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Master – ja oder nein: FAQ: „Wohin will ich in meinem Berufsleben?“

Ist nach dem Bachelor ein Masterstudium sinnvoll? Stefan Hatz von der Zentralen Studienberatung der Universität Greifswald beantwortet für abi» die häufigsten Fragen.

Ein Hörsaal mit Studierenden und einem Dozenten der an der Tafel referiert. (Foto: Martin Rehm)

Nach welchen Kriterien sollte man sich für oder gegen einen Master entscheiden?

Das Kriterium sollte immer die eigene Lebensplanung sein und nicht, weil dieser Dozent oder jene Dozentin sagt, man müsse unbedingt den Master machen. Ich muss mich fragen: Wohin will ich eigentlich in meinem Berufsleben? Ein Beispiel: Bachelorabsolventinnen und -absolventen der Biologie üben üblicherweise Tätigkeiten aus, die auch biologisch-technische Assistentinnen und Assistenten ausüben – das ist ein Ausbildungsberuf. Wenn ich darin meine Erfüllung finde, ist ein Bachelor vollkommen ausreichend. Wenn ich aber später mal ein Labor leiten will, dann komme ich früher oder später nicht an einem Master vorbei. Auch wenn ich eine Promotion anstrebe, ist ein Masterabschluss zwingend erforderlich.

Wie findet man die passende Hochschule?

Ein Mann sieht vor einem grünen Hintergrund in die Kamera (Foto: Detlef Albrecht) Ein Mann sieht vor einem grünen Hintergrund in die Kamera (Foto: Detlef Albrecht)

Auch hier muss ich mich zunächst fragen, welches denn die Themen sind, an denen ich im Master weiter arbeiten will. Um beim Biologie-Beispiel zu bleiben: Sehe ich mich eher in einem Labor mit weißem Kittel, weil mich die Genetik interessiert, oder sehe ich mich eher mit Gummistiefeln über die grüne Wiese stapfen, weil mich die Ökologie interessiert? Dann hilft ein Blick in den Hochschulkompass. Dort veröffentlichen alle Hochschulen in Deutschland ihr Studienangebot. Und zwar auch mit den entsprechenden Schwerpunktsetzungen.

Stimmt es, dass ein Masterabschluss mehr Gehalt und bessere Karrieremöglichkeiten bringt?

Das stimmt in vielen Fällen. Dazu kommt, dass es einige Tätigkeiten gibt, die ich nur ausüben kann, wenn ich einen Masterabschluss habe. So kann ich mit einem Bachelorabschluss beispielsweise nur schwer als Lehrer/in oder Psychotherapeut/in arbeiten. Hilfreich ist, wenn ich mir frühzeitig Stellenausschreibungen für Berufe ansehe, die mich interessieren. Steht in den meisten Ausschreibungen die Anforderung, dass ich einen Masterabschluss mitbringen muss, sollte ich das bei meiner Karriereplanung berücksichtigen.

Könnte der spätere Berufseinstieg durch das längere Studium auch Nachteile bringen?

Unterm Strich dauert ein Studium insgesamt (Bachelor + Master) zehn Semester, wenn man die Regelstudienzeit betrachtet. Das ist im Vergleich zu Diplom- und Magisterabschlüssen, wie sie manche Eltern noch kennen, ein Semester länger. Das fällt sicher nicht ins Gewicht. Aber es gibt unterschiedliche Gründe, warum man die Regelstudienzeit überschreiten kann. Und da wird es für potentielle Arbeitgeber spannend: Habe ich überschritten, weil ich nebenher gejobbt habe? Habe ich überschritten, weil ich zwei Semester im Ausland studiert habe? Habe ich überschritten, weil ich eben länger gebraucht habe? Da wird dann sicher schon mal kritisch nachgefragt.