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Beratungsangebote an Hochschulen

Gut beraten an der Hochschule

Je nach Situation und Anliegen können Studierende auf unterschiedlichste Unterstützungsangebote zurückgreifen. Mal hilft ein Tipp von der Fachschaft, mal ist ein ausführliches Gespräch mit der Studienberatung der Hochschule gefragt.

Ein Stundeberater spricht mit einer Studentin.

Wenn Studierende eine professionelle Beratung brauchen, können sie sich mit ihrem Anliegen vertrauensvoll an die Berater*innen wenden.

Maximilian Baxmann erinnert sich gut an seine erste Zeit als Student an der TU Darmstadt. Er war neu in der Stadt und kannte sich noch nicht aus. Umso mehr freute er sich, dass die Tutor*innen der Fachschaft die Neuen während der Orientierungswoche durch die Stadt und über den Campus führten. „Das machte richtig Spaß und war eine tolle Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen“, erinnert er sich.

Inzwischen studiert der 26-Jährige im vierten Mastersemester und engagiert sich seit drei Jahren selbst in der Fachschaft Maschinenbau. Er organisiert nicht nur die Orientierungswochen, sondern auch Studienmanagementseminare: „Wir helfen den Studienanfängerinnen und -anfängern ihre Zeit im Studium gut einzuteilen und sich erfolgreich auf Prüfungen vorzubereiten.“

Informell versus professionell

Ein Porträt-Foto von Maximilian Baxmann

Maximilian Baxmann

Eine aktive Fachschaft oder ein Fachschaftsrat besteht aus einer Gruppe engagierter Studierender, die Veranstaltungen organisieren, ihren Kommiliton*innen als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen und die Interessen der Studierenden in hochschulpolitische Gremien einbringen. Allerdings variieren diese Bezeichnungen von Hochschule zu Hochschule. „Fachschafts-Mitglieder können Erstsemestern zum Beispiel erklären, wie das Studium aufgebaut ist und welche Module in welcher Reihenfolge belegt werden sollten. So gewähren sie den Kommilitonen aus ihrer studentischen Perspektive den einen oder anderen detaillierten Einblick in das jeweilige Fach“, erklärt Yvette Lorenz, Studienberaterin an der Technischen Universität (TU) Braunschweig.

Wenn Studierende eine professionelle Beratung wünschen, können sie sich an die Beratungsstellen der Hochschulen und Studierendenwerke wenden. Als erste Anlaufstelle dient die Allgemeine oder Zentrale Studienberatung der Hochschule. „Frischgebackene Abiturienten kommen zum Beispiel zu uns, wenn sie unsicher sind, welcher Studiengang für sie der Richtige ist. Und auch Studieninteressierte ohne Abitur können sich bei uns beraten lassen“, erklärt sie. Studierende, die im Studium nicht vorankommen oder über einen Abbruch nachdenken, bekommen ebenso Unterstützung bei Yvette Lorenz und ihren Kolleg*innen.

Beratung über viele Kanäle

Ein Porträt-Foto von Yvette Lorenz

Yvette Lorenz

Studierende können mit ihren Fragen normalerweise in die offene Sprechstunde kommen oder auch einen Termin für eine Beratung vereinbaren. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Pandemie ist dies bis auf Weiteres allerdings nicht möglich, dafür ist die Telefonsprechstunde derzeit ausgeweitet. Und per E-Mail sind die Studienberater*innen auch erreichbar. Seit kurzem gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, sich per Videochat beraten zu lassen. Auch das Angebot an Online-Informationen ist deutlich erweitert. Informationen, die die Studienberater*innen normalerweise bei Veranstaltungen wie dem Hochschulinformationstag oder auf Messen vortragen, werden dort nun in Videoform präsentiert.

Kurze Information versus ausführliche Beratung

Von knappen E-Mail-Antworten bis hin zu mehrfachen einstündigen Gesprächen ist der Umfang der Beratungen je nach Anliegen der Studierenden ganz unterschiedlich. „Wenn jemand zum Beispiel fragt, ob er mit einer Fachhochschulreife einer bestimmten Fachrichtung bei uns Lehramt studieren kann, reicht ein schlichtes ‚ja‘ oder ‚nein‘ als Antwort. Zusätzlich verweise ich mit einem Link auf unsere Infoseiten im Netz. Wenn wir in einer Studienentscheidungsberatung ausführlich mit jemandem über seine Interessen sprechen, dauert das in der Regel länger“, erklärt Yvette Lorenz.

Hochschulen und Studierendenwerke

Ein Porträt-Foto von Stefan Grob

Stefan Grob

Stoßen die Mitarbeiter*innen der Zentralen Studienberatung an ihre Grenzen, verweisen sie die Ratsuchenden an andere Beratungseinrichtungen weiter (siehe hierzu die Übersicht „Beratungsangebote an der Hochschule“, der Beitrag wird verlinkt). Wenn ein*e Student*in etwa Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Studiums hat, empfiehlt die Studienberaterin, sich an das örtliche Studierendenwerk zu wenden. Diese Einrichtungen halten unabhängig von den Beratungsstellen der Hochschule eigene Unterstützungsangebote bereit, vor allem in der Sozialberatung. Darüber hinaus bieten die Studierendenwerke auch psychologische Beratungen an. Und teilweise finden die Studierenden hier spezielle Anlaufstellen, etwa zu den Themen „Studieren mit Kind“ (siehe hierzu die Reportage „Nicht allein mit dem Kind an der Uni“, verlinkt wird der Beitrag) beziehungsweise „Studieren mit Behinderungen oder chronischer Krankheit“.

Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk erklärt: „Unsere Berater und Beraterinnen lotsen durch den Dschungel rechtlicher und behördlicher Regelungen, unterstützen bei der Planung des Studiums und informieren über mögliche Finanzierungsquellen. Auch bei psychischen Problemen sind wir für die Studierenden da.“

Kostenlos und vertraulich

Übrigens: Die Beratungsangebote der Hochschulen und der Studierendenwerke sind in der Regel kostenlos. Studierende können sich mit jedem Anliegen vertrauensvoll an die Berater*innen wenden. Denn diese unterliegen der Schweigepflicht.

Weitere Informationen

Deutsches Studentenwerk

Die Studentenwerke bieten unter anderem Sozialberatungen und psychologische Beratungen.

studentenwerke.de

studienwahl.de

Das Portal studienwahl.de bietet alle wichtigen Infos zum Bachelorstudium und Masterstudium.

studienwahl.de

nightlines.eu

Die Nightline ist ein Zuhör- und Informationstelefon von Studierenden für Studierende.

http://nightlines.eu

Bundesweites Vernetzungstreffen der schwulen, schwul-lesbischen und queeren Hochschulgruppen

Hier vernetzen sich die Referate der Hochschulen, die sich gezielt um schwule, lesbische oder queere Studierende kümmern.

http://bundesreferatetreffen.de

abi» 28.09.2020

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