Mal alleine zu leben, ist ziemlich cool. Meine Mitbewohner und ich veranstalteten viele gemeinsame Kartenspielabende. Mittlerweile bin ich noch mal umgezogen, da das Wohnhaus, in dem sich unsere alte WG befand, abgerissen wurde. In meiner neuen WG ist es sogar noch besser: Wir verbringen fast jeden Abend zusammen, kochen viel und essen gemeinsam. Das gefällt mir sehr.

Zeit zum Eingewöhnen einplanen

Studienanfängern, die nach einer Wohnung suchen, rate ich, rechtzeitig mit der Suche zu beginnen und sich auch von mehreren Absagen nicht abschrecken zu lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich genau diese WGs manchmal Monate später melden und fragen, ob man nicht doch einziehen möchte. Außerdem sollte der Studienbeginn vielleicht nicht unmittelbar auf den Umzug folgen, sodass etwas Zeit zum Ein- und Umgewöhnen bleibt.

Meinen Start an der Zeppelin Uni haben mir zwei selbst gewählte Betreuer sehr erleichtert, indem sie mich bei akademischen und persönlichen Entscheidungen beraten haben – dieses und andere Betreuungsangebote hatten mich auf der Suche nach einer Hochschule von der Zeppelin Uni überzeugt. Bei diesen sogenannten Coaches handelt es sich um einen Dozenten und einen Praxiscoach, der aus der Wirtschaft, der Politik oder einem anderen persönlichen Interessensfeld stammen kann.

Am meisten Spaß im Studium machen mir die ausgiebigen Diskussionen in den Kursen. Weil wir immer kleine Gruppen sind, kennen die Dozenten uns mit Namen und diskutieren sehr angeregt mit uns. Es gibt außerdem viele Möglichkeiten, sich an der Hochschule zu engagieren. Ich bin hier in einem Rhetorik- und Debattierclub, im Chor, in der MUN-Society (Model United Nations) und stellvertretende Vorsitzende des Club of international Politics. Außerdem bin ich Sprecherin meines Jahrgangs. Kurzum: Ich bin voll angekommen in meinem Studi-Leben!

 

Erste Tage an der Hochschule – Erfahrungsbericht „Erste Woche“

Ein unkomplizierter Start

Für den Bachelorstudiengang Tourismuswirtschaft an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven hat sich Saskia Dietrich (23) entschieden. Mittlerweile studiert sie im siebten Semester und erinnert sich für abi>> an ihre ersten Wochen an der Hochschule.

An meinen Start an der Jade Hochschule kann ich mich noch gut erinnern. Da ich vor Vorlesungsbeginn an den Vorbereitungswochen teilgenommen habe, lief die erste Woche sehr unkompliziert ab und war bis auf die Begrüßung der Erstsemester und einen „Campus Walk“ recht unspektakulär. Super fand ich, dass während der Vorbereitung Workshops zur Stundenplangestaltung angeboten wurden. Dadurch wusste ich genau, wo ich am ersten Tag sein muss.

Unser Campus ist recht klein und übersichtlich, da es nur vier Gebäude gibt, die nah beieinander stehen und grob nach Studiengängen aufgeteilt sind. Die meisten Veranstaltungen im Bereich Wirtschaft und Tourismuswirtschaft finden im Südgebäude statt. Es gibt eine Cafeteria im Hauptgebäude sowie eine Mensa und eine Bibliothek im Südgebäude, in welchem auch die Büros meiner Dozenten sind. Im Hauptgebäude befinden sich außerdem allgemeine Einrichtungen wie das Prüfungsamt. Somit sind alle wichtigen Räume, die ich als Tourismuswirtschaftsstudentin kennen muss, auf gerade einmal zwei Gebäude verteilt.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Ein Porträt-Foto von Saskia Dietrich

