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Studieren in der Corona-Krise: Studienfinanzierung

Was tun, wenn der Nebenjob wegfällt?

Mit einem Nebenjob als Kellnerin besserte Kathrin Keuler (21) ihr studentisches Budget auf – bis die Corona-Krise kam und Restaurants schließen mussten. Um die Kosten für ihre Miete bezahlen zu können, braucht sie nun dringend eine Lösung.

Das Bild zeigt einen Kassenbon mit dem Betrag 14,50 Euro und einen karierten Zettel mit der Aufschrift "Ausgaben", auf dem ein Kugelschreiber liegt.

Die COVID-19-Pandemie stellt viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen.

Als Kathrin Keuler Anfang März von ihrem vorerst letzten Arbeitstag heimkehrte, dämmerte ihr, dass eine lange finanzielle Durststrecke vor ihr liegen könnte. Die 450 Euro aus dem Minijob, die sie bislang an den Wochenenden als Kellnerin in einem Gasthaus im Kölner Umland verdient hat, reichen gerade so, um die Miete für ihre kleine Wohnung in Köln zu zahlen. Seit über zwei Monaten muss sie nun ohne dieses Geld auskommen.

Zwar durften Mitte Mai die Gastronomiebetriebe in Nordrhein-Westfalen ihre Türen wieder öffnen, doch kann ihr Arbeitgeber aufgrund der geltenden Abstandsregeln zurzeit weniger Gäste bewirten. Auch Feiern wie Hochzeiten, Taufen und Geburtstage fallen weg. „Wann die anderen Aushilfen und ich wieder gebraucht werden, ist unklar“, berichtet die 21-Jährige, die im fünften Semester Germanistik und Pädagogik auf Lehramt an der Universität Köln studiert.

Gastronomie, Messe, Nachhilfe: Klassische Nebenjobs fallen weg

Ein Porträtfoto der Protagonistin

Kathrin Keuler

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben 68 Prozent aller Studierenden einen Nebenjob. Weit mehr als die Hälfte von ihnen ist auf das Geld angewiesen, um den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Doch viele klassische Studijobs in der Gastronomie, auf Messen oder als Nachhilfelehrer fallen aktuell aufgrund der Corona-Krise weg. Eine belastende Situation für die betroffenen Studierenden. „Seit dem Lockdown begleiten mich Zukunftsängste und ich denke ständig darüber nach, wie es weitergehen soll“, sagt Kathrin Keuler.

BAföG steht ihr nicht zu, da ihr leiblicher Vater eigentlich für ihren Unterhalt aufkommen müsste, diesem Anspruch aber zurzeit nicht nachkommt. „Meine Mutter und mein Stiefvater unterstützen mich nach Kräften, aber auch ihre finanziellen Mittel sind begrenzt.“ Einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld hat sie als Minijobberin nicht. Die Suche nach einem neuen Nebenjob blieb bislang erfolglos. „Ich hatte in den Nachrichten gehört, dass die Supermärkte derzeit vermehrt Personal suchen und mich bei mehreren Läden in Köln beworben, habe aber nur Absagen bekommen. Auch einen Job als Erntehelferin hätte ich mir vorstellen können, habe aber keine Betriebe in der Nähe gefunden, die aktuell Helfer suchen.“

Einmalige Soforthilfe zur Überbrückung

Bei der Kölner Universitätsstiftung bewarb sie sich für eine einmalige Soforthilfe für Studierende, die durch die Corona-Krise in finanzielle Not geraten sind, und hatte Glück. Allzu lange wird der Puffer von 800 Euro jedoch nicht ausreichen. „Damit kann ich vielleicht die nächsten drei Monate überbrücken, bis dahin muss ich einen neuen Job gefunden haben.“

Vor einem Kredit ist sie bislang zurückgeschreckt. „Dann würde ich verschuldet in den Job starten. Und was ist, wenn ich nach dem Studium nicht direkt eine Stelle finde?“ Also sucht sie weiter nach einem Nebenjob – und versucht, sich trotzdem auf ihr Studium zu konzentrieren: „Ich sitze den ganzen Tag vorm Computer, folge den Online-Vorlesungen und erledige die Aufgaben, die wir von den Dozenten bekommen. Dadurch habe ich ein klares Ziel vor Augen. Abbrechen will ich das Studium auf keinen Fall“, sagt Kathrin Keuler.

abi» 28.05.2020

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