zum Inhalt

Kopfbereich

studium

Hauptbereich

Teilzeitstudium im Vollzeitstudiengang

Beruf und Studium vereinen

Nils Schäfer (28) ist berufstätig, studiert aber nebenbei Philosophie und Ethnologie. Realisierbar ist dies dank eines speziellen Studienmodells der Universität Heidelberg, das Studieren in individueller Geschwindigkeit ermöglicht.

Ein offener Kalender mit Terminen

Gute Selbstorganisation ist sowohl im Vollzeit- als auch Teilzeitstudium wichtig. Hier kann es hilfreich sein, wichtige Termine in einen (digitalen) Kalender einzutragen, um den Überblick nicht zu verlieren.

Nils Schäfer entscheidet selbst, wann er welche Vorlesungen und Seminare besucht. Der Grund: Er nutzt das Angebot des Teilzeitstudiums der Universität Heidelberg, das sich unter anderem an Berufstätige, Studierende mit familiären Verpflichtungen, Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen richtet.

Der 28-Jährige, der bereits einen Bachelorabschluss in Wirtschaftsingenieurswesen hat, ist berufstätig. Mehrere Auslandsaufenthalte weckten einst sein Interesse an den Fächern Philosophie und Ethnologie. „Ich wollte ein Studium nur für mich machen, mich weiterbilden auf einem Gebiet, das mich persönlich interessiert und mich nicht nur auf einen späteren Beruf vorbereitet. Doch noch mal drei Jahre Vollzeit studieren? Das kam nicht infrage, denn ich wollte arbeiten und so letztlich auch das Teilzeitstudium finanzieren“, erklärt der angestellte Unternehmensberater, der seit 2017 Teilzeitstudent ist.

Bewerbung und Gebühren

Nils Schäfer

Die Bewerbung für einen Studienplatz für ein Teilzeitstudium an der Universität Heidelberg erfolgt im regulären Verfahren. Nils Schäfer musste sich für seine damals NC-freien Fächer lediglich einschreiben. Sein Tipp: „Man sollte sich vorab gut informieren, welche Fächer überhaupt offiziell teilzeitfähig sind und ob sie zum Beispiel nur zum Wintersemester starten. Um keine Fehler innerhalb des bürokratischen Prozesses zu machen, lohnt es sich, die Studienberatung in Anspruch zu nehmen.“ Bei der Immatrikulation muss neben dem Antrag eine vom zuständigen Fachstudienberater unterschriebene Studienverlaufsplanung bei der Studierendenadministration eingereicht werden. Die Semestergebühren in Höhe von 175 Euro unterscheiden sich nicht von denen für Vollzeitstudierende.

Gut zu wissen: Handelt es sich um ein Zweitstudium, fallen in Baden-Württemberg seit 2017 zusätzlich Gebühren in Höhe von 650 Euro pro Semester an.

Gute Organisation ist das A und O

Im Studium selbst sind Selbstorganisation und eigenständige Strukturierung des Ablaufs das A und O. Wichtig ist zu wissen, welche Module für den Abschluss erforderlich sind. Nils Schäfers wichtigster Begleiter ist daher das Modulhandbuch. „Ich habe mir auf dieser Basis eine Excel-Tabelle erstellt, in der ich sehe, was das Soll ist und in welchem Semester mit welcher Veranstaltung ich dieses erfüllen kann.“

Eine vorgegebene Regelstudienzeit hat das Teilzeitstudium nicht. Sein Ziel: das Studium in der doppelten Anzahl der Semester über die Bühne zu bekommen, also zwölf statt sechs. „Ich besuche zwei Veranstaltungen pro Semester, das bekomme ich gut mit meinem Job unter einen Hut und ich kann mich intensiv mit dem Lernstoff beschäftigen.“ Ein gemütlicher Durchmarsch ist das Ganze allerdings nicht: „Phasenweise, wenn zum Beispiel Klausuren anstehen oder ich eine Hausarbeit schreiben muss, gibt es Belastungsspitzen, die ich zusätzlich einplanen muss.“ In Absprache mit den Dozierenden gibt es aufgrund seiner Berufstätigkeit manchmal auch kulantere Abgabefristen bei Hausarbeiten, verrät er.

Nils Schäfer genießt die Flexibilität und den hohen Freiheitsgrad des Teilzeitstudiums. Einziger, kleiner Wehrmutstropfen: „Man hat grundsätzlich weniger Kontakt zu den anderen Studierenden und ist eher ein studentischer Einzelgänger, was mich aber nicht wirklich stört.“

Stand: 09.04.2021

Diesen Artikel teilen