Saskia Dietrich

Foto: privat

Tourismuswirtschaft ist einer der größeren Studiengänge an der Jade Hochschule. Gestartet bin ich mit 120 Studierenden. Im Vergleich zu anderen Unis oder Fachhochschulen, wo in den Vorlesungen oft mehrere hundert Studierende sitzen, ist es aber immer noch ein kleiner Studiengang. Das hat den Vorteil, dass man schnell viele Kommilitonen kennenlernt. Grundlegende Fächer der Wirtschaft haben wir gemeinsam mit den Wirtschaftsstudierenden. Trotzdem sind die Vorlesungsräume nicht maßlos überfüllt, da in einem Modul meistens mehrere Lehrveranstaltungen angeboten werden. Wichtig ist, dass man die Anmeldefristen einhält und das Studium nicht auf die leichte Schulter nimmt. Es ist nicht alles total kompliziert, aber wenn man es nicht ernstnimmt, kann man in manchen Fächern schnell auf die Nase fallen.

Da mein Zimmer erst zum Vorlesungsbeginn frei war, wohnte ich übergangsweise bei Verwandten in Oldenburg. Das hieß, dass ich während der beiden Vorbereitungswochen mit dem Zug zur Uni pendeln musste. Meinen ersten Kontakt zu einer Kommilitonin habe ich im Zug geknüpft. Sie saß neben mir und zeigte genauso unsicher wie ich den Studienausweis als Semesterticket vor. Dadurch sind wir ins Gespräch gekommen und haben die Begrüßungsveranstaltung und die Vorbereitungswochen gemeinsam besucht.
Die anderen Kontakte kamen automatisch in den Vorlesungen zustande, wenn ich Mitstudierende nach ihren Lösungen gefragt habe oder wir in Gruppen zusammenarbeiten sollten. Es gab auch eine Kneipenrallye zum Kennenlernen, an der ich damals allerdings nicht teilgenommen habe. Das kann man aber auch noch, wenn man in einem höheren Semester ist. Die Rallye finde ich heute super, um in kleinen Gruppen loszuziehen und gemeinsam zu feiern.

Auch mal eine Pause machen

Wilhemshaven ist keine typische trubelige Studentenstadt, aber man kann einiges unternehmen. Außerdem ist die Lage an der Nordsee toll. Auf jeden Fall sollte man nicht nur lernen, sondern sich auch mal eine Pause gönnen und einen Kaffee trinken gehen. Lernen und gute Noten sind wichtig, aber soziale Kontakte ebenso! Ich würde deshalb jedem Ersti raten – selbst, wenn jemand eher schüchtern ist so wie ich –, den Mut zu fassen und direkt zu Beginn Kontakte zu Kommilitonen zu knüpfen. So macht das Studieren und Lernen viel mehr Spaß!

 

Erste Tage an der Hochschule – Umfrage

Genießt die Studi-Zeit!

Startklar fürs Studium: abi>> hat vier Studierende gefragt, wie sie ihre ersten Tage an der Hochschule erlebt haben und welche Tipps sie Studienanfängern geben können.

Max Carmanns (29) studiert Soziale Arbeit im zweiten Bachelorsemester an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden.

Ein Porträt-Foto von Max Carmanns

Max Carmanns

Foto: privat

Nach dem Abi habe ich erst eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen gemacht. Weil ich gerne mit Menschen arbeite, etwas an die Gesellschaft zurückgeben und Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen unterstützen möchte, habe ich mich dann für das Studium Soziale Arbeit entschieden. Mein Studienstart und die Immatrikulation verliefen einwandfrei. Allerdings kann das Bewerbungsverfahren echt nerven, wenn man sich bei mehreren Hochschulen bewirbt, weil jede Uni andere Voraussetzungen hat und man unterschiedliche Unterlagen einreichen muss. Es wäre einfacher, wenn jede Uni das gleiche System nutzen würde.

