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Studieren an einer privaten Hochschule – Erfahrungsbericht: Privat studieren, ohne Klischees zu erfüllen

Bundesweit entscheidet sich fast jeder elfte Student für das Studium an einer privaten Hochschule. Paul Paulick (24) ist einer davon. Er studiert Sport- und Eventmanagement an der Hochschule Macromedia in Stuttgart. Von den Argumenten für seine Wahl ist er bis heute fest überzeugt.

Ausgabenauflistung, Taschenrechner, Brille und Bargeld. (Foto: Martin Rehm)

Es war der Notendurchschnitt, der Paul Paulick einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Seine Begeisterung für Sport wollte er im Studiengang Sport- und Eventmanagement vertiefen. Die staatlichen Hochschulen schieden wegen des hohen Numerus clausus als Zulassungsbeschränkung aber schnell aus.

Auf die private, aber staatlich anerkannte Hochschule Macromedia ist der gebürtige Hamburger im Internet gestoßen. Die enge Verzahnung mit namhaften Firmen, aber auch der gute Ruf und die Erfahrung der Hochschule weckten seine Aufmerksamkeit. Wie viele private Bildungseinrichtungen rühmt sich die Hochschule Macromedia mit hohem Praxisbezug, kleinen Lerngruppen und einer modernen Ausstattung. Ein weiterer Vorteil: Die Zulassung ist selbst bei begehrten Studiengängen nicht an einen bestimmten Notendurchschnitt gebunden.

Kostspieliger Praxisbezug im Studium

Ein Porträtfoto von Paul Paulick. (Foto: privat) Ein Porträtfoto von Paul Paulick. (Foto: privat)

Paul Paulick

Die Vorteile haben allerdings ihren Preis. Während Studierende an staatlichen Hochschulen seit Abschaffung der Studiengebühren nur noch den Semesterbeitrag entrichten, müssen private Studierende mit hohen Gebühren rechnen. Die Monatskosten an der Macromedia Hochschule in Stuttgart liegen bei rund 900 Euro.

Was viele nicht wissen: Wie an staatlichen Hochschulen ist auch an privaten, aber staatlich anerkannten, Hochschulen eine Förderung durch BAföG möglich. An einigen privaten Hochschulen wie der Macromedia können Studierende zudem für ihr ehrenamtliches Engagement Subventionen erhalten. „Wenn du dich während des Studiums an der Hochschule sozial betätigst, werden dir etwa zehn Prozent der Semestergebühren erlassen“, erklärt Paul Paulick, der als bundesweiter Studentenvertreter der Hochschule ebenfalls diesen Nachlass erhält.

Über Klischees hinwegsehen

Um Lehre und Leben zu finanzieren, ist der 24-Jährige neben dem Studium an vier Tagen die Woche als Barkeeper tätig. Auch in den Semesterferien gilt es für ihn, nicht nur Praxiserfahrungen zu sammeln, sondern auch Geld zu verdienen. Die Miete teilt sich der Student mit seinen WG-Mitbewohnern. Aus Kostengründen hat er sich bewusst gegen ein Auslandssemester entschieden, da er nach der Schule schon viel gereist war.

Paul Paulick schätzt an der privaten Hochschule besonders den direkten Austausch mit seinen Professor*innen. Das Vorurteil, dass es wegen der hohen Gebühren automatisch gute Noten hagelt, möchte er auflösen: „Es gibt tatsächlich manche, die so denken, aber spätestens nach den ersten Prüfungsergebnissen ist diese Einstellung verflogen. Da werden keine Abstriche gemacht.“

Entscheidung für eine private Hochschule gut überdenken

Durch die vielen Exkursionen und Praxisprojekte fühlt sich der angehende Sport- und Eventmanager auf das Berufsleben gut vorbereitet. An einen Master denkt der Hamburger aktuell nicht.

Seine Hochschulwahl hat er bisher nie bedauert. „Man sollte sich nicht von Klischees abschrecken lassen. Es gibt hier auch viele ‚Normalos‘, die einfach auf ihren Studiengang Bock haben.“ Er selbst freut sich, dass er trotz seines Abi-Schnitts die Chance hatte, im Studium seine vielen Stärken zu entdecken. Gerade wegen der finanziellen Belastung weiß er aber: „Du solltest vorher genau wissen, was du studieren willst und für das Thema wirklich brennen. An einer staatlichen Hochschule kannst du drei Monate studieren und abbrechen, ohne dass dir Kosten entstehen. An einer privaten wird dir das Geld keiner erstatten.“