Ich bin ein sehr offener Mensch, der auf andere Leute zugeht. So habe ich an der Uni schnell Freunde gefunden. Aber selbst, wenn man schüchtern ist, gibt es während der Einführungswoche ausreichend Gelegenheit, seine Mitstudierenden und die Stadt besser kennenzulernen. Wer die Möglichkeit hat, seine Heimatstadt zu verlassen und in einer anderen Stadt zu studieren, sollte das meiner Meinung nach tun. Man sammelt dadurch Erfahrungen und neue Freunde für das ganze Leben.

Das Gleiche gilt für das Auslandssemester: Es ist eine tolle Erfahrung und jeder Arbeitgeber freut sich, so etwas im Lebenslauf zu lesen. Ich habe kein Auslandssemester gemacht, reiste aber nach Hawaii, Australien und in die USA, unter anderem für einen Work & Travel Aufenthalt. Außerdem kann ich empfehlen, sich um ein Stipendium zu bewerben – das ist auch möglich, wenn man nicht die allerbesten Noten hat, dafür bin ich das beste Beispiel! Ich bin Stipendiat bei der Hans-Böckler-Stiftung und bekomme eine finanzielle Unterstützung, die ich im Gegensatz zum BAföG nicht zurückzahlen muss. Und falls ihr noch Zeit neben eurem Studium habt, dann engagiert euch in Gremien der Hochschule. Das bringt euch persönlich weiter und eure Mitbestimmung innerhalb der Hochschule ist immens wichtig.

Aylin Klisura (21) befindet sich im ersten Bachelorsemester des englischsprachigen Studiengangs „Gender and Diversity“ an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve.

Ein Porträt-Foto von Aylin Klisura

Aylin Klisura

Foto: privat

Mein Studienstart hat etwas auf sich warten lassen, da ich nach dem Abi eineinhalb Jahre im Ausland war. Weil ich im November zurückkehrte, habe ich den Semesterstart knapp verpasst und musste fast ein ganzes Jahr überbrücken, da „Gender and Diversity“ nur im Wintersemester startet. Aber es hat sich gelohnt, denn der Studiengang ist wie für mich gemacht. Ich interessiere mich schon lange für Politik, Frauen- und Menschenrechte. Außerdem liegt mir Englisch sehr.

Die Immatrikulation lief reibungslos und das „Welcome Center“, das die Immatrikulation durchführt, hat seinen Namen wirklich verdient! Die ersten Wochen waren für mich eine Umstellung. Da ich davor zwei Jahre lang nur gereist bin oder im Supermarkt gejobbt habe, hatte ich keine richtige Routine. In diesem ersten Semester hatten wir zwar „nur“ von Dienstag bis Donnerstag Vorlesungen, aber der Studiengang ist mit viel Lesen verbunden. In Vorbereitung auf die Vorlesungen lese ich wöchentlich zwischen fünf und 30 Seiten.

Mein Tipp an alle Studienanfänger: Verteilt eure Leistungen und legt sie, wenn möglich, eher zu Beginn des Semesters ab. Denn glaubt mir: Ihr wollt in den letzten zwei Wochen vor den Prüfungen nicht noch drei Präsentationen halten. Und: Engagiert euch! Es gibt viele Möglichkeiten, an der Hochschule aktiv zu sein, sei es im Studierendenparlament, im AStA, in der Fachschaft, im „Welcome Center“, in der Bibliothek, im Senat der Hochschule oder in einer anderen sozial engagierten Gruppe. Dort könnt ihr wertvolle Erfahrungen sammeln, die euch auf eurem künftigen Weg nützlich sein können. Anders als in der Schule wird Studierenden an der Hochschule viel Verantwortung übertragen. Ich selbst bin seit drei Monaten im Studierendenparlament (StuPa) tätig und arbeite dort im Sozialkomitee mit, welches sich mit Themen wie zinsfreie Kredite für Studierende befasst, die finanzielle Engpässe überbrücken mussen. Das bereichert mich sehr!

Antonia Dietze (19) studiert im dritten Semester Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg.

Mein Studienstart lief problemlos. Über ein Onlineformular konnte ich mich bequem bewerben und die Rückmeldung kam auch relativ schnell. Zwei Wochen vor Vorlesungsstart wurden verschiedene Veranstaltungen angeboten, zum Beispiel ein Mathevorkurs – einerseits zur Auffrischung und andererseits, um Studierende aus verschiedenen Bundesländern auf das gleiche Wissenslevel zu bringen.

Ich hatte keine Schwierigkeiten, mich auf dem Campus zurechtzufinden. Selbst wenn man mal nicht weiterweiß, kann man immer jemanden fragen. Die meisten Universitätsgebäude liegen bei uns direkt auf dem Campus, alles ist gut zu Fuß zu erreichen. Es ist vieles ausgeschildert und zum Semesterstart gibt es auch eine Campustour. Unbedingt besuchen sollte man die Infoveranstaltungen zum Semesterstart und die jeweils ersten Veranstaltungen der zu belegenden Module, da man dort einen Überblick bekommt, wo man zum Beispiel wichtige Ansprechpartner, Skripte, Übungsunterlagen und Beispielklausuren findet.

Mein Tipp an alle Erstsemester: Entwickelt eine Routine! Zum erfolgreichen Studium gehört auch Arbeitszeit zu Hause. Daher kann ich nur empfehlen, dass man die Vorlesungen und Übungen zeitnah nacharbeitet. So können Fragen schnell geklärt werden und man fängt bei der Prüfungsvorbereitung nicht bei null an. Außerdem: Nicht gleich aufgeben! Ihr seid nicht die Einzigen, die etwas nicht sofort verstehen. Da hilft es, sich mit Kommilitonen auszutauschen und auch mal den Professor anzusprechen. Außerdem gibt es Angebote wie Tutorien, wo der gelernte Stoff wiederholt, erklärt und vertieft wird.

Laura Mikoleit (22) studiert im siebten Semester Produktdesign an der Hochschule Wismar.

Ein Porträt-Foto von Laura Mikoleit

Laura Mikoleit

Foto: privat

Für Studienanfänger beginnt das erste Semester hier eine Woche vor dem eigentlichen Semesterstart. Es gibt eine Reihe von Einführungsveranstaltungen und man kann sich in Ruhe in die neue Situation einfinden, da die anderen Studierenden noch Ferien haben. Der Campus der HS Wismar ist zum Glück nicht so groß, dass man sich verlaufen könnte.

Zahlreiche Kontakte knüpft man schon in der Einführungswoche, wenn man seine Mitstudierenden kennenlernt. Mit ihnen hat man zu Beginn jeden Kurs gemeinsam – wie eine Klasse. Erst im fortschreitenden Studium splittet es sich auf, wenn man sich seine Kurse selbst wählt. In meinem Studium arbeiten wir zudem oft in Werkstätten, hier kommt man schnell mit neuen Leuten ins Gespräch. Auch die Exkursionen sind dafür super und natürlich die Studentenpartys. Für mich war auch die Mensa ein wichtiger Ort: Wir haben eine sehr gute Mensa mit Essen zu günstigen Preisen, die immer viel besucht ist und wo sich Studierende aus allen Fachbereichen treffen.

Im Studium läuft vieles entspannter ab als in der Schule. Wenn du nicht zur Vorlesung erscheinst oder deine Aufgaben nicht machst, reißt dir keiner den Kopf ab. Das kümmert dort niemanden. Aber die eventuell schlechten Ergebnisse sind dann auch ganz allein deine Sache. Es läuft einem keiner mehr hinterher und sorgt dafür, dass man durchkommt – man ist für sich selbst verantwortlich. Gerade deshalb ist das Studium eine der tollsten Zeiten im Leben, in der man Spaß haben und sich ausprobieren kann. Nirgendwann sonst hat man so viele Möglichkeiten und es stehen einem so viele Türen offen. Genießt das!


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Stand: 21.10.